Dienstag, 4. Januar 2011

An Merkels Wesen soll die Welt genesen

Na, da hat sich die Herbe aus der Uckermark doch wieder selbst übertroffen. Am Vorabend des Tages an dem Deutschland für zwei Jahre im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen US-Politik unterstützen darf, tönte sie ganz ungeniert in ihrer Neujahrsansprache:
"Deutschland braucht Europa und unsere gemeinsame Währung. Für unser eigenes Wohlergehen wie auch, um weltweit große Aufgaben zu bewältigen."
Im vorigen Jahrhundert hatten wir das schon zweimal. Und es ging immer in die Hose.


Der Krupp vom Ruhrpott ermahnte seine Majestät doch bitteschön für weltweite Absatzmärkte zu sorgen, auf die er seine "Dicke Berta" verkaufen könne, da der deutsche Markt nicht länger ausreiche, um ihm genügend Kohle in die Taschen zu spülen. Zwar war zu jenen Zeiten noch sehr viel Kohle im Ruhrpott vorhanden, aber die brauchte er für seine Hochöfen, um vielen "Dicken Bertas" die Chance zu geben der Welt zu zeigen was eigentlich in ihnen steckt.

Seine Majestät Wilhelm Zwo, der mit dem verkürzten Arm und Gehirn, häufiger Gast auf Krupps Hügel, fand die Idee ganz toll. Am Ende dieses Weges sollte doch der lang ersehnte Platz an der Sonne als Belohnung winken. Also werkelten Krupp und der Rest deutscher Waffenschmieden, mit deutscher Gründlichkeit, an vielen großen und kleinen Bertas, die zwecks Absatzsteigerung im ersten Weltkrieg zum Einsatz kamen. Darin bestand kein Dissens zu ausländischen Waffenproduzenten, schließlich teilte man die gleiche Idee des wirtschaftlichen Wachstums um jeden Preis. "Alternativlos, da systemisch" für den Kapitalismus, wie Merkel heute richtig erkannt hat.

Dass der erste Weltkrieg die Gräben mit 17 Millionen Menschen füllte, und den Deutschen nicht den begehrten Sonnenplatz einbrachte, scherte Krupp wenig. Zum Glück waren ihm seine Kollegen aus England noch jede Menge Lizenzgebühren für Granatenzünder schuldig, mit denen er seine Waffenschmiede retten konnte. Da die Engländer nicht sagen konnten, wieviele Granatenzünder sie hergestellt hatten, nahm man einfach die Zahl der Toten als Grundlage zur Berechnung der Menge Granatenzünder, mit denen grenzüberschreitend gemordet wurde. Ok, nur der Kapitalismus ist international und es kümmert ihn nicht, wer mit welchen Waffen wo das Zeitliche segnet. Nur die Kasse muss stimmen. So ergab sich ein ansehnliches Sümmchen um wieder mit dabei zu sein, als Adolf der Schnauzbärtige sich auf den Weg machte ein Tausendjähriges Reich zu errichten, das am Ende nicht einmal zwölf Jahre Haltbarkeit vorzuweisen hatte. Immerhin hatten die Waffenwerkler der Welt, die Werkzeuge zur Verfügung gestellt, um über 63 Millionen Menschen den Garaus zu machen.

Wachstum muss sein, und so beschloss der US-Kongress kurz vor Weihnachten 2010 den höchsten Militärhaushalt seit Ende des Zweiten Weltkriegs mit schlappen 725 Milliarden Dollar, 17 Milliarden mehr als Obama gefordert hatte. Schließlich hat man eine Israel- und Waffenlobby im Kongress - auf die man Rücksicht nehmen muss. Außerdem ist der Kriegshaushalt nach oben offen. Dazu noch weitere 158,7 Milliarden Dollar für die Besetzung des Iraks und den Krieg in Afghanistan, die unter der beschönigenden Bezeichnung "Notfall-Operationen im Ausland" versteckt sind. Das wird doch Arbeitsplätze sichern und Israel seinen groß angelegten, krankhaften Kreuzzug gegen den Islam erleichtern.

All das erfreut auch Merkel. Die deutschen Waffenwerkler und die deutsche Israel-Lobby sowieso. Die ersteren dürfen mehr U-Boote bauen und die letzteren bekommen sie für lau. Mit wieviel Opfern werden Gräben des nächsten Krieges gefüllt? Wobei die Toten von den Überlebenden noch beneidet werden. Alles systemisch.

FH

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