Freitag, 28. Januar 2011

Mit Rüstungsausgaben in die kollektive Armut

Mowitz
Während die Bürger des Imperiums, mitsamt seinen Vasallenvölkern, auf der Überholspur des kollektiven Wahnsinns in die Armut rasen, geht der rasante Aufstieg der Chinesen unvermindert weiter. Da klagen die einen, China würde Arbeitsplätze "klauen", da es seine Menschen zu Mindestlöhnen und ohne ausreichende Sozialversorgung malochen lasse, was man, für den Westen nichts Neues, schließlich in immer größerem Umfang auch im Westen macht. Einziger Unterschied: bei uns geht's von oben nach unten, in China ist der umgekehrte Fall eingetreten.

Der Aufstieg Chinas fiel nicht vom Himmel und wurde auch richtigerweise von fast allen so genannten Experten vorhergesehen, im Gegensatz zur Finanzblase, die gerade von Experten nicht vorhergesehen wurde. "Der lange Marsch" der 1.3 Milliarden Chinesen, ist noch lange nicht zu Ende, sondern sie stecken mitten drin. Sie "holen" sich das, was ihnen zusteht und was wir der Welt vorgemacht haben. Viele Länder werden folgen.

Allen larmoyanten Unkenrufen von einer "gelben Gefar" zum Trotz, ist es eine Tatsache, dass China seinen wirtschaftlichen Aufstieg vielleicht gerade deshalb so erfolgreich gestalten kann, weil es seine Ressourcen nicht in sinn- und aussichtsloses Wettrüsten mit den Vereinigten Staaten verplempert, sondern zielgenau den Schwerpunkt Wirtschaftswachstum und ökonomischen Wettbewerb im Auge hat. In weniger als einem Jahrzehnt, könnte China schon das Imperium wirtschaftlich hinter sich gelassen haben.


Ein Albtraum für die ökonomische Herrscherklasse des Westens, die mit den alten, falschen Mitteln versucht, ihre Weltherrschaft zu zementieren:
Der US-Anteil an den globalen Militärausgaben wuchs von 28 Prozent während des Kalten Krieges bis 2006 auf 41 Prozent, der Anteil der USA mit den anderen NATO-Staaten zusammen im gleichen Zeitraum von 49 Prozent auf 70 Prozent.

Der Anteil der Gegner und Konkurrenten der USA an den globalen Militärausgaben ist hingegen bis 2006 von 42 Prozent auf nur noch 16 Prozent gefallen.
Diese Ressourcenvergeudung wird den Niedergang des Imperiums und seiner Mitläufer eher beschleunigen als verlangsamen. China entwickelt sich rasant von einer verlängerten Werkbank des Westens zu einer eigenständigen Innovativgesellschaft, u.a. aufgrund viel geringerer Militärausgaben. Während das Imperium mit Riesendefiziten gegenüber dem Ausland in Kreide steht, und diese Kredite nur mit "Selbstgedrucktem" bedienen kann, an dem immer mehr Gläubiger das Interesse verlieren, ist China mit einer Billion Dollar der größte Gläubiger des Imperiums, und will den Greenback nicht länger als Weltleitwährung akzeptieren. Das wäre ein herber Verlust für's Imperium und es in einen Abgrund stoßen, aus dem es sich so schnell nicht wieder wird herausziehen können.

Es ist zu befürchten, dass das Imperium auf die Karte setzt auf die es immer setzt: Mehr Kriege! Das hat zwar nichts mit Rationalität zu tun, entspricht aber den vorherrschenden Denkmustern dort, die militärischen "Endlösungen" den Vorzug vor friedlichen Lösungen geben.
Die europäischen Mitglieder der NATO tragen relativ wenig zur militärischen Macht der Vereinigten Staaten von Amerika bei. Ihr Beitrag ist in erster Linie ein politischer. Ihre Mitwirkung hält den Eindruck einer „Internationalen Gemeinschaft“ aufrecht. Die Welteroberung, die von der bürokratischen Trägheit des Pentagon betrieben wird, kann als Kreuzzug der „Demokratien“ der Erde hingestellt werden, um deren erleuchtete politische Ordnung dem Rest einer aufsässigen Welt aufs Auge zu drücken.

Die euro-atlantischen Regierungen erklären ihre „Demokratie“ zur Grundlage ihrer absoluten Berechtigung, sich in die Angelegenheiten des Restes der Welt einzumischen. Auf der Grundlage des Trugschlusses, dass „Menschenrechte notwendig für den Frieden sind“ proklamieren sie ihr Recht, Krieg zu führen.

Eine entscheidende Frage ist, ob die „westliche Demokratie” noch die Kraft hat, diese Kriegsmaschine zu demontieren, ehe es zu spät ist.
FH

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen