Donnerstag, 5. Mai 2011

Osama bin Ladens nützlicher Tod

Von Paul Craig Roberts
INFORMATION CLEARING
HOUSE, 03.05.11
Die beiden sich als Journalisten ausgebenden Lohnschreiber Adam Goldman und Chris Brummitt haben für die US-Presseagentur THE ASSOCIATED PRESS einen Propaganda- Artikel geschrieben, aus dem der Gestank des (jüngsten) "Triumphes" der USA aufsteigt; er liest sich wie die Kopie einer Pressemitteilung der CIA oder des Weißen Hauses und könnte auch in dem (in Orwells Roman "1984" beschriebenen) "Wahrheitsministerium" verfasst worden sein; er enthält den Satz: "Wie Offizielle am Montag mitteilten, konnte Osama bin Laden, das Superhirn des Terrors, der von den in einem heftigen Feuergefecht getötet wurde, aufgrund von Erkenntnissen aufgespürt werden, die schon vor Jahren durch Verhöre von Häftlingen in geheimen CIA-Gefängnissen in Osteuropa gewonnen wurden. (Der zitierte Artikel ist hier aufzurufen.)

Wie viele Amerikaner werden bemerken, dass im ersten Abschnitt dieses "Berichtes" die geheimen CIA-Gefängnisse und die Folter (mit deren Hilfe man "Erkenntnisse" erpressen will) gerechtfertigt werden? (Weitere Infos hier.) Damit soll wohl der Eindruck erweckt werden, ohne Geheimgefängnisse und Folter liefe "das Superhirn des Terrors" noch immer frei herum, obwohl es bereits 2001 an Nierenversagen gestorben ist.

Wie viele Amerikaner sind intelligent genug, um zu fragen, warum dieses "Superhirn des Terrors" in den letzten zehn Jahren nicht ein zweites Mal so spektakulär zugeschlagen hat – nachdem er (bei den ihm angelasteten Anschlägen am 11. September 2001) nicht nur die CIA und das FBI, sondern die gesamte Phalanx der 16 US-Geheimdienste, den israelischen Mossad und die Geheimdienste aller NATO-Staaten genarrt und außerdem das NORAD (das Nordamerikanisches Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando), den Nationalen Sicherheitsrat der USA, das Pentagon, den US-Generalstab, die US-Air Force und die Flugsicherung ausgetrickst haben soll? Seine Terroristen sollen es doch auch geschafft haben, in einer Stunde unbeanstandet durch die Sicherheitskontrollen von gleich vier US-Zivilflughäfen zu schlüpfen, die auf modernstem Stand befindliche Luftabwehr des Pentagons zu übertölpeln und drei Verkehrsflugzeuge in drei Gebäude zu steuern, obwohl die angeblichen Piloten sie überhaupt nicht fliegen konnten. Glauben die US-Bürger denn wirklich, das Sicherheitssystem der US-Regierung, das in der Konfrontation mit einigen, nur mit Teppichmessern bewaffneten Luftpiraten aus Saudi-Arabien total versagt haben soll, könnte nach nur einer Nacht wieder voll funktionsfähig sein?
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Wie viele Amerikaner werden sich fragen, warum der lange verschollene bin Laden als "Superhirn des Terrors" wiederbelebt wurde, obwohl der in Guantanamo eingesperrte Khalid Sheikh Mohammed doch bereits gestanden hat, "das Superhirn des 11.9." gewesen zu sein – nachdem er 183mal mit "Water Boarding" (simuliertem Ertränken) gefoltert worden war.

Die US-Amerikaner sind so mit dem Feiern beschäftigt, dass sie überhaupt keine Zeit zum Nachdenken haben – wobei man ihnen diese Fähigkeit heute auch nicht mehr beizubringen scheint.

Die US-Amerikaner sind so begeistert über den Tod bin Ladens, dass sie sich nicht fragen, warum es trotz der seit Jahren vorliegenden "Erkenntnisse" so lange gedauert hat, eine Person ausfindig zu machen, die angeblich in einem Gebäude gelebt hat, das eine Million Dollar wert ist, über modernste Kommunikationsmittel verfügt und ganz in der Nähe einer pakistanischen Militärakademie liegt. Jetzt plötzlich soll der "meistgesuchte Verbrecher" nicht mehr im unwegsamen Gebirge von Unterschlupf zu Unterschlupf geflüchtet sein, sondern sich schon seit Jahren in einer städtischen Luxusvilla versteckt haben. Obwohl die CIA behauptet, durch die bei Folterverhören in Geheimgefängnissen gewonnenen Erkenntnisse schon lange über seinen Aufenthaltsort informiert gewesen zu sein, will sie noch Jahre gebraucht haben, um ihn aufzuspüren. Damit hat sich die CIA das Image der Keyston Cops zugelegt. (Das war eine von Schauspielern dargestellte Polizeitruppe, die in Slapstick-Filmen herumalberte, s. hier .)

Nachdem sie uns mitgeteilt haben, dass sich die an der Aktion beteiligten Kämpfer der Navy Seals und der CIA vorschriftsmäßig verhalten hätten, während der feige bin Laden bei dem Schusswechsel eine Frau als Schutzschild benutzt habe, vermelden die beiden "Presstitutes" (Anlehnung an Prostitutes / Prostituierte, Roberts will damit wohl seine Verachtung für die beiden sich prostituierenden Journalisten ausdrücken): "Offizielle der USA sehen die Gefahr neuer Anschläge. Die Terroristen werden mit ziemlicher Sicherheit versuchen, den Tod bin Ladens zu rächen, schrieb CIA-Direktor Leon Panetta in einer Kurzmitteilung. ... Das Ministerium für Heimatschutz warnte, bin Ladens Tod könnte schon in den kommenden Stunden in den USA lebende Extremisten zu Anschlägen motivieren."

John Brennan, der Berater des Weißen Hauses für Terrorbekämpfung, äußerte gegenüber Reportern: "Es ist kaum vorstellbar, dass der flüchtige Chefterrorist nicht von Pakistan unterstützt wurde, denn sein Versteck in der Stadt mit der hohen Militärpräsenz hat er schon vor sechs Jahren nach eigenen Vorstellungen bauen lassen."

Indem die US-Regierung behauptet, bin Laden in einem souveränen ausländischen Staat, mit dem sie nicht im Krieg liegt, ermordet zu haben, gibt sie damit zwar Verstöße gegen das Völkerrecht zu, verschafft sich aber gleichzeitig drei neue Optionen.
Die Ankündigung der CIA, die Terroristen würden bin Ladens Tod rächen, eröffnet die Möglichkeit zu weiteren unter falscher Flagge inszenierten Anschlägen, damit die Profite des militärisch-sicherheitstechnischen Komplexes auch künftig sprudeln und die CIA ihre unkontrollierte Macht noch vergrößern kann.

Das Heimatschutzministerium kann den US-Polizeistaat weiter ausbauen, Flugreisende noch länger schikanieren und fortfahren, protestierende Kriegsgegner einzusperren.

Pakistan droht wegen der behaupteten Beherbergung bin Ladens eine Invasion, die damit enden könnte, dass es wieder an Indien angegliedert wird.

Auch die Repräsentanten der Israel-Lobby im US-Kongress haben sich schon zu Wort gemeldet. Senator Carl Levin, der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Senates, erklärte, die Armee und der Geheimdienst Pakistans hätten jetzt "viele Fragen zu beantworten"; dabei gehe es neben dem Aufenthaltsort und der Aufenthaltsdauer bin Ladens auch um die Tatsache, dass dieses Haus offensichtlich extra für bin Laden gebaut worden sei und das auch noch so dicht bei einer zentralen Einrichtung der pakistanischen Armee.

Die beiden Journalisten haben keine der Propagandabehauptungen der Regierung hinterfragt. Stattdessen schlossen sie sich dem allgemeinen Jubel an. Ganz nebenbei haben sie die Bemerkung eingeflochten, "Offizielle dächten über die Veröffentlichung eines Fotos der Leiche bin Ladens nach, um – wie Brennan es formulierte – sicherzustellen, dass niemand auf die Idee komme, seinen Tod zu bezweifeln".

Wie der GUARDIAN und andere europäische Zeitungen berichtet haben, ist das (bisher aufgetauchte) Foto des toten bin Laden eine Fälschung. Weil bin Laden angeblich schon auf See bestattet wurde, gibt es über die näheren Umstände seines Todes nur die Aussage der Obama-Regierung. US-Regierungen wurden aber schon wiederholt der Lüge überführt: bei den nicht vorhandenen irakischen Massenvernichtungswaffen und den angeblichen Verbindungen (Saddam Husseins) zu Al-Qaida, bei der Affärehttp: um den Yellowcake (den Grundstoff zur Uranherstellung, den sich Saddam angeblich in Niger beschaffen wollte, s. hier ), bei den (angeblich im Bau befindlichen) iranischen Atomwaffen und bei der offiziellen Darstellung der Anschläge am 11. September 2001, die von Tausenden Experten (mit abgesicherten Untersuchungen und Gegenbeweisen) widerlegt wurde. (Wir haben zahlreiche Infos dazu veröffentlicht, die Sie hier aufrufen können.) Warum sollte uns die Regierung über den Tod bin Ladens plötzlich die Wahrheit sagen? Wenn Sie das glauben, können Sie mir auch die Brooklyn Bridge abkaufen, die ich Ihnen zu einem guten Preis überlassen könnte. (s. hier.)

In meiner ersten Einschätzung zum zweiten Tod bin Ladens habe ich noch angenommen, Obama habe einen Grund zur Beendigung des Afghanistan-Krieges gebraucht, um das US-Haushaltsdefizit reduzieren zu können. Die seither von Vertretern des Obama- Regimes abgegebenen Erklärungen lassen aber erkennen, dass es nur darum ging, den US-Bürgern ein Erfolgserlebnis zu verschaffen, um ihre langsam verglimmende Kriegsbegeisterung neu zu entfachen. Damit der militärisch-sicherheitstechnische Komplex noch reicher und mächtiger werden kann, muss den US-Amerikanern von Zeit zu Zeit wenigstens die Gelegenheit verschafft werden, über angeblich besiegte Feinde jubeln zu können.

Quelle und Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

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