Montag, 4. Juli 2011

Ship to Gaza Sverige: Lasst unsere Schiffe auslaufen! Offener Brief an Giorgios Papandreou, Griechenlands Ministerpräsident

Giorgios,

mit Trauer und Bestürzung erhielten wir, Passagiere und Graswurzeln in der schwedischen Volksbewegung "Ship to Gaza", die Nachricht, dass die griechische Regierung die Entscheidung getroffen hat, unseren Schiffen zu verbieten, griechische Häfen auf ihrem Weg nach Gaza zu verlassen. Wir alle kennen den Druck, dem Ihr Land in diesen Tagen ausgesetzt ist, und wir fühlen alle tief mit dem griechischen Volk, das z. Z. große Schwierigkeiten zu meistern hat. Als Sozialdemokrat und Präsident der Sozialistischen Internationale, kann es nicht einfach sein, als Bittsteller, mit dem Hut in der Hand zu stehen, wenn internationale Bankiers die Bedingungen des Verkaufs und die Privatisierung des gemeinsamen Vermögens des griechischen Volkes diktieren.

Es gibt spezielle Beziehungen zwischen Griechenland und Schweden, zwischen Dir und uns. Sie stammen aus der nicht allzu abgelegenen Zeit, als Dein Land unter die Diktatur der Soldatenstiefel gezwungen wurde. Du und Deine Familie sahen sich genötigt in unserem kalten Norden Zuflucht zu suchen - eine Ironie des Schicksals, denn nun können wir in unserer eigenen kleinen Sprache schreiben, in der Hoffnung verstanden zu werden.

Wir schreiben es so: Wie ist es möglich, dass jemand mit Deinem Hintergrund und politischen Überzeugungen mit einer Besatzungsmacht gemeinsame Sache macht, die kollektiv ein anderes Volk mit einer Blockade bestraft, welche im Prinzip von der gesamten Welt als illegal, inhuman und verheerend zerstörerisch angesehen wird?

Wie ist es möglich, dass Deine Regierung sich dazu herablassen kann, gegen uns und unseren friedlichen Solidaritätskonvoi, als ob wir es sind, die das Gesetz brechen und die Menschenrechte verletzen, zu agitieren?

Ship to Gaza und die Friedens-Flotille sind eine friedliche Volksinitiative, die rund zwanzig Organisationen und Teilnehmer aus allen Kontinenten umfasst. Unsere Idee ist sehr einfach. Ideale der Menschenrechte und des Völkerrechts müssen alle umfassen, wenn sie nicht nur leere Worte sein sollen. Die Blockade von Gaza ist ein Plage, die die Menschen in Gaza daran hindert, zu arbeiten und zu studieren, Handel zu betreiben, Verwandte und Freunde zu besuchen - kurz, sich frei zu bewegen. Die Blockade ist eine Bremse für jede wirtschaftliche und soziale Entwicklung, lässt die Arbeitslosigkeit ins uferlose expandieren, ist medizinisch gefährlich, raubt jungen Menschen Selbstvertrauen, fördert Kriminalität und Terrorismus. Die Blockade ist vom Anfang bis zum Ende eine effektive Barriere, anstatt einen Dialog zu fördern, welcher der einzige Weg für Frieden und Gerechtigkeit in der Region ist.

Unsere Kampagne ist friedlich. Unsere Schiffe sind beladen mit nachgefragten und dringend benötigten Gütern und Solidarität. Wir wollen eine Botschaft an Gazas eingeschlossene Bewohner schicken: "Die Welt hat Euch nicht vergessen, Ihr seid nicht allein." Wir wollen auch eine Nachricht an die Führer der Welt, auch an Dich Giorgos Papandreou, senden: "Schluss mit der Passivität! Die internationale Gemeinschaft muss durch Handlung Verantwortung für internationales Recht und Menschenrechte übernehmen, die Ihr vorgebt, zu verteidigen."

Lassen Sie uns diese Aufforderung senden!

Lassen Sie unsere Schiffe auslaufen!


In Solidarität,

Lenkungsgruppe für Ship to Gaza

Übersetzung: Folker Hoffmann, Gegenmeinung

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