Dienstag, 5. Juli 2011

Wegschauen wenn ein Verbrechen der NATO in Libyen geschieht?

Brigitte Queck Бригитте Квек

Noch vor dem 3. Golfkrieg der NATO gegen den Irak gingen allein in Berlin 1 Million Menschen auf die Strasse, um gegen diesen verbrecherischen Krieg zu protestieren.

Warum ist das bei Libyen nicht so?

Wie im Falle Jugoslawiens 1999 benutzen die westlichen Politiker und Medien die Lüge eines angeblichen „Verbrechens der Staatsführung gegen die Zivilbevölkerung“ dazu, um die Meinung der Menschen der jeweiligen Länder zu beeinflussen. Das Einmalige dabei ist, dass auch der UNO-Sicherheitsrat mit der Resolution 1973 scheinbar seine Zustimmung zum NATO-Krieg gegen Libyen gegeben hat, was jedoch nicht der Fall ist!! So schwammig diese Resolution formuliert ist, sie sollte „lediglich“ ein Flugverbot für Flugzeuge Gaddafis sicherstellen, der angeblich einen Teil der Bevölkerung seines Landes attackierte, die mit der Führung der Volks-Dschamahirija nicht einverstanden sind. Allein hinter dieser „Feststellung“ verbergen sich 2 Lügen:

1. Durch die Militäraufklärung aus dem Weltall wurde bewiesen, dass Gaddafi niemals die Zivilbevölkerung seines Landes angegriffen hat! Es wurden lediglich einige Militärdepots in Bengazi, derer sich einige Aufständische (schon zu der damaligen Zeit mit militärischer Unterstützung von NATO-Soldaten, die über die seit Monaten von den vor der Küste stationierten Schiffen ins Land gelangt waren!!) bemächtigt hatten, zerstört, was jede Regierung der Welt in diesem Falle so oder ähnlich praktiziert hätte.

2. Das eigenmächtige und völkerrechtswidrige Eingreifen der NATO in die inneren Angelegenheiten eines Staates, quasi mit dem „Segen“ der UNO, delegitimiert letztere völlig, da die UNO als internationales Organ der Völker für die Friedenserhaltung und nicht für einen Angriffskrieg geschaffen wurde. Auch das Schweigen der UNO zu dem verbrecherischen Verhalten der NATO ist schließlich als Zustimmung zu ihrem Vorgehen zu bewerten !!!

Leider ließen es auch Russland und Kina zu, dass :

a) nicht einmal der Formalität des Artikel 27 der UNO-Charta bei Verabschiedung der Resolution 1973 Rechnung getragen wurde, der besagt, dass eine Resolution des UN-Sichherheitsrates nur bei Zustimmung aller ständigen Sicherheitsratsmitglieder gültig ist!
Erinnert sei, dass sich sowohl Russland als auch Kina, der Stimme enthalten hatten!

b) nachträglich nicht, nachdem offensichtlich geworden war, dass die NATO den UNO- Sicherheitsrat nur als Deckmäntelchen für ihre Bombardements benutzt, Widerspruch gegen die NATO-Bombardements libyscher Städte erhoben wurde!

c) der vom russischen Präsidenten Medwedjew nach Bengazi geschickte Vertreter Margelow völlig völkerrechtswidrig die Abdankung Gaddafis gefordert hatte.

Jedem halbwegs gebildeten Menschen ist klar, dass zur Souveränität / Unantastbarkeit eines Staates auch die Unantastbarkeit der vom Volk des jeweiligen Landes gewählten Führung gehört. Jeder, der dies aufzuheben fordert, stellt sich außerhalb internationaler Rechtsregularien!! Auch Deutschland, das sich zusammen mit Russland und Kina in der UNO im Falle der Resolution 1973 der Stimme enthalten hatte, stimmt mittlerweile in das gemeinsame Kriegsgeheul der anderen am Kriege beteiligten NATO-Staaten ein und will sogar auf deren Anfragen kriegswichtiges Material zur Verfügung stellen. Das aber ist laut Grundgesetz Artikel 26, Absatz 1 verboten, in dem es heißt: „Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen! Ja, wenn sich sogar die UNO selbst völkerrechtswidrig verhält, wie könnte dann Deutschland zurückstehen? Da muss man doch die Frage stellen: Wollen wir, die Völker der Welt, das weiterhin zulassen?


Danke Brigitte Queck
Erscheinungsdatum des Originalartikels: 01/07/2011
Artikel in Tlaxcala veröffentlicht: http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=5307

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