Donnerstag, 11. August 2011

Was bei den Randalen in London unter den Tisch fällt: Die strukturelle Gewalt des Kapitalismus

Während die spätimperiale Royal Air Force noch voll damit beschäftigt ist, zusammen mit anderen NATO-Imperialisten, Libyen in die Steinzeit zu bomben, und dabei Tausende von Zivilisten, Kinder ebenso wie Greise zu ermorden, macht Großwesir David Cameron bereits das nächste Betätigungsfeld für die unterbeschäftigte Armee ihrer Majestät aus, sie in den Krieg gegen das eigene Volk zu führen. Es geht dabei um nichts weniger als um die Aufrechterhaltung der bestehenden Gesellschaftsstruktur. Eben wie in allen anderen Kriegen auch. Oben ist oben und unten ist unten. So muss es sein, so muss es bleiben. Donnerlittchen, wo kämen wir sonst auch hin? Pöbel bleib bei Deinen Leisten.


Auf Augenhöhe mit der English Defence League und der British National Party, rechte Ableger des Kapitalismus in der britischen Gesellschaft, von denen man sich von Zeit zu Zeit medienwirksam distanziert, um so die Illusion zu nähren, bürgerliche Kapitalisten dürften nicht mit den Brüllaffen des Systems in einen Topf geworfen werden.

Das System produziert kriminelle Randalierer, hält sich aber ebenso mit systemeigenen Mördern und Rambos in Gestalt von Soldaten und Schlapphüten sowie räuberischen Kapitalumverteilern, deren Aufgabe darin besteht, Geld an der Börse mit Furore von unten nach oben zu scheffeln. Arbeit muss sich schließlich lohnen! Behilflich dabei sind gute Bildungsnachweise - gerne akademische Titel - deren Erwerb gar mancher Plagiator ohne Anstrengung mit Lug und Trug in hohe und höchste Ämter katapultierte. Illuminatoren der höheren Schule halt.

Ob der Tag jemals kommen wird, wo Menschen in Frieden, Gerechtigkeit, Vernunft und Freiheit, befreit von der Angst vor materieller Not, zusammenleben werden?

Mutter Courage erklärt diese Hoffnung ihren Kindern, in dem gleichnamigen Drama von Bertolt Brecht so:

„Es kommt der Tag, da wird sich wenden
Das Blatt für uns, er ist nicht fern.
Da werden wir, das Volk, beenden
Den großen Krieg der großen Herrn.
Die Händler, mit all ihren Bütteln
Und ihrem Kriegs- und Totentanz
Sie wird auf ewig von sich schütteln
Die neue Welt des g’meinen Manns.
Es wird der Tag, doch wann er wird,
Hängt ab von mein und deinem Tun.
Drum wer mit uns noch nicht marschiert,
Der mach’ sich auf die Socken nun.“


FH

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen