Dienstag, 20. September 2011

Man ziert sich

Mowitz
Nun ist die Zeit der großen Auftritte von Rating-Agenturen gekommen. Jetzt auf Kosten von Bella Italia, das von der Ratingagentur Standard & Poor's, (S&P), in seiner langfristigen Bonität von "A+" auf "A" herabgestuft wurde. [(Bonität von lateinisch bonitas, „Vortrefflichkeit“) oder Kreditwürdigkeit ist in der Finanzwirtschaft die Eigenschaft einer natürlichen Person oder von Unternehmen oder Staaten, die aufgenommenen Schulden zurückzahlen zu können (wirtschaftliche Rückzahlungsfähigkeit) und zurückzahlen zu wollen (Zahlungswilligkeit). Bei Emittenten von Wertpapieren wird unter Bonität die Fähigkeit verstanden, die Emission nebst Zinsen zu bedienen und zu tilgen. Daraus ableitbar ist die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer in der Lage und willens sein wird, die erforderlichen Rückzahlungen zu leisten.]

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de


Natürlich werden diese Einstufungen von 'erhabenen' VWLern durchgeführt, die sich als global players, in einer globalen Wirtschaft und mit einem 'freien' Markt, der alles regelt, verstehen. Sehr viel Freiheit, nicht wahr? Damit verbunden ist auch die Freiheit eine Nonsens-Ökonomie zu kreieren. Verpflichtet sehen sie sich nur dem Wachstum, dem ewigen Wachstum. Kann oder will die Realwirtschaft wegen Sättigung nicht mehr wachsen, kann man immer noch die Kasinowirtschaft bemühen und mit Leerverkäufen ein imaginäres Wachstum erzeugen, dem die Wirtschaftsheiligen der Ratingagenturen noch vor kurzer Zeit höchste Bonität bescheinigten. Die USA sind so ein Beispiel. Die können ihren Konkurs nur noch mit Hilfe der US-Streitkräfte mit ihren 1000 Militärstützpunkten in aller Welt verhindern. Laut Quellen im nordamerikanischen Militär sind 95% der weltweit existierenden militärischen Enklaven von den USA. Okay, nun wissen wir wo es lang geht, falls wir es nicht schon vorher wussten. Die Vereinigten Staaten können gar nicht pleite gehen, die sind sozugagen systemimmanent. Im Zweifelsfall leisten sie 'geistige' Überzeugungsarbeit mit von Ketten gelassenen GI:s.

Auch leidet das Vertrauen in europäische Banken und der Siemenskonzern hat in einer Nacht- und Nebelaktion eine halbe Milliarde Euro von einem französischen Bank-Institut abezogen und bei der EZB geparkt. Siemens bekommt dafür sogar noch höhere Zinsen als von einer Geschäftsbank.

Nun, in Momenten der Panik, schlägt die Stunde der Alternativlosen, die alle Propagandatricks aus der Mottenkiste der 'Wirtschaftsle(e)re' hervorklauben, damit nur ja nicht der Ruf nach einem - sagen wir mal - gemeinnützigen Wirtschaftssystem laut wird. Da könnten doch glatt die jetzigen Nutznießer von arbeitsfreien Milliardeneinkommen unter die Räder kommen. Bloß nicht über 'systemische' Veränderungen reden, wozu haben Merkel & Co. nicht gerade lauthals systemische Banken gerettet? Huch, dann wäre das ja alles umsonst gewesen. Wir werden weiterwurschteln wie bisher und eher wird die Menschheit auf der Mülldeoponie der Geschichte entsorgt, als ihr Wirtschaftssystem. Systemische und periodische Verwerfungen bestehen vor allen Dingen in systembedingten Kriegen um Ressourcen und um die Bevölkerung dazu zu bewegen, sich mit Armut und Mangel infolge des ewigen "Kriegszustandes" (Kampf gegen Terrorismus), zufriedenzugeben. So etwas sichert die Herrschaft von selbsternannten Eliten, die unfähig und unwillens zugleich sind, der Bevölkerung ein angemessenes Dasein zu ermöglichen.

FH

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