Donnerstag, 15. September 2011

Schwarz-Geld in geordneter Insolvenz


Deutschlands Schwarz-Geld Koalition erfindet immer neue "Lösungen" zur Rettung Griechenlands, "deutscher" Steuergelder sowie der neoliberalen EU. Die deutsche Vorreiterrolle in Europa, erkauft mit sinkenden Löhnen und Renten, längeren Lebensarbeitszeiten, prekären Beschäftigungen und eine immer schneller wachsende Altersarmut, die in Bälde von Schwarz-Geld nur noch mit einem finalen Griff gehändelt werden kann. Nämlich mit dem Stoß der Alten von der Ättestupa. (Ättestupa ist laut alten Überlieferungen ein tiefer Abgrund, wo sich die Alten in vorhistorischen Zeiten im hohen Norden Europas selbst in den Abgrund stürzten, oder auch gestürzt wurden. Laut Mythos geschah dies zu einem Zeitpunkt als die Alten nicht mehr in der Lage waren sich selbst zu versorgen oder mit eigener Arbeit auf dem Hof für das Wohl der Sippe beizutragen.)


Rösler, seines Zeichen ehemaliger BW-Arzt und jetziger Wirtschaftsminister, wenig erfolgreich hie wie da, erzählt bei jeder sich bietenden Gelegenheit, Staaten wie Griechenland sollten mit Schalmeienklängen, aber "geordnet", in die Insolvenz marschieren. Donnerwetter, Philpp! Seit wann gibt es geordnete, oder auch nicht geordnete, Insolvenzverfahren für Staaten???? Das z. Z. Stürmer des Großkapitals und der Hochfinanz einen Kampagnejournalismus für die Einführung einer wie immer gearteten "Staateninsolvenz" fahren, zeigt überdeutlich, welche "Rechte" hier geschützt werden sollen. Es sind die Rechte des privaten Großkapitals. Nicht mehr und nicht weniger. Das Großkapital wird eventuelle Forderungen an den Staat nur dann eintreiben können, wenn ein Großteil der Staatsbürger, die irgendwelche Kapitalschmarotzer als nicht ausreichend effektiv zur Erhaltung des Zinssystems einstufen, in langen Kolonnen zur Ättestupa geführt werden und dort mit mutigem Sprung oder auch Stoß in die Tiefe stürzen, um die Schuld der besserverdienenden Kapitalisten tilgen zu helfen.

Wie war das noch gleich mit Island? Mit mehr als 95% der Stimmen lehnten die isländischen Wähler im März 2010 ein vom Althing unter dem Druck des europäischen Kapitals beschlossenes ”Icesave-Gesetz” ab. Damit sagten die Isländer ein deutlich hörbares "NEIN" zur Zahlung von 3.9 Milliarden Euros die von Großbritannien und den Niederlanden an die 400 000 Sparer ausgezahlt wurden, die ihre Ersparnisse bei der Online-Sparkasse Icesave verloren hatten. Trotz britischer, holländischer und EU-Drohungen leben die Isländer immer noch, fangen Fisch und lassen sich vom Kapital wenig beeindrucken. Was jeder Kapitalist oder solche die es gerne werden wollen, im ersten Semester unnötiger BWL/VWL-Studien lernen sollten, ist, welch wichtige Funktion der Konkurs als Regulator im Kapitalismus spielt und durchaus eine Rolle bei wirtschaftlichen Fehlentwicklungen einnimmt, um sie zu korrigieren.

Das gilt, in besonderem Maße, für die internationale Hochfinanz und das Großkapital, die das System des Kasinokapitalismus nach den eigenen Marktgesetzen an die Wand fuhren und in die Pleite getrieben haben, aber nun kurzerhand die Regeln für sich aussetzen. "Systemisch", "alternativlos", dröhnte Merkel auf Geheiß Ackermanns und alle, alle stellten sich in Reih und Glied. Hände an die Hosennaht. Kadavergehorsam bis zum Gehtnichtmehr, weltweit. Nicht so die Isländer - und die Griechen kämpfen ebenso. Wir sollten ihnen Mut machen und sie unterstützen, denn sie fechten auch unseren Kampf. Nicht der Grieche hat über seine Verhältnisse gelebt sondern die herrschende Klasse - und die ist überall die gleiche, in Griechenland, Deutschland, oder sonstwo auf der Welt. Die gilt es zu jagen und für ihre Untaten zahlen zu lassen.

FH

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