Samstag, 1. Oktober 2011

Der universale Herrscher über Leben und Tod preist Al-Awlikis Ermordung


Der Welt mächtigstes Terrornetzwerk feiert wieder einmal einen mit Riesenaufwand durchgeführten, und am Schluss erfolgreichen Mord am US-Bürger Anwar Al-Awliki. Der Beginn des straffreien Mordens, ohne rechtsstaatliche Gerichtsverfahren, begann in und durch die USA mit dem Attentat des 11. September 2001. Ein Inside Job, wie böse Zungen vielfach behaupten.

Inzwischen aber darf der für jeweils auf vier Jahre gewählte, mit Option für weitere vier Jahre, oberste Herrscher über Leben und Tod, Morde persönlich befehlen und genehmigen. Auch gegen US-Bürger. Es genügen vage Beschuldigungen und Gerüchte, gerne gestreut von eigenen Mörderbanden, wie der CIA, um mit Pauken und Raketen hollywoodwürdige Jagdszenen zu veranstalten.

Bereits am 27. Januar 2010 war in der Washinton Post zu lesen, dass Teams des US-Militärs und amerikanischer Geheimdienste tief in gemeinsame Geheimoperationen mit jemenitischen Truppen verstrickt sind, bei denen in den letzten sechs Wochen unzählige Menschen umgebracht wurden. Eingebettet im Artikel ist die Enthüllung, dass jetzt auch US-Bürger auf eine geheime Abschussliste kommen, auf der Menschen stehen, deren Tötung der Präsident persönlich genehmigt hat. Anwar al-Awlaki war offensichtlich bereits eine der Hauptzielpersonen bei Raketenangriffen, die Ende Dezember 2009 im Jemen stattfanden, weil Offizielle, die anonym bleiben wollten, aufgeregt verkündet hatten, er sei dabei getötet worden – was sich aber als unzutreffend herausstellte.

Glenn Greenwald schrieb dazu:
Denken Sie einmal eine Minute über Folgendes nach: Barack Obama beansprucht genau wie George Bush vor ihm die Befugnis, die Ermordung amerikanischer Bürger zu befehlen, nur weil – ohne Überprüfung, ohne Anklage und ohne Untersuchung – von ihnen behauptet wird, sie hätten Verbindungen zu Terroristen und stellten "eine ständige und akute Bedrohung für die Bevölkerung und die Interessen der USA dar". Sie werden weder angeklagt, noch vor Gericht gestellt und erhalten keine Möglichkeit, sich zu den Anschuldigungen zu äußern. Erstaunlicherweise hat die Praxis der Bush-Administration, Ausländer – zusammen mit einigen US-Bürgern – ohne Anklage einzusperren, nur weil sie der Präsident beschuldigte, Terroristen zu sein, eine Jahre andauernde heftige Kontroverse ausgelöst. Man wird sich daran erinnern, dass dieses Vorgehen als schwerer Verstoß gegen die Verfassung angesehen wurde. Sollten die ohne jede rechtliche Grundlage gegen US-Bürger gerichteten Mordbefehle – nicht nur Haftbefehle – Obamas dann nicht wenigstens eine ähnliche Kontroverse hervorrufen?
Und damit die Stimmung beim Mord(s)geschäft nicht ganz in den Keller rutscht, nennt Obama den Mord mal fürsorglich für einen wichtigen Meilenstein im Kampf gegen den Terrorismus. Der Mord am US-Bürger sei ein Riesenerfolg gegen al-Qaidas aktivsten Ableger. Donnerlittchen Mr. Pontifex maximus der "freien Welt", wann werden Sie den nächsten Mord ausführen lassen? Bei dem permanenten Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten könnten sie eigentlich jetzt schon die Anzahl unabhängiger Gerichte drastisch kürzen und durch Gottesurteile der Tea-Party-Bewegung ersetzen.

FH

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