Donnerstag, 20. Oktober 2011

Die Verheißungen des Kapitalismus; selbst Olga Onassis sucht vergebens nach ihnen im Müllberg

Mowitz
Deutschlands führende Kriegs- und Pornoorgane für eine heile kapitalistische Welt, nehmen sich aus unterschiedlichen Perspektiven des verzweifelten Kampfes der aufgegebenen Klasse in Griechenland an, die verzweifelt versucht, mit den Folgen eines gescheiterten Systems noch überleben zu können.

Für das EhNaMag sind es nur "Randalierer", Möchtegernrevoluzzer oder lauter Feiglinge, die ängstlich Reißaus vor zahlenmäßig hoffnungslos unterlegenen Ordnungshüter nehmen. So mutig formulieren es eingebettete Schreibtischtäter der Obrigkeit, wenn unbewaffnete Protestler schwerbewaffneten, für und auf Krawalle trainierte staatlich legitimierten Randalierern begegnen. Die Sprache der Eingebetteten ist uns auch aus anderen Kriegsberichterstattungen bekannt. "Es ist ein feiger, heimtückischer Anschlag," verbreiten sie ein angebliches Statement des damaligen Außenministers Steinmeier. Mutige Hinterhalte gibt es in den Spatzenhirnen der "freien, schreibenden Zunft" dann, wenn es gilt deutsche und/oder NATO-Verbrechen wie das Bombardement nahe Kunduz zu heroisieren. Oder die Blutspur des Kapitals, in Gestalt der NATO in Libyen, als "Schutz" der Zivilbevölkerung zu verkaufen. Dreckiger, verlogener und hinterhältiger kann das "freie" Wort nicht missbraucht werden.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Mit reißerischen Lettern die Opfer des Kapitalismus verteufeln, sich ein wenig über die Verursacher des Finanzcrash empören, dass ganze als "nationale" Probleme vertuschen, wo einige Staaten über ihre Verhältnisse gelebt hätten, und nun von den "Märkten" bestraft würden. Dabei sollte es auch einem EhNaMag geläufig sein, dass das Vermögen der einen die Schulden der anderen sind. Und je höher die Schulden von Staaten sind, umso höher die Vermögen von privaten Institutionen und Individuen. So funktioniert Kapitalismus. Das steckt auch hinter den Privatisierungsorgien öffentlichen Eigentums und öffentlicher Aufgaben, die das internationale Finanz- und Großkapital seit Jahren so erfolgreich betreibt. Ein System, das von Schulden lebt und auf Schulden aufgebaut ist. Ohne Schulden kein Geld. Denn wie es in der "Schöpfungsgeschichte" so schön heißt, so ähnlich heißt es bei der "Schöpfung" des Geldes: Am Anfang war das Nichts und in Erwartung das aus dem Nichts Etwas wird, werden Schuldscheine, mit großen Verheißungen auf die Zukunft, ausgestellt. Unser Geldsystem ward geboren. Beliebig vermehrbar. Oder was glauben die Geistesblitzer im vom Kapital gekauften Blätterwald, wie man so plötzlich Billionen aus dem Hut zaubern kann, wenn es zuvor an Millionen gefehlt haben soll? Ein Geldsystem für das Kapital und gegen die Schaffung realer Werte.

Und noch ein erhellender Satz an die Presse-Masturbanten der kranken Sprüche: Wenn alle Staaten jetzt ihre gesamten Schulden abbauen würden, was zum Glück nicht geht, dann gäbe es a) kein Geld mehr und b) würde es den bislang reichen Privatiers richtig dreckig gehen.

Wobei wir bei der im anderen deutschen Stinkeblatt umschriebenen Olga Onassis angekommen wären. Das Stinkeblatt versucht seinen Lesern zu suggerieren, wie gerecht doch der Kapitalismus Freud und Leid auf Reiche und Arme verteilt. Die 90-jährige Olga wurde als "Onassis-Erbin" vorgestellt, obwohl sie nur mit einem Cousin des Reeders Onassis verheiratet war und wahrscheinlich schon während der "guten" Zeiten ihr Leben mit arbeitslosem Einkommen fristete. Die Bild-Rüpel kriegen sich gar nicht mehr ein vor lauter Heuchelei, als sie "die alte Dame", in der Armenküche einer Kirche in Athen treffen, wo sie sich mit Essen eindeckt, dann weiter zu einem Müllberg, und dort nach Brauchbarem wühlt. Die Olga, so lügen sich die Rüpel die Welt schön, hätte noch immer einen eleganten Auftritt, trüge unterm Arm einen Pelzmantel, während Griechenland im Chaos versinkt.

Dann, zum Abschluss, die eigentliche Botschaft der diplomierten Volksverarscher: Nicht nur die Regierung sei Schuld an der Krise, auch ein Taxifahrer der sich blind gemeldet hätte um Blindenrente zu erhalten und dabei erwischt wurde. Was sagt uns das? Klar doch, zuviel Blinde und zu wenig Reiche. Wobei die Letzteren wegen des Crashs noch weniger werden als sie es schon vor dem Crash waren. Donnerlittchen!

Sich über die Gewalt der Opfer entrüsten und die Gewalt des Kapitalismus als große Errungenschaft feiern, einen schizophreneren Journalismus muss man erst einmal finden.

FH

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