Sonntag, 30. Oktober 2011

Ein Veto wird uns nicht stoppen


Bei der Neokolonisation Afrikas spielt die Überführung afrikanischen Eigentums in die Schatullen des Kriegsbündnisses der Westalliierten, eine überragende Rolle.  Den Crash hinauszuzögern, der eigenen klammen Finanzpolitik noch eine Verschnaufpause zu verschaffen, wiegt schwerer in Kapitalistenhirnen , als das Leben und die Gesundheit von Zivilbevölkerungen. 

Vor zwei Wochen scheiterte eine Resolution der Kriegswilligen im Sicheheitsrat der UNO am Veto von China und Russland, was den französischen UN-Botschafter Araud zu der rechtsstaatlich mehr als frageürdigen Aussage verleitete: "Lassen Sie mich klarstellen, dass dieses Veto uns nicht stoppen wird." So sind sie, die Rechtshaveristen mit kolonialer Vergangenheit.

Diese Arroganz, sich über gefasste Beschlüsse hinwegzusetzen ist sprichwörtlich für die von sich selbst Auserwählten. Sind Kolonialmächte je für ihre Verbrechen im Zusammenhang mit der Unterdrückung ganzer Kontinente, bei dem Millionen Menschen brutal ermordet wurden, nur um die Taschen einer weißen Oberschicht in fremden Ländern zu füllen, je zur Verantwortung gezogen worden? Ob britische, französische, deutsche, belgische, oder die, die den Holocaust an Indianern in Nord- und Südamerika  vollbrachten? Nein natürlich nicht. Eroberungen und Unterdrückung, ein Markenzeichen westlicher Werte.  Die Blutspur westlicher Wertepolitik zieht sich unendlich durch die jüngere Geschichte und soll nun eine Renaissance erfahren.

Araud vergaß bei seiner Aussage nicht ein Argument nachzuschieben, das nicht näher nachprüfbar ist: "Kein Veto dieser Welt kann der syrischen Regierung eine Blankovollmacht für das Hinrichten und Töten unschuldiger Menschen ausstellen." Nein, diese Blankovollmacht nehmen sich die Alliierten selbst, wie bei den Attacken auf die libysche Zivilbevölkerung zu beobachten war, die sie vorgaben "schützen" zu wollen.

Eine Geisterzahl wird von den Märchenerzählern des Kolonialismus penetrant wiederholt: "Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind seit Beginn der Proteste in Syrien mindestens 2700 Menschen ums Leben gekommen."

Wer hat sie gezählt? Die gleichen Leute die Saddam Husseins "Massenvernichtungswaffen" schon in London haben einschlagen sehen? Pudel Blair als Totenzähler? Wer immer hinter den Aufständen steht, Mossad, CIA, MI6, DGSE und BND mischen kräftig mit, um eine Invasion in Syrien zu rechtfertigen. Revolteure die grundlegende gesellschaftliche Veränderungen in einem Land herbeiführen wollen, befleißigen sich nicht der Hilfe ausländischer Legoknechte, die sich im Augenblick mit Gewalt gegen die Proteste der eigenen Bevölkerungen zur Wehr setzen. Die Einmischung kommt immer von außen um eigene Interessen zu bewachen. So auch in Syrien.

Von und aus Syrien kommen auch Berichte die eine andere Wirklichkeit beschreiben, von denen hier nichts zu hören ist. Das ist so, wenn Konzernmedien fälschlicherweise mit Qualitätsmedien verwechselt werden. Kritische Reiseberichte aus Syrien, die nicht den Vorstellungen westlicher Konzernmedien entsprechen, werden sogar von Webseiten wie Tlaxcala gelöscht. Zum Glück habe ich einen Bericht gespart. Er ist hier nachzulesen. Stimmt überhaupt nicht mit den Märchen aus Tausendundeinernacht übereins, die uns die Irren hiesiger Qualitäts-Redaktionen erzählen. Dazu noch die Geschichte eines US-amerikanischen Journalisten über den westliche Medienbetrug im Nahen Osten, und auch dem Dümmsten sollte klar werden, wer mit Massenmanipulationen die Welt in neue Kriegs- und Mordorgien treiben will. Man hat ja schließlich lange Übungen hinter sich.

FH
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