Montag, 10. Oktober 2011

OccupyFrankfurt mit Lafontaine als Gallionsfigur? Warum eigentlich nicht?


Mit Oskar Lafontaine, hat sich zwar kein Revolutionär, eine Spezies die ja in Deutschland sowieso nicht vorkommt, aber immerhin ein populärer und brillianter Redner und Volkstribun zu Wort gemeldet und meint, die Menschen hierzulande sollten ebenfalls auf die Straße gehen und gegen die Diktatur der Finanzmärkte demonstrieren. Und Tausende taten es bereits am symbolträchtigsten Ort in Deutschland wo die Finanzmafia heimisch ist, im Frankfurter Bankenviertel.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Der Kampf von 99 Prozent Werteschaffender gegen 1 Prozent Kapitalabzocker beginnt sich jetzt zaghaft auch in Deutschland zu formieren. Er kann sich aber ohne jede Frage zu einer machtvollen Bewegung über das ganze Land entwickeln. Es sind viele die die Schnauze voll haben, von aknebelasteten Finanzwelpen über "Sachzwänge" einer Scheinwelt belehrt zu werden, die sich parasitär auf Kosten der Lebensbedingungen in der realen Welt ernähren.

Für einen "globalen Aktionstag" wird nun auf Facebook die Werbetrommel gerührt und "Occupy Frankfurt"-Anhänger wollen sich am 15. Oktober in der Frankfurter City dem Demonstrationszug anschließen. Aufgerufen dazu haben die spanische Demokratiebewegung "Democracia Real Ya" und die deutsche Organisation Attac.

Das Grundgesetz ist außer Kraft gesetzt. Kanzleramtsminister und Choleriker Pofalla läuft Sturm gegen Abgeordnete, die sich auf das im Grundgesetz verbriefte Recht beriefen, wonach Abgeordnete in ihren Entscheidungen nur ihrem Gewissen verantwortlich sind, als sie im Bundestag gegen eine Ausweitung des europäischen Banken-Rettungsschirm votierten. Für Merkel und ihren Pofalla gilt: Gewissen nur wenn es im Einklang mit der Finanzwelt tickt.

Die Demokratie herrscht in Europa nur auf dem Papier. Parlamente und Regierungen haben sich das Regieren schon lange abgewöhnt und folgen nur noch den Befehlen der Finanzwelt. Um es mit dem ehemaligen Bundesbankpräsidenten Tietmeyer auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos 1995 zu sagen: „Meine Herren, sie alle sind nun der Kontrolle der internationalen Finanzmärkte unterworfen“. Tosender Beifall, auch der anwesenden Parlamentarier. Wie, und nun will's keiner gewesen sein?

Eben, und im wirklichen Leben benötigen Demonstranten auch tüchtige Redner die sie wachhalten, anfeuern und die Demonstrationslust nicht absaufen lassen. Da hätte Oskar Lafontaine doch wieder eine Aufgabe zu meistern. Nur, der Mann lässt sich nicht so leicht an die Kandare nehmen und seine Alleingänge können ganz schön anstrengend sein.

FH

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