Mittwoch, 9. November 2011

Der Iran fordert die IAEA auf: Veröffentlicht auch die "gefälschten" Dokumente, auf denen der Bericht basiert!

Schon vor der Veröffentlichung des aktualisierten IAEA-Berichtes zum iranischen Atomprogramm wurde auf einer der britischen Regierung nahestehenden Website versucht, eine Stellungnahme des iranischen Außenministers als unglaubwürdig abzutun.

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi erklärt, der angekündigte neue IAEA-Bericht beruhe auf "gefälschten" Angaben

Von Farhad Pouladi, Teheran
middle east online, 06.11.11

Der aktualisierte Bericht der International Atomic Energy Agency / IAEA über das Atomprogramm des Irans, der nächste Woche vorgelegt wird und als Vorwand für einen Überfall Israels (auf den Iran) dienen könnte, beruht nach einer am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme des iranische Außenministers Ali Akbar Salehi auf "gefälschten" Angaben.

Nach Aussage von Diplomaten, die der IAEA angehören, wird in dem aktualisierten Bericht, der am Dienstag oder Mittwoch veröffentlicht werden soll, behauptet, der Iran habe theoretische Studien zur Entwicklung von Atomsprengköpfen betrieben und dazu passende Raketen entwickelt.

"Nach meiner Kenntnis können die vorgelegten Dokumente nicht echt sein. Wenn die IAEA aber auf einer Veröffentlichung besteht, soll sie sich damit beeilen. Es ist besser, sich auf eine Gefahr einstellen zu können, als immer nur darauf warten zu müssen," wird Salehi von mehreren iranischen Tageszeitungen zitiert.

Seine Anmerkungen machte er am Samstag auf einer Pressekonferenz in Teheran, die anlässlich eines Besuchs des burundischen Außenministers Augustin Nsanze stattfand.

"Wir haben schon wiederholt betont, dass die (von der IAEA) angezogenen Dokumente jeder Grundlage entbehren. Man kann ja zum Beispiel auch Geld fälschen, es bleibt aber Falschgeld. Diese Dokumente sind wie Falschgeld," erklärte Salehi.

Er fügte hinzu: "Die IAEA bewertet das Atomprogramm des Irans nicht nach technischen oder juristischen Gesichtspunkten, sondern nur nach politischen. Wenn die IAEA sich auf eine technische oder juristische Beurteilung beschränken würde, müsste sie bestätigen, dass (unser Atomprogramm) vollkommen transparent ist."

Israel will den Bericht offensichtlich als Vorwand für Luftangriffe auf die Atomanlagen des Irans nutzen, zumindest deuten die heftigen Spekulationen, die in den letzten Tagen in den israelischen Medien darüber angestellt wurden, darauf hin.

Der israelische Präsident Shimon Peres drohte am Samstagabend, weil die Geheimdienste damit rechneten, dass der Iran bald Atomwaffen besitze, werde ein Angriff auf den Iran "immer wahrscheinlicher".

Nach Medienberichten hat Israel gerade eine "ballistische Rakete" getestet und eine große Zivilschutzübung durchgeführt, die aber nicht der Kriegsvorbereitung gedient haben soll.

In dem aktualisierten IAEA-Bericht wird der Iran nicht offen beschuldigt, sein Atomprogramm – das nach Angaben Teherans ausschließlich friedlichen und zivilen Zwecken dient – für militärische Zwecke zu missbrauchten.

Trotzdem hat ein westlicher Diplomat in Wien erklärt, die vorgelegten Beweise seien so erdrückend, dass sie der Iran kaum als Fälschungen zurückweisen könne, wie er das bisher immer getan habe.

IAEA-Chef Yukiya Amano hat bereits in einer im September veröffentlichen Erklärung mitgeteilt, er sei zunehmend besorgt über die "mögliche militärische Dimension" des iranischen Atomprogramms; der IAEA lägen "ergiebige und umfangreiche Beweise" dafür vor.

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de


(Wir haben den bei middle east onlline, einer der britischen Regierung nahestehenden Online-Datenbank (s. http://83.245.7.78/english/?section=contact), veröffentlichten Artikel komplett übersetzt und mit Ergänzungen in runden Klammern versehen. Unter dem Deckmantel angeblich objektiver Berichterstattung wird versucht, alle Aussagen der iranischen Regierung sofort als unglaubwürdig zu diskreditieren. Deshalb steht "gefälscht" in Anführungszeichen, und deshalb werden die noch nicht einmal vorliegenden "Beweise" als "erdrückend, ergiebig und umfangreich" bezeichnet, um jede kritische Nachfrage sofort im Keim zu ersticken. So "objektiv" sind die westlichen Medien!)

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