Dienstag, 1. November 2011

Kapitalismuscrash - Griechenland versucht's mit Demokratie


Eigentlch kann ich mir nicht vorstellen, dass die europäische Geld- und Machtelite nichts von alledem vorher schon mitgekriegt hat bevor Ministerpräsident Giorgos Papandreou seinen Coup landete und das griechische Volk zum Entscheidungsträger machen will. So nahe waren wir noch nie mit einem demokratischen Akt den Slogan "Wir zahlen nicht für eure Krise" Wirklichkeit werden zu lassen.

Wenn wir für einen Augenblick mal darüber hinwegsehen, dass das internationale Kapital nichts zulassen wird, was seine totalitäre Machtstellung irgendwie gefährden könnte, im Falle eines Falles setzt man sowieso seine Armeen gegen die eigenen Bevölkerungen ein, so ist jetzt der Augenblick gekommen, wo demokratische Verhältnisse, auch bei vollem ARD-ZDF-RTL-BILD-WELT-SPIEGEL-WAZ-USW-Einsatz, nicht länger herbeigelogen werden können. O.k. Volksabstimmungen, so wird man sagen, sollen in einer "parlamentarischen Demokratie" nicht stattfinden. Besonders dann nicht, wenn die Frage zu schwer für die Wasserträger elitärer Versager ist.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Diese Alleskönner der Wirtschafts- und Finanz(un)wissenschaften, denen schon die Verständnislosigkeit geradezu aus den Augen quillt, wenn das böse Wort "Transaktionssteuer" auf den Tisch kommt, malen gleich das Schreckgespenst der Kapitalauswanderung an die Wand. Wo kämen wir denn dann hin? Auf der anderen Seite, wo wollen die denn hin? Irgendwo müssen auch diese Geisterfahrer bleiben. In ein Nichts auflösen? Das geht beim Geld. Bei Menschen ist das schwieriger. Bezahlen für das was sie angerichtet haben? Geht doch gar nicht. Am Ende bleibt es immer beim Letzten kleben. So - genau so - haben wir den Kapitalismus und das Prinzip der Geldschöpfung erfunden. Allein die "Schöpfung" lassen wir uns nicht aus der Hand nehmen. Fragt mal den lieben Gott, warum der immer noch so viele Gläubige(r) hat. Wer schöpft, bestimmt wo es lang geht. Oder wie der Bankier Mayer Anselm Rothschild es ganz flott ausdrückte: „Erlaubt mir, das Geld eines Staates auszustellen und zu kontrollieren, und es ist mir egal, wer seine Gesetze macht.“   John Kenneth Galbraith einer der einflussreichsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts, Wirtschaftsberater von US-Präsident Kennedy, fand den „Vorgang, mit dem Banken Geld erzeugen, so simpel, (einfach), dass der Geist ihn kaum fassen kann.“ Da hält sich das Erstaunen in Grenzen, wenn mit solcher Einfachheit mit Billionen Dollar, an Börsen gewettet und manipuliert werden kann, beispielsweise auf die Entwicklung von Aktien- und Devisenkursen, sog. Derivate. Man findet eine Menge solcher Gaukeleien unter dem Sammelbegriff "Finanzprodukte". Na ja, "Produkt", das ist ja schon mal was.

Viele Finanz"produkte" tragen zur wirtschaftlichen Entwicklung nicht nur nicht bei, sondern sind direkt schädlich für Mensch und Realökonomie. Darüber offen zu diskutieren, was in einer "demokratischen" Gesellschaft möglich sein sollte, aber nicht ist, da in diesem System die Ausbeutung des Menschen durch Menschen, richtig schön perfektioniert wurde. Das lassen sich die Ausbeuter, ohne ihnen Feuer unterm Hintern zu machen, nicht so ohne weiteres nehmen. Woodrow Wilson, ehemaliger Präsident der USA, wird mit dem Satz zitiert: „Einige der größten Männer in den USA, zugange in Handel und Herstellung, haben Angst vor etwas. Sie wissen, dass es eine Macht gibt, so organisiert, subtil, aufmerksam, verzweigt und allumfassend, dass sie besser nur flüstern, wenn sie ihre Stimme gegen sie richteten.“ Und er meinte mit Sicherheit nicht gewählte Politiker, sondern unkontrollierte Machthaber aus der "Geldschöpfungsindustrie".

Während in Deutschland das große Zittern vor einer Geldentwertung ausgebrochen ist, "wir zahlen nicht deren (Griechenlands) Schulden", frage ich mich leise: Wer ist wir? Wir sind Papst und jetzt sind wir auch Deutschland und wir wollten doch eigentlich nicht eure Schulden zahlen.

Dabei ist zu lesen, Griechen bunkern offenbar 200 Milliarden Euro in der Schweiz. Hier handelt es sich nicht um die Griechen, sondern um griechische Kapitalisten, die diese 200 Milliarden nicht durch harte Arbeit verdient haben, sondern mit Sichherheit größtenteils durch gar nichts. Börsenwetten, beispielsweise, die der Wirtschaft nichts gebracht haben. Das internationale Kapital ist, wie der Name schon sagt, international und seine Eigentümer, die Kapitalisten, ebenso. Staaten hält sich die Kapitalmafia nur aus einem einzigen Gund: Er soll sie davor schützen, ihr durch Ausbeutung zusammengeraubtes Kapital an die eigentlichen "Schöpfer" von Werten abtreten zu müssen. Dem arbeitenden Volk.

Wie es jetzt funktioniert, ist am "Fall" Griechenland deutlich nachvollziehbar. Nun soll Volkseigentum, wie Inseln, Häfen, Akropolis usw. privatisiert werden, damit das Gebot der persönlichen Bereicherung auch in Zeiten der schlimmsten Finanzkrise zum Tragen kommt. Die, die die Krise verursacht haben werden nicht nur schadlos gehalten, sie werden auch reicher sein als sie es vor dem Crash waren, wenn sie ihn hinter sich gelassen haben.

Und wir? Wir dürfen empört sein und es bedauern, nicht zu den Ausbeutern zu gehören, anstatt ihnen, ich sage es mal ganz friedlich: "den Marsch zu blasen".

FH
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