Sonntag, 6. November 2011

Schmierenkomödiant ARD


Das ARD-Agitpropensemble haut mal wieder den Lukas und treibt besorgt eine neualte Sau durch's Dorf der Kümmernis. Ortega, so titelt die öffentlich-rechtliche Journaille des deutschen Qualitätsjournanilsmus, tritt in Nicaragua gegen die Verfassung an. Donnerwetter, das hatten wir doh schon einmal im Nachbarland Honduras als der gewählte Präsident Zelaya mit geneigter Unterstützung der USA vom in den USA ausgebildeten Militär durchgeführten Putsch abgesetzt wurde. Der Putsch 2009 war das Werk des rechtesten Abschaums der herrschenden Elite, wurde von den USA finanziert und als offizieller Grund für diesen Akt der Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates, wurde sich auch auf die Verfassung berufen.

Zelaya hatte nämlich die "Unverfrorenheit" besessen, dass er die Honduraner per Volksabstimmung darüber befragen wollte, ob bei den nächsten Wahlen gleichzeitig ein Referendum über die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung durchgeführt werden solle. Volksbefragungen sind immer ein Risiko für Eliten, besonders wenn es sich um Abschaum handelt, und Uncle Sam muss man nicht gerade drängen etwas gegen fremde Völker zu unternehmen, sondern er nimmt alles was notwendig ist selbst in die Hand. Macht es diskret, drängt sich nicht ins Blitzlicht bedeutungsloser Kameras, zieht aber alle notwendigen Strippen im Hintergrund, bei dem auch der eine und andere sein Leben lässt, damit bloß nicht der Volkswillen zum Tragen kommt. Man ist ja, zum Teufel nochmal, so um die Verfassung besorgt. Nicht die eigene, sondern Verfassungen anderer Staaten. So auch der amtliche Verstärker deutscher Politik und Machthaber, die ARD.

Neben den üblichen Verdächtigungen aus der Gerüchteküche der ARD, wie "marxistischer Caudillo dem es nur um die eigene Macht gehe", "Laut Verfassung dürfte sich der Präsident eigentlich gar nicht zur Wiederwahl stellen" und ein 80-jähriger Gegenkandidat darf sich auch noch zu Wort melden, der in der Journaille als "Radiomodeator" vorgestellt wird, bei Amerika21 als "rechter Medienunternehmer": "Zum einen ist der Kandidat Ortega illegal und illegitim. Zum anderen wurde vielen Bürgern der für die Wahlen notwendige Ausweis verweigert. Das zeigt, wie viele Unregelmäßigkeiten es gibt. Wie sollen wir da die Wahlen anerkennen? Ich zumindest kann das nicht." Qualitätsjournalismus vom feinsten.

Und überhaupt drückt der Journaillenschuh dort wo es weh tut. Letzte Umfragen sehen Ortega weit vorn weil die "Armen ihn wegen der Sozialprogramme unterstützen", konstatieren die Verarscher der ARD am Ende erbost, "und könnte diesmal doch glatt die absolute Mehrheit gewinnen". Was daran falsch sein soll, sich um die Armen zu kümmern, anstatt der Bourgeoisie noch mehr in den Rachen zu werfen, darauf bleiben die ARD-Komödianten die Antwort schuldig.

Zum Schluss hätte ich noch eine Frage in die Runde. Bezahlt ihr eigentlich für den Scheiß irgendwelche Gebühren?

FH
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