Montag, 28. November 2011

Staatseigener Propaganda- und Lügensender lenkt mal wieder ab

Mowitz
Während die NATO Anfang des Jahres den Auftrag übernahm, die hegemonischen Interessen des westlichen Kapitals in Libyen durchzubomben, wurden konzern- und staatseigene Propagandaschleudern unter der Parole: "Unser Ziel ist es, Zivilisten und von Zivilisten bewohnte Gebiete zu schützen, die von einem Angriff durch das Gaddafi-Regime bedroht sind", auf stromlinienförmige Berichterstattung getrimmt. Gelegentliche Betroffenheit der Slomkas und Buhrows lässt das Drehbuch für Nachrichtenmanipulation ausdrücklich zu. Dient es doch dazu dem Ganzen eine höhere Glaubwürdigkeit zu verleihen. Ein Muss bei der Präsentation von Märchenerzählungen.

Heute suhlt sich die Tagessau in der Überschrift: "Krieg gegen den Westen. Taliban setzen auf Kinder als lebende Bomben", vergisst dabei selbstverständlich zu erwähnen, dass es sich um einen Krieg des Westens gegen Afghanistan handelt, nicht umgekehrt, und außerdem die Taliban dringend von der hiesigen Obrigkeit benötigt werden, um den USA und ihren westlichen Vasallen den notwendigen Vorwand zu liefern, ihre Kriege führen zu können. Die verfolgen ja keinen anderen Zweck als den Erhalt und die Ausdehnung westlicher Vormachtsstellung. Ob die Taliban Kinder als lebende Bomben missbrauchen, oder die Kinder Opfer anderer Manipulateure sind, kann ich nicht beurteilen. Den Taliban ist viel zuzutrauen, wie auch politischen und militärischen Strategen sowie dem internationalen Kapital. Beispielsweise wurden vor einigen Tagen sechs Kinder bei einem Überfall der Nato auf ein Dorf in Kandahar ermordet und als es publik wurde von den Nato-Mördern als "bedauerlich" bezeichnet. Die Nato hat ungleich mehr Leben auf ihrem nicht vorhandenen Gewissen, als jedwede Terrororganisation, die häufig erst durch westliche Geheimdienste ins Leben gerufen werden.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Michael Parenti, ein marxistischer, promovierter US-amerikanischer Politologe, Historiker und Autor schrieb 2008 in einem Artikel "Afghanistan, eine weitere nicht erzählte Geschichte" u.a. über die Taliban:
"In Afghanistan selbst erkämpfte sich 1995 ein extremistischer Zweig des sunnitischen Islam, Taliban genannt, die Macht. Sie wurden großzügig von ISI und CIA finanziert und beraten und hatten die Unterstützung islamischer politischer Parteien aus Pakistan. Die Taliban übernahmen fast überall im Land die Macht und lockten die Stammesführer mit Drohungen und Bestechungen in ihren Schoß.

Die Taliban entfesselten eine Herrschaft von religösem Terror und setzten eine noch strengere Interpretation des muslimischen Gesetzes durch, als sie von den meisten Geistlichen in Kabul vertreten wurde. Alle Männer mussten einen ungeschnittenen Bart und die Frauen die Burka tragen, die sie einschließlich des Gesichtes vom Kopf bis zu den Füßen bedeckt. Personen, die den Anordnungen nicht schnell genug nachkamen, wurden vom Tugendministerium schnell und hart bestraft. Frauen, die wegen Misshandlung aus ihrem Haus flüchteten oder ihren Ehemann wegen Misshandlung anzeigten, wurden von den theokratischen Authoritäten schwer ausgepeitscht. Frauen wurden per Gesetz vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen, ihnen wurde praktisch jede medizinische Fürsorge versagt, sie waren von jeglicher Bildung und Möglichkeit, außerhalb des Hauses zu arbeiten, ausgeschlossen. Frauen, die als „unmoralisch“ angesehen wurden, wurden zu Tode gesteinigt oder lebendig begraben.

All das interessierte die Politiker in Washington, die glänzend mit den Taliban auskamen, nicht besonders. Bis 1999 zahlte die US-Regierung das Jahresgehalt eines jeden einzelnen Regierungsbeamten der Taliban. Erst im Oktober 2001, als Präsident George W. Bush für die Bombardierung Afghanistans die öffentliche Meinung auf seine Seite bringen musste, prangerte er die Unterdrückung der Frauen durch die Taliban an. Seine Ehefrau, Laura Bush, mauserte sich über Nacht zu einer ausgewachsenen Feministin und hielt eine öffentliche Ansprache, in der sie einige der Misshandlungen der Frauen in Afghanistan detailliert beschrieb."
Eines der wichtigsten Ziele der US-amerikanischen Kriegspropaganda besteht darin, sich ein "Feindbild zu erschaffen", eine "Gefahr von Außen" – personifiziert nach 911 durch Osama bin Laden – welche "Amerika bedroht".

Dieses Feindbild rechtfertigt nun einen Präventivkrieg gegen "islamische Terroristen", um das Vaterland zu verteidigen. Somit wird die Realität ins Gegenteil verkehrt: Die USA greifen nicht an, die USA werden angegriffen. Und die Tagesschau schreibt und erzählt uns "Krieg gegen den Westen". Pressefreiheit ist nicht die Freiheit zu lügen oder Freiheit die Wahrheit zu verschweigen. In besonders schweren Fällen ist das unter Strafe zu stellen.
Art. 26 Abs. 1 GG: Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.

FH

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