Montag, 14. November 2011

Wer infiltriert hier eigentlich?

Mowitz
Springers "Welt" sieht das Ansehen des wiedervereinigten Landes gefährdet. Rechtsterroristen haben jahrelang ungehindert in Deutschland operiert. "Unglaublich", fand dies das Blatt aus dem rechten Hause Springer.

Gerade ein Jahr ist es her, als der oberste Chefislamophobe des Hauses, Mathias Döpfner, uns sein verschisstoides Weltbild mit dem Weckruf: Der Westen und das höhnische Lachen der Islamisten erläuterte.

Die politische Landkarte ist nun einmal leider so gestrickt, dass weder Islamophoben, Antisemiten oder "Gutbürgerliche" merken, oder merken wollen, wann sie schon selbst dem Rechtsextremismus beigetreten sind. Das Menschenbild des Kapitalismus ist per Definition schon ganz weit rechts auszumachen.  Imperialismus, so wie der Westen es gerade in Libyen vorgemacht hat, ist Faschismus pur. Imperien werden gebaut um andere zu unterwerfen, ein faschistischer Akt der durch nichts zu entschuldigen ist.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Die gewaltsame Einmischung in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten ist nach dem Völkerrecht nicht erlaubt. Dennoch wird es von Staaten, die sich gerne selbst als "Rechtsstaaten" bezeichnen, permanent gebrochen. Staaten als Erfüllungsgehilfen von Kapitalinteressen. Was glaubt denn der Chefislamophobe Döpfner eigentlich, welche Gesinnungen hinter solchen Handlungen stecken? Rechte, linke oder gar keine? Nur ökonomische "Notwendigkeiten" anzuführen, zeigt nur wie locker der extremistische Eigentumsbegriff des Kapitalismus aufgegeben wird, wenn es der Eigenbereicherung dient.

Der ständig wiederholte Warnruf ”Nie mehr Faschismus”, ist sehr häufig gerade aus der rechten Medienecke zu hören. Er beschränkt sich in der Regel auf springerstiefeltragende, mit Hakenkreuz geschmückte und nationalsozialistische Schlagworte grölende Glatzköpfe. Dabei wird ausgeklammert, wie sich Faschismus ausgebreitet hat und  bereits Teil unserer Gesellschaft geworden ist. Faschismus ist in seiner Extremform eben auch die unprovozierten Kriege gegen den Irak, Afghanistan, Libyen und bald wohl auch Syrien und Iran.

Während Hunderttausende in Syrien gegen die Entscheidung der Arabischen Liga demonstrieren, die Mitgliedschaft Syriens auszusetzen, transportieren unsere Lügenbarone die Botschaft der Interessen des schwarzen Goldes im Nahen- und Mittleren Osten. Dabei behilflich sind wie immer die Geheimdienste aller Staaten. Und man hätte es wissen können, wenn man es hätte wissen wollte. Der über den Klee bewunderte Uraltkanzler Helmut Schmidt, sagte in einem Zeit-Interview von 2007:
"Ich traue inzwischen überhaupt keinem Geheimdienst mehr. Punkt.

ZEIT: Wie sind Sie denn zu dieser Einsicht gekommen?

Schmidt: Das sind arme Schweine. Die leiden unter zwei psychischen Krankheiten: Die eine Krankheit beruht darauf, dass sie für das, was sie tatsächlich leisten, niemals öffentliche Anerkennung bekommen. Es ist unvermeidlich so, sie müssen ja im Verborgenen arbeiten. Das deformiert die Seele. Die andere Krankheit beruht darauf, dass sie tendenziell dazu neigen, zu glauben, sie verstünden die nationalen Interessen des eigenen Landes viel besser als die eigene Regierung. Diese letztere Krankheit ist der Grund dafür, dass ich ihnen nicht traue. Ich war 13 Jahre lang Mitglied einer Bundesregierung. Ein einziges Mal habe ich den Chef des BND für zehn Minuten empfangen; das war einer, den ich kannte."
Dennoch setzen Politiker auf die "Erkenntnisse" dieser "armen Schweine", anstatt sie mit Schimpf und Schande vom Hof zu jagen.

FH

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