Freitag, 2. Dezember 2011

Deutschland auch nach 2014 am Hindukusch verteidigen

Mowitz

Das EhNaMag verbreitete heute, wie gestern, Nachrichten der besonderen Art. Während es gestern darum ging dem pösen Iran zu unterstellen er wolle sich im Falle eines US-Angriffes verteidigen und deshalb die Bundesanwaltschaft schon unterwegs war um den Verteidigungswillen des Irans zu untersuchen, kam schon Stunden später das Dementi des EhNaMag. Wenn Journaillen die Grenzen journalistischen Schwachsinns überschreiten entschuldigt man es anfangs noch mit einem versehentlichen Fehler, dem menschlichen Faktor. Die systemische Häufigkeit mit der bewusste Irreführungen der Leserschaft inzwischen an der Tagesordnung sind, sind weniger dem "menschlichen Faktor", als puren Kapitalinteressen geschuldet.

Die Rubrik "Afghanische Frau soll ihren Vergewaltiger heiraten" steht ganz im Zeichen der Verblödungskampagne der ehemaligen First Lady Laura Bush, die sich über Nacht zu einer Feministin mauserte und ihrem Mann zur Hilfe eilte, als er im Oktober 2001, für die Bombardierung Afghanistans die öffentliche Meinung auf seine Seite bringen musste. Es war das erste Mal, dass die Unterdrückung afghanischer Frauen durch westliche Regierungen angeprangert wurde. Ihr Schicksal interessierte sie damals so wenig wie heute.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Nein, das EhNaMag bereitet den medialen Acker für den Anspruch der Bundesregierung vor, sich dauerhaft am Hindukusch zu etablieren und, Donnerwetter auch, laut dem Beauftragten der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan, Michael Steiner, in Zukunft das Regime in Kabul "nicht allein zu lassen". Da werden die sich aber ganz mächtig freuen dürfen.
"Die Bundeswehr werde auch nach 2014 in Afghanistan stationiert bleiben, teilt der Verteidigungsminister mit - aber nur noch zwecks "Unterstützung" der afghanischen Streitkräfte. Die Lage im Land ist nach über zehn Jahren NATO-Krieg und Besatzung desolat: Täglich werden rund 70 Gewalttaten verübt, die Zahl toter Zivilisten erreicht jährlich neue Rekordhöhen. Analysen deutscher Think-Tanks stimmen darin überein, dass eine Besserung der Lage kaum zu erwarten ist; vielmehr sei das Abgleiten in einen umfassenden Bürgerkrieg oder aber der Aufbau eines "Islamischen Emirats" in den Jahren nach 2014 durchaus denkbar. Eine Ausweitung sogenannter gezielter Tötungen durch die NATO gilt Experten als sehr wahrscheinlich. Ungeachtet der sich stetig verschlimmernden Zustände in Afghanistan heißt es in Berlin, der Krieg gegen das Land sei durchaus "richtig" gewesen." gfp
Während das deutsche AA mit ihrem Chefpropagandisten Westerwelle an der Spitze, sich vor Begeisterung gar nicht mehr einkriegt und von den tollen Erfolgen der vergangenen zehn Jahren des Mordens schwadroniert,
"in Afghanistan seien noch nie so viele Kinder in die Schule gegangen, die Bildungs- und Entwicklungschancen der ganzen Bevölkerung seien besser als je zuvor." jW
ist die militärische Niederlage des imperialen Krieges mit etwa 150.000 hochgerüsteten westlichen Soldaten gegen eine Handvoll Kämpfer der Taliban ein Faktum. Die Toten gehen in die Zehntausende. Dieser Krieg unterscheidet sich in keiner Weise von anderen Kriegen. Nichts von dem was man wollte ist erreicht worden, außer einem Riesenprofit der Rüstungsindustrie, den die USA wiederum  mit einem ökonomischen Niedergang und einer Entwertung des Dollars bezahlen. Um diese Entwicklung zu wenden, müssen sie die nächsten Kriege auslösen und diesmal auch gewinnen. In Afrika sind sie bereits feste dabei die nächsten Kriege durchzuführen und irgendwann in näherer Zukunft, werden "Interessenskonflikte" zwischen europäischem und US-Kapital für "Furore" sorgen.

FH

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