Freitag, 30. Dezember 2011

Die größte Terrormacht sorgt sich

Mowitz
Wie vor einer Woche kurz in den Medien erwähnt wurde, ist die US-Regierung besorgt und hat an Forscher und Fachzeitschriften appelliert, Daten über ein im Labor entwickeltes Vogelgrippevirus unter Verschluss zu halten, damit der Bauplan der Killerviren nicht in terroristische Hände gelangt, womit man mit "terroristisch" nicht die eigene Regierung meint. Die Virologen Ron Fouchier in Rotterdam (Niederlande) und Yoshihiro Kawaoka im US-Staat Wisconsin (USA) haben das tödlichste Grippevirus aller Zeiten erschaffen, melden die Nachrichtenbüros, und könnten den Tod von Millionen Menschen verursachen. [1]. Das Vogelgrippevirus ist vom Typ H5N1. Für Menschen ist es hochgefährlich. Im Gegensatz zu der natürlichen Variante könnte es sich aber wie ein banaler Schnupfen verbreiten - mit weit dramatischeren Folgen. [2]

Nun spricht der venezolanische Staatschef Hugo Chávez den Verdacht aus, hinter einer angeblich rätselhaften Serie von Krebserkrankungen lateinamerikanischer Spitzenpolitiker könnten die USA stecken. Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner, ist an Schilddrüsenkrebs erkrankt und soll am 4. Januar 2012 in Buenos Aires operiert werden. In den letzten Jahren waren auch bei der brasilianischen Präsidentin Dilma Rouseff und dem Präsidenten von Paraguay Fernando Lugo, verschiedene onkologische Erkrankungen diagnostiziert worden. Chávez selbst hat sich seit dem Sommer mehreren Behandlungen in Kuba und Venezuela unterzogen und nach eigenen Angaben den Krebs besiegt.[3]

Hugo Chávez war der erste der die erkrankte argentinische Präsidentin Cristina Fernández anrief, um ihr seine Genesungswünsche zu übermitteln. Nach Angaben des lateinamerikanischen Fernsehsenders Telesur erregt er dabei Aufsehen mit der Vermutung: "Wäre das weit hergeholt, wenn sie (die USA) eine Möglichkeit entwickelt hätten, Krebserkrankungen hervorzurufen, ohne das jemand davon wüsste?" [4]

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Na ja, wem das auf den ersten Blick wie eine schlechte Verschwörungstheorie vorkommt, sollte daran erinnert werden, dass für die USA eigentlich nichts fremd ist, von dem sie glauben es dient ihren Interessen. So gaben sie Anfang Oktober vorigen Jahres offiziell zu, dass amerikanische Ärzte in den 40er-Jahren in Guatemala Testpersonen – hauptsächlich Prostituierte – zu Forschungszwecken absichtlich mit Gonorrhoe und Syphilis infiziert hatten. Insgesamt wurden 1300 Menschen absichtlich mit Gonnorhoe und Syphilis infiziert. Nur die Hälfte von ihnen erhielt eine gebührende Behandlung, mindestens 83 Menschen starben bei den medizinische Experimenten, die US-Wissenschaftler in den Jahren 1946 bis 1948 im zentralamerikanischen Guatemala anstellten. [5]

In Gesellschaften, die den Kapitalismus als die höchste Lebensform des menschlichen Daseins betrachten und die Aufgabe all ihres Strebens darin sehen, aus allem und alles "Geld zu machen" ist es selbstverständlich, dass Profiteure sich gerade da einfinden wo mit der Angst schnell und effektiv Gewinne gemacht werden. Man stelle sich vor, es ist Schweinegrippe, und keiner fühlt sich bedroht. Stell dir weiter vor, es gibt eine Impfung, die als bedrohlicher wahrgenommen wird als die Krankheit, vor der sie schützen soll. Haben wir alles schon gehabt.

Profiteure sind auch und gerade im Bereich der öffentliche Gesundheit, zu finden. Nach 9/11 floss besonders viel Geld auch in Richtung Abwehr biologischer Waffen. Briefe mit Milzbranderregern wurden an Nachrichtensender und Senatoren verschickt, fünf Menschen starben. Haupttäter war laut FBI übrigens der US-amerikanische Wissenschaftler Bruce Edwards Ivins, der sich mittlerweile das Leben genommen hat. Verurteilt wurde nie einer. [6]


Fußnoten

[1] Forscher züchten Killer-Virus

[2] Streit um Supervirus: USA fürchten Bioterrorismus

[3] Chávez vermutet Krebs-Attacke der USA

[4] Fernández äußert sich zu Krebs - Chávez spekuliert über USA

[5] US-Menschenversuche in Guatemala forderten 83 Tote - Kommissionsbericht

[6] Anthrax-Anschläge 2001

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen