Samstag, 31. Dezember 2011

Hurra - Geheimverhandlungen unter Terroristen

Mowitz
Mohammed Omar bekannt als Mullah Omar soll nach allgemeiner Lesart ein islamischer Fundamentalist sein, der zwischen 1996 und 2001 Anführer der Taliban war und de facto Staatschef des Islamischen Emirats Afghanistan. Die nach dem 11. September 2001 von den USA geforderte Auslieferung Osama bin Ladens lehnte Omar in einem Telefoninterview als „unislamisch“ ab und ist seit dem Sturz der Taliban auf der Flucht. Auf seine Ergreifung setzte die US-Regierung ein Kopfgeld in Höhe von 10 Millionen Dollar aus. [1]

Nun tröpfelt die Meldung verschämt übers Netz, dass Mullah Omar nicht länger auf der Liste der "meistgesuchten Terroristen" steht, sondern vom FBI von ihr entfernt wurde. Ayman Al Zawahiri und Hakimullah Mehsud bleiben aber auch weiterhin der Liste über die "meistgesuchten Terroristen" erhalten.

Der große "Weltpolizist", der edel auszog um afghanische Frauen von ihren Burkhas zu befreien, taumelt nun von einer Niederlage in die nächste und will schnellstens Afghanistan verlassen. Die USA wollten die Taliban an den Verhandlungstisch bringen, um den Konflikt in Afghanistan zu beenden. Berichten zufolge hatten die USA der Taliban die Kontrolle über den Süden Afghanistans angeboten, während der Norden von Kräften beherrscht werden sollte, die unter amerikanischen Einfluss standen.

Dies wurde jedoch von den Taliban abgelehnt.

Nach 10 Monaten geheimer Gespräche mit der afghanischen Taliban, sagten hochrangige US-Beamte die Gespräche hätten einen "kritischen Punkt" erreicht, und sie würden bald wissen, ob ein Durchbruch möglich sei um konkrete Friedensgespräche, mit dem Ziel den Krieg zu beenden, einleiten zu können.

Die Vereinigten Staaten sollen auch gegenüber der Überführung einer unbestimmten Anzahl Taliban-Gefangener aus dem Guantanamo Bay Militärgefängnis, in afghanischen Gewahrsam, positiv eingestellt sein.

In der Vergangenheit hatten US-Diplomaten etwa ein halbes Dutzend Sitzungen, vor allem in Deutschland und Doha, mit Vertretern von Omar durchgeführt. [2]

Noch im Mai 2011 wurde von westlichen Nachrichtenstuben die Erkenntnis verbreitet, nach Angaben des afghanischen Geheimdienstes wäre Taliban-Chef Mullah Omar seit Tagen verschwunden. Auch andere Taliban könnten ihn nicht kontaktieren. Zuvor waren Berichte aufgetaucht, nach denen Omar tot sei. Die Taliban dementierten dies. Ihr Anführer befände sich im Heiligen Krieg in Afghanistan, hieß es vor etwa einem halben Jahr. Oder saß er selbst mal in Deutschland, mal in der Hauptstadt von Katar und verhandelte? [3] Mai 2011, war der Monat, an dem Osama bin Laden angeblich zum X-ten Mal ermordet und anschließend im Meer versenkt wurde. Sagt man zumindest. Alles bewerkstelligt mit 'ner halben Division Elitesoldaten, Direktübertragung ins Weisse Haus, Hillary Clinton mit entsetztem Gesicht, Hand vorm Mund, (hier im Bild), und weiteren Weisungsbefugten. [4]

Und nun? Nun wartet der Iran auf den beschlossenen Überfall Israels und der größten Terrormacht der Welt. Inzwischen liefern westliche Kriegsgewinnler ihre Vernichtungsmaschinen für Milliarden und Abermilliarden Dollars und Euros ins Krisengebiet, inklusive deutscher Wertarbeit. Wieder wird ein sinnloses Morden losgetreten und nicht eins von den vorgegebenen Zielen erreicht werden. [5], [6]

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Kriege werden viel mehr gemacht, als sie entstehen -
wer da mit magischen Geschichten kommt, hat viel zu gewinnen im Kriege -
und wenig zu verlieren. Kurt Tucholsky


FH

Fußnoten

[1] Mohammed Omar
[2] Mullah Omar no more FBI’s most wanted
[3] Taliban dementieren Tötung - Mullah Omar verschwunden?
[4] Osama und die Geister des 11. September: Der Beweis, dass Obama lügt
[5] Panzer-Deal mit Saudi-Arabien
[6] USA rüsten Verbündete in Nahost massiv auf

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