Donnerstag, 15. Dezember 2011

Nach Lindners Rücktritt - what makes the difference?

Mowitz

Der Spaß-Partei des Geldes, die sich zehn Jahre lang eine Container-Labertasche als Freiheitsstatue und obersten Spaßvogel leistete, ist der Generalsekretär abhanden gekommen. Christian Lindner wurde von der Mainstream, nach dem Abbruch der Freiheitsstatue, als die eigentliche Nr. 1 der Spaßpartei gefeiert, der allerhand Qualitäten nachgesagt wurden.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Ob er sie hat, wage ich zu bezweifeln, denn mit der grundlegenden Eigenschaft die für das politische Überleben in einer Karriere-Demokratur wichtig ist, einem ordentlichen Durchsetzungsvermögen, ist er nicht ausgestattet. Steher- und Aussitzereigenschaften, intellektuell wenig reizvolle Qualitäten, aber zur Durchsetzung politischer Ziele, falls die FDP überhaupt noch welche hatte, außer Arbeitgeberinteressen zu bedienen und dem Kapital zu Füßen zu liegen, sind sie unabdingbar.

Lichtgestalten stehen bei der FDP unter Artenschutz, da sie vom Aussterben bedroht sind. Genau genommen, es gibt keine mehr. Das Auslaufmodell Rainer Brüdele versucht wacker in zahlreichen, seichten Talkshowauftritten zu überzeugen, was bei seiner Ausstrahlung, die nicht über die eines Knäckebrots herausragt, keine müde Maus mehr aus ihrem Loch hervorlockt. Die Partei der grauen Herren von der Zeitbank, neigt sich dem Ende entgegen. Nur jung sein, wie Lindner, Rösler, Koch-Mehrin reicht als Qualifikation auf Dauer nicht aus.

Insgesamt gilt für das gesamte Parteien-Establishment, nicht nur der FDP, dass sie seit Jahren schon von einer programmatischen Leere befallen ist, die eintrat als man politische Ideologien an der Gardeorbe für politische Erneuerung ablegte und gegen  Einheits-Pragmatismus eintauschte. Ideologie war so was von  "OUT", dass nur Kapitalisten klug genug waren ihre zu behalten, zu radikalisieren und zu verfeinern. Heute ist der Staat, dank ihrer ideologischen Zielstrebigkeit, fest in der Hand des Kapitals. Anstelle der klassenbewussten, kämpferischen Arbeiterklasse, die für ihre Rechte und Forderungen streikend und kämpfend auf die Straße ging, wurde das Prekariat der Verzagten geschaffen, das aus lauter Angst vor einem Arbeitsplatzverlust, verlernte für seine Interessen aufzustehen sich in Gewerkschaften zu organisieren und nicht mit der Mütze in der Hand um Almosen zu bitten.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Christian Wulff, der Mann mit den feuchten Händen, die er sich permanent in der Öffentlichkeit aus Dankbarkeit reiben muss, steht nicht im Verdacht etwas ungesetzliches getan zu haben, als er um die bescheidene Summe von 500.000 Euro bei der Kapitalistengattin Edith Geerkens als Darlehen nachsuchte. So etwas kann in guten Kreisen durchaus mal vorkommen, wenn man sich den Gang zur Bank und eventuell anfallende Bearbeitungsgebühren ersparen will. Wulff, der erste Mann im Staate, ein Ideologe als Pragmatiker.

FH

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