Freitag, 30. September 2011

Merkel fordert unverblümt Abschaffung der parlamentarischen Demokratie

Mowitz
Tendenziell sind Ränder schwer zu entfernen. Sie sitzen häufig auch noch nach jahrelangem Waschen gut sichtbar für jeden, der nicht Kartoffeln auf den Augen hat, in Ober- und Unterwäsche. Sogar in Hosenanzügen.

So auch bei der ehemalige Sekretärin für Agitation und Propaganda (Agitprop) in der DDR, Angela Merkel. Sie will den vom Volk gewählten Parlamentariern, in Europa und Deutschland, die Ausübung ihres vornehmsten demokratischen Rechts entziehen, nämlich das Recht souverän über nationale Steuern und Haushalte zu bestimmen und in einem demokratischen Prozess zu beschließen. Nun sind die Verursacher des Finanzcrashs dort angekommen, wohin sie schon immer wollten: Den Staat zu übernehmen.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Die Plattform welche die Ex-Agitprop-Sekretärin nutzte um die deutsche Öffentlichkeit über diese Absichten, etwas verklausuliert, in Kenntnis zu setzen war mit großer Sorgfalt gewählt. Auf einer sogenannten Regionalkonferenz in Karlsruhe, enthielten sich die baden-württembergischen CDU-Cleverles kritischen Nachfragen, zumal nach dem gerade abgeschlossenen Papst-Besuch in Deutschland Merkel geradezu euphorisch abhob, und gegen demokratische Werte die "christlichen" Wurzeln ihrer Partei herausstellte. Aus ihnen, so schwadronierte die Agitprop-Frau,
„ziehe die Partei seit 65 Jahren unverändert ihre Kraft. Die sittlichen und geistigen Kräfte des Christentums bildeten die Basis des Handelns. „Daraus leitet sich alles ab.“
Dann der Knaller:
Merkel fordert Etat-Zugriffsrechte bei Defizitsündern
Wenn Länder sich nicht an die EU-Vorgaben hielten, müsse das Recht bestehen, "diese Haushalte für null und nichtig" zu erklären
Widerspruch bei den  anwesenden Parteimitgliedern, darunter auch etliche Parlamentarier, was zumindest vermutet werden darf, regte sich überhaupt nicht. Die machten anscheinend bei ihrer finalen Entmachtung freudestrahlend mit und ihre Rolle beschränkte sich auf die von Claqueuren aus den Talkshows. Man durfte applaudieren. Bereits jahrelang haben Wünsche, Befehle und Drohungen des Großkapitals die Parlamente als Gesetze verlassen. Allerdings tat man bisher immer noch so, als hätte die Politik das Heft des Handelns in der Hand. So will Merkel nun klare Verhältnisse schaffen und die  Bürger können sich bald den anstrengenden Gang ins Wahllokal ersparen. In einem Land mit bereits jetzt 50 und weniger Prozent Wahlbeteiligung, ist das ein folgerichtiger Schritt bei der Überwindung der inneren Teilung in Wähler und Nichtwähler. Deutschland "einig Vaterland" à la Agitprop-Merkel.

Das urdemokratische Recht der Völker sich selbst zu besteuern wird somit ausgehebelt und in die Hände des durch und durch undemokratischen Kapitals gelegt. Bereits am 16.06.2005 anlässlich der Festveranstaltung „60 Jahre CDU“ in Berlin machte die Vorsitzende der CDU darauf aufmerksam, dass wir wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie haben.

FH

Gegenmeinung: Übergang in den Totalitarismus...

Mittwoch, 28. September 2011

Der Niedergang der USA

Von John Atcheson
Common Dreams.org, 15.09.11

Wir haben die Verpflichtung, Bigotte und Ignoranten daran zu hindern, … die Vereinigten Staaten unter ihre Kontrolle zu bringen. – Clarence Darrow im Skopes-Prozess
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Herzlich willkommen in den untergehenden, ehemals großen USA, in einem Staat, der sich wirtschaftlich und moralisch im freien Fall befindet, in einem Staat, der einem Kult aus Habgier, Selbstsucht und Ignoranz verfallen ist.

Dieser Staat versucht zwar an dem Glauben an seine eigene "Einzigartigkeit" festzuhalten, lässt aber gerade alles verkommen, was ihn einmal einzigartig gemacht hat.

Die USA waren einmal führend in den Naturwissenschaften. Heute aber sind die meisten US-Amerikaner naturwissenschaftliche Analphabeten [Informationen dazu hier, und eine der großen politischen Parteien – die Republikaner – lehnen die Wissenschaft und die Wissenschaftler als zu "elitär" ab. Viele Forschungsbudgets werden gekürzt. Die Raumfähre hat ihren letzten Flug absolviert. Wissenschaftler, die sich mit dem Klimawandel befassen, werden verteufelt oder nicht ernst genommen, obwohl Stürme bisher ungekannter Stärke, Hitzewellen und Dürreperioden unser Land verwüsten und eine Schneise der Zerstörung auf unserem Planeten hinterlassen.

Einst hat uns alle Welt um unsere Infrastruktur beneidet. Unsere Flugzeuge, unsere Eisenbahnen, unsere Highways, unsere Dämme und Brücken, unsere Wolkenkratzer und Kommunikationssysteme setzten die Maßstäbe, an denen sich andere Länder orientierten. Die dazu notwendigen Investitionen schufen gut bezahlte Jobs und verhalfen vielen US-Bürgern zu Wohlstand. Jetzt zerbröckelt die US-Infrastruktur und liefert nur noch Pointen für traurige Witze.

Die in den USA geltenden Gesetze und Vorschriften wurden einmal als Voraussetzungen für eine zivilisierte und prosperierende Gesellschaft anerkannt. Auf ihrer Grundlage entstanden transparente Märkte, verlässliche Wertpapierbörsen und sichere Spielfelder für alle Mitspieler: Der erwirtschaftete Reichtum wurde gerechter zwischen Arbeitern und Managern aufgeteilt, die Arbeitsplätze waren sicher und die Arbeitsbedingungen human, sogar die Umwelt wurde geschont, damit man gut darin leben konnte. Heute glauben die meisten US-Amerikaner, dass Auflagen der Regierung die Wirtschaft zerstören. Sie glauben sogar, die Plutokraten, die alle Regularien außer Kraft gesetzt und damit den erfolgreichsten, Wohlstand erzeugenden Wirtschaftsmotor der Welt zerstört haben, seien die "Schöpfer von Arbeitsplätzen" und die Quelle des früher geteilten Wohlstandes, der jetzt aus den Brieftaschen der vielen in die Tresore weniger verschwindet.

Das US-Bildungssystem war einmal ein hervorragendes Instrument zur Volksbildung. Während es unsere Universitäten schaffen, ihre Spitzenplätze – teilweise auch durch die Anlockung talentierter ausländischer Studenten (und Professoren) zu behaupten, sind unsere K-12-Programme (die Erziehung vom Kindergarten bis zum 12. Schuljahr wenig erfolgreich.

Was verbindet alle genanten Bereiche miteinander?

Sie bildeten gemeinsam die Quelle unseres nationalen Wohlstands, und sie wurden ganz oder teilweise von der Regierung finanziert.

Aus der von der Regierung finanzierten Forschung entsprang ein Strom von Neuerungen: die landwirtschaftliche Revolution, die Raumfahrtindustrie, die Computerindustrie, das Internet, die wichtigsten Entwicklungen bei den Arzneimitteln und in der Gesundheitsfürsorge und das GIS-System. Als die Investitionen flossen, gab es genug Jobs, und der Wohlstand wuchs. Aber heute werden die Geldhähne zugedreht, und das Saatgut wird aufgegessen.

Die Investitionen der Regierung in Washington, der Regierungen der Einzelstaaten und der Kommunalverwaltungen in die Energieversorgung, die öffentlichen Verkehrsmittel, die Kommunikationsnetze und die Wasserversorgung flossen durch daraus erlöste Einnahmen wieder zurück. Jetzt verrottet unsere Infrastruktur, während die Arbeiter, die sie instand hielten, arbeitslos sind und halb leere Lastwagen den Schlaglöchern auf unseren Highways ausweichen.

Aus der ganzen Welt flossen Investitionen in die USA, angelockt von der Gewissheit, dass unsere geordneten Finanzmärkte nicht nur vertrauenswürdig und transparent waren, sondern auch vernünftig und verantwortungsbewusst mit dem Geld anderer Leute umgingen. Jetzt gilt auf unseren Märkten – wie einst im Wilden Westen – nur noch das Faustrecht; wenige Gewinner zocken viele Verlierer ab, und Anlagen sind so sicher wie Einsätze an einem manipulierten Roulette-Tisch in Las Vegas.

Und was ist mit der Bildung? Schauen wir uns Kalifornien an, das seit vierzig Jahren einen Glaubenskrieg gegen die Besteuerung führt. Bevor Reagan dort Gouverneur wurde, nahm der Staat den Spitzenplatz bei den Bildungsausgaben ein, und das Studium an Colleges und Universitäten war kostenlos. Jetzt befinden sich die Kindergärten und Schulen dieses Staates bei Rankings ziemlich weit unten in der Liste, und die College-Kosten sind explodiert. Seit Reagan seinen "Regierungsstil" nach Washington verpflanzt hat, sind auch die anderen Einzelstaaten seinem Beispiel gefolgt.

In dieser Woche haben sich zwei wichtige Vorkommnisse ereignet, die bezeichnend für den Niedergang der USA sind. Auf einer Versammlung der republikanischen "Tea Party" bejubelte eine johlende Menge den Vorschlag, dass man einen kranken Menschen, der sich keine Krankenversicherung leisten kann, einfach sterben lassen sollte. Außerdem berichtete die Volkszählungsbehörde, dass die Armut in den USA ihr höchstes Niveau seit 1993 erreicht hat. In absoluten Zahlen leben jetzt mehr US-Amerikaner unter der Armutsgrenze als jemals zuvor in unserer Geschichte.

Diese beiden Ereignisse hängen miteinander zusammen. Wenn Habgier unser moralischer Kompass wird, dann sterben Toleranz und Mitmenschlichkeit, und das Wohlergehen aller beleibt auf der Strecke. Alan Grayson verglich die Anhänger der Tea-Party in Florida am Montagabend mit den Römern im Kolosseum, die forderten, die Christen den Löwen zum Fraß vorzuwerfen.

Das ist eine passender Vergleich. Die Patrizier, die alle Plutokraten waren, haben die aufregenden Spiele (in römischen Arenen) organisiert und bezahlt, um die Menschen mit grausamen Vorführungen von sich abzulenken. Heutzutage haben die Plutokraten die Medien gekauft und hetzten das Volk mit einem nie abreißenden Strom von "Reality-Shows" auf, damit es den Tod der Regierung (in Washington) fordert, die einmal den meisten US-Bürgern zu Wohlstand verholfen und alle – nicht nur ein paar fette Kater – repräsentiert hat.

Jubelt nur weiter, ihr US-Bürger! Ihr solltet aber auch bedenken, dass ihr euren eigenen Untergang bejubelt, wenn nicht ein Wunder geschieht und ihr euch gegen die Direktoren erhebt, die den Zirkus managen, zu dem unsere Politik verkommen ist.

Artikel von John Atcheson sind auch schon der New York Times, der Washington Post, der Baltimorer Sun, den San José Mercury News, dem Memphis Commercial Appeal und in verschiedenen Fachzeitschriften erschienen. Er arbeitet zur Zeit an einer Roman Trilogie zum Klimawandel. Buchbesprechungen, die John Atcheson verfasst hat, werden auf Climateprogress.org veröffentlicht und sind aufzurufen über http://thinkprogress.org/?s=John+Atcheson&x=4&y=5. Seine E-Mail-Adresse lautet: jbatcheson@gmail.com

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Dienstag, 27. September 2011

Dick Cheney muss es wissen - "Ich fürchte weitere Anschläge"

Mowitz
Cheney im ehNaMag: Waterboarding keine Folter, sondern eine Vernehmungstechnik.

Deutschland gibt viel zu wenig für sein Militär aus und ist, wie die meisten Nato-Partner, kein ernsthafter Partner.

Kriege haben zu höheren Ausgaben geführt, gewiss, sind aber nicht ursächlich für US-Amerikas gigantische Verschuldung verantwortlich. Die Schuldenmacherei wird durch die teuren Sozialprogramme, Sozialhilfen und staatliche Krankenfürsorge für Arme verursacht. Halleluja, Dick! Die Armen sind's mal wieder, wer sonst?

Selbst war er zwischen 1995–2000 Vorstandsvorsitzender von Halliburton, erhielt durch „verzögerte Zahlungen“ 2005 von Halliburton 211.465 US-Dollar, wohingegen er für seine Regierungstätigkeit als Vizepräsident 205.031 US-Dollar verdiente. Halliburton bekam für den Irak, ohne öffentliche Ausschreibung, Exklusivverträge von der US-Regierung für Dienstleistungen für die US-Army im Irak. Halliburton wird vorgeworfen massiv überzogene Preise zu verlangen. Richtig, Dick! Immer die Armen.

In den 5 Jahren seiner Tätigkeit für Halliburton stieg der Auftragswert von Projekten für die Regierung von 1,2 Milliarden auf 2,3 Milliarden US-Dollar.

In diese Zeit fällt der Balkan-Krieg mit umfangreichen Regierungsaufträgen für Halliburton/ KBR, sowie lukrative Aufträge im Zusammenhang mit dem „Oil-for-Food“-Programm für Irak.

Im Dezember 2010 teilte die Korruptionsbehörde Nigerias mit, gegen Dick Cheney wegen Korruption Anklage zu erheben. Die Vorwürfe beträfen Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit dem Bau einer Flüssiggasanlage durch den US-Energiekonzern Halliburton im Süden Nigerias. Insgesamt sollen zwischen 1995 und 2005 Schmiergelder von 182 Millionen Dollar geflossen sein. Ein Schelm der Böses dabei denkt.

Als heller Kopf, der er war, brach er ein Studium in Politikwissenschaften an der Yale University nach drei Semestern aufgrund von schlechten Noten wieder ab und wurde 1962 zweimal wegen Trunkenheit im Verkehr verhaftet und zu Geldstrafen verurteilt.

Im Übrigen ist er Mitglied einer ehrenwerten US-Gesellschaft.

FH

Sonntag, 25. September 2011

Die Spaßgesellschaft frisst ihre Spaßvögel

Mowitz
Spaß ist, wenn man trotzdem lacht.

Den größten Spaß leisteten sich die westlichen, durch gemeinsame "Werte" brüderlich verbundenen Gesellschaften, als sie nach gewonnenem Krieg und auf US-Befehl, den Kapitalismus zur Einheitsreligion in ihrem Herrschaftsbereich inthronisierten und den Kampf gegen den real existierenden Gegenentwurf einläuteten. Nun ja, regionale Namensunterschiede als Beweis für "demokratische Freiheiten" im Kapitalismus, waren gestattet. Die Bonner Republik, bezeichnete ihren Kapitalismus, in Anlehnung an den Rheinischen Karneval, als den Rheinischen. So hatte man doch glatt die ersten Assoziationen zur Spaßwirtschaft kreiert und konnte nun, im klaren Schein abgeworfener Nebelkerzen, die Systemüberlegenheit gegen den real existierenden Klassenfeind zelebrieren. Wichtig dabei waren laufende PowerPoint Präsentationen die Hans Christian Andersens Märchen von des Kaisers neue Kleider zum Vorbild hatten, und den Leuten ein und dasselbe, mal als Marktwirtschaft, mal als Freie Marktwirtschaft oder gar als Soziale Marktwirtschaft andrehten.

Als der real existierende Klassenfeind, zumindest temporär, von der Bildfläche verschwand, traten New Economy, Kasinokapitalismus, Globalisierung, Neoliberalismus und Raubtierkapitalismus auf der Bühne der Volksverarschung auf, um ihre Spielchen zu treiben. Was sollen komasaufende Ballermänner, die inzwischen zum Rückgrat der Spaßgesellschaft avanciert sind, dem auch entgegensetzen? Wenn die von "Klasse" hören denken sie an den Klassenerhalt für ihre Fußballvereine oder im besten Fall an die Schulklasse ihrer Kindheit oder ihrer Kinder. Alles andere wäre ja Ideologie die zum Klassenkampf führen könnte und das wäre nach Denkvorgabe des Establishments ein nicht mehr zeitgemäßer Vorgang.

Nur der Milliardär Warren E. Buffet, den seine im Finanzkasino gewonnenen Milliarden nicht miesepetrig werden ließen, bricht mit diesem Tabu. Ganz unzeitgemäß und leise erinnert er daran, dass der Klassenkrieg in aller Stille noch quicklebendig ist: "Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen" und überführt ungestört weiter Milliarden in sein Portefeuille. Immer weniger haben immer mehr.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Die Vielen die folgerichtig immer weniger haben, kümmert es nicht wirklich, und außer larmoyantes, sich am Stammtisch "empört" geben, passiert gar nichts. Hauptsache man darf noch bei sogenannten Events in den Fußballarenen singend und schunkelnd kickenden Jungmillionären zujubeln und seinen Frust an "Verrätern" wie Manuel Neuer auslassen. Die Brüllaffen von heute sind morgen die im Müll nach Nahrung suchenden Altersarmen.

Die Saat der von der Versicherungswirtschaft gekauften Mietmäuler der Riester-Rürup-Raffelhüschen-und-vieler-anderer Rentenlügner, geht langsam auf. In Ländern wo man bereits schon sehr viel länger als in Deutschland Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in private Fonds anlegt, schrillen zur Zeit die Alarmglocken.

Im königlichen "Wohlfahrtsstaat" Schweden rinnen die Beiträge zu Renten- und Lebensversicherungen immer schneller in den Sand. Die Krise ist so ernst, dass die Versicherungen die Finanzaufsicht wöchentlich über ihre Situation informieren müssen. In den letzten drei Jahren, hat man die Rente jedes Jahr gekürzt. Damit die Rentner sich ruhig verhielten hat man ihre Steuern gesenkt. Jetzt senkt man keine Steuern mehr, aber die Rentenkürzung geht unverdrossen weiter. Die Finanzkrise nebst "Markt" lassen grüßen. Verantwortlich ist niemand. Wieso auch? Die Globalisierung oder den Markt kann man doch nicht zur Verantwortung ziehen! Deren Funktion ist, als anonymer Klassenschutz für Buffet, Soros & Co. zu dienen. Diejenigen die an diesem maroden System noch verdienen, sind die Direktoren der Versicherungswirtschaft. Trotz herber Verluste der Fonds und damit geringerer Renten für die Versicherten, scheffeln sie auch weiterhin Millionen aus dem schrumpfenden Nachlass.

FH

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Gegenmeinung: An die Weltöffentlcihekit: die Wahrheit über Griechenland

Was haben die Kritiker gegen die Argumente der Experten vorzubringen, die nach der Wahrheit über den 11.09. suchen?


Von Paul Craig Roberts
Global Research, 13.09.11

Die kurze Antwort auf die Frage in der Überschrift lautet: Nichts!

Die Kritiker der Menschen, die nach der Wahrheit über die Anschläge am 11. September 2001 suchen, haben außer Angriffen auf die persönliche Integrität dieser Wahrheitssucher keine stichhaltigen Argumente vorzuweisen.

Lassen Sie uns untersuchen, was Ted Rall, Ann Barnhardt und Alexander Cockburn an den Wahrheitssuchern auszusetzen haben.

Zunächst wollen wir aber definieren, wer die (echten) Wahrheitssucher sind.

Das Internet hat es möglich gemacht, dass jeder X-Beliebige eine Website anlegen und nach Herzenslust Leute beschimpfen oder wilde Spekulationen anstellen kann. Unter den Website-Betreibern gibt es auch eine große Anzahl von Spinnern, die Verschwörungstheorien über den 11.09. verbreiten.

Sowohl unter denen, die an die offizielle Story über den 11.09. glauben, als auch unter denen, die sie anzweifeln, gibt es viele Ignoranten. Keine Seite schreckt davor zurück, ihre Ignoranz öffentlich zu demonstrieren.

Beide Seiten verbreiten Verschwörungstheorien, auch wenn sie sich völlig konträr zum 11.09. äußern. Die Anschläge am 11.09. kamen durch eine Verschwörung zustande, unabhängig davon, ob man sie für einen Insider-Job hält, oder daran glaubt, dass eine Hand voll Araber den kompletten westlichen Geheimdienstapparat, das NORAD und die US-Air Force ausgetrickst hat.

Wenn beide Seiten einander als Verschwörungstheoretiker verunglimpfen, dann erinnert das an den Esel, der einen anderen Esel Langohr nennt.

Es geht nicht um Beschimpfungen, sondern um Beweise.

Die 9/11 Truth Movement (die Bewegung der nach der Wahrheit über den 11.09. Suchenden) wurde nicht von Bloggern geschaffen, die auf ihren Websites herumräsonieren. Sie wurde von bekannten Architekten und Ingenieuren ins Leben gerufen, die selbst schon Stahlskelett-Wolkenkratzer entworfen haben. Sie wird unterstützt von angesehenen Wissenschaftlern wie dem an der Universität in Kopenhagen forschenden Nano-Chemiker Niels Harrit, der 60 wissenschaftliche Veröffentlichungen vorzuweisen hat, und von dem (in den USA lebenden) Physiker Steven Jones. Zu ihr gehören auch Piloten der US-Air Force und kommerzieller Luftfahrtgesellschaften, die Experten für das Steuern von Flugzeugen sind. Sie wird von Feuerwehrmännern mitgetragen, die in den Zwillingstürmen waren und persönlich die zahlreichen Explosionen gehört haben – auch die Explosionen in den Untergeschossen. Zu ihr gehören Familienmitglieder der Opfer des 11.09., die wissen wollen, warum es zu den schrecklichen Anschlägen am 11.09. kommen konnte?

Wenn ein Physiker beweist, dass das Gebäude 7, das nicht von anderen Gebäuden ver - deckt war, mit Fallgeschwindigkeit eingestürzt ist und NIST zugeben muss, dass er recht hat ist, können Sie Ihr Leben darauf verwetten, dass der Physiker sich nicht irrt.

Wenn Feuerwehr-Hauptmänner und Arbeiter der Aufräumungsfirma berichten, noch Wochen und Monate nach dem Einsturz der Gebäude (rotglühenden) geschmolzenen Stahl in den Trümmer gefunden zu haben, und ihre Aussagen durch Fotos belegt sind, können Sie Ihr Leben darauf verwetten, dass es den geschmolzene Stahl tatsächlich gegeben hat. Wenn die Feuerwehr angibt, riesige Mengen Löschmittel und Wasser auf den geschmolzenen Stahl gepumpt zu haben, ohne ihn merklich abkühlen zu können, dann können Sie Ihr Leben darauf verwetten, dass die Temperatur noch lange nach dem Einsturz der Gebäude viel höher war, als sie in einem nur durch einen Brand zerstörten Gebäude hätte sein dürfen.

Wenn sich Architekten, Ingenieure und Wissenschaftler äußern, bieten sie keine Theorie dafür an, wer für die Anschläge am 11.09. verantwortlich sein könnte. Sie stellen nur fest, dass die ihnen vorliegenden Beweise weder das von NIST gelieferte Erklärungsmodell (für den Einsturz der Gebäude) noch die Untersuchungsergebnisse der 9/11 Commission bestätigen. Sie sagen nur, dass die von der Regierung verbreitete Erklärung (zum Einsturz der Gebäude) nachweislich falsch ist, und dass es einen (unabhängige) Untersuchung geben muss, wenn wir die Wahrheit über die Vorkommnisse (am 11.09.) erfahren wollen.

Es handelt sich nicht um eine Verschwörungstheorie, wenn vorliegende Beweise untersucht werden und dabei festgestellt wird, dass diese Beweise die offizielle Erklärung nicht unterstützen.

Das ist die Position der Wahrheitsbewegung zu den Anschlägen am 11. September 2001.

Welche Position nehmen die Kritiker der Wahrheitsbewegung ein? Ted Rall behauptet: "Alles was ich auf den Websites der Wahrheitssucher gelesen und gesehen habe, kann jeder, der über Grundkenntnisse in Physik und Architektur verfügt, ganz einfach widerlegen. Ich habe drei Jahre an einer Ingenieurschule studiert."

Toll! Dann ist er ja bestens qualifiziert. Hat Rall jemals ein Hochhaus mit Stahlskelett entworfen? Könnte Rall sich auf einen wissenschaftlichen Disput mit einem Professor der Nano-Chemie einlassen? Könnte er in einem Streitgespräch mit Physikern die Newtonschen (Fall-)Gesetze widerlegen? Weiß Rall, wie (große Passagier-)Flugzeuge gesteuert werden? Kann er erklären, warum 100 Feuerwehrmänner und Hauswarte in Polizeiberichten dokumentierte Explosionen gehört haben, die es überhaupt nicht gegeben haben soll?

Offensichtlich verfügt Ted Rall nicht über die nötigen Qualifikationen, um die Aussagen von Experten, deren Kenntnisse sein spärliches Wissen weit übertreffen, überhaupt beurteilen zu können.

Ann Barnhardt schreibt: "Ich muss Ihnen sagen, ich habe die Nase voll von diesen Wahrheitssuchern, die immer noch in den Ereignissen am 11.09. herumstochern. Wenn es ein Phänomen in unserer schwer erkranken Kultur gibt, das am besten zeigt, wie innerlich zerrissen unser Volk ist, dann sind das diese Leute, die immer noch an dem Untersuchungsbericht über den 11.09. zweifeln. Sie verkörpern alles Negative: Selbsthass, Antisemitismus, fehlende physikalische Grundbildung und die totale Unfähigkeit zu logischem Denken." Und in dem Stil geht es dann weiter.

Ist das nicht unglaublich? Physik-Professoren soll "die physikalische Grundbildung" fehlen. International anerkannte Wissenschaftler sollen "unfähig zu logischem Denken" sein. Menschen, die mit wissenschaftlichen Methoden nach der Wahrheit suchen, sollen unter "Selbsthass" leiden. Wer die Darstellung der Regierung anzweifelt, könnte auch ein Antisemit sein. Was Frau Barnhardt ihren Lesern dann noch über Physik, Architektur, Bautechnik und das Verhalten von Stahl unter Hitzeeinwirkung erzählt, ist absoluter Quatsch.

Offensichtlich hat Frau Barnhardt null Ahnung von den Sachverhalten, über die sie herumschwadroniert; trotzdem schreckt sie in ihrer grenzenlosen Selbstüberschätzung nicht davor zurück, angesehene Wissenschaftler und Experten persönlich zu verunglimpfen. Mit einem Video von sich selbst setzt sie dem Ganzen die Krone auf; darin reißt sie mit eingelegten Speckstreifen markierte Seiten aus einem Koran und zündet sie an.

Jetzt kommen wir zu Alex Cockburn. Er ist ganz bestimmt nicht dumm. Ich kenne ihn. Er ist ein angenehmer Gesellschafter. Er ist fähig zu anspruchsvoller Konversation, und ich mag ihn. Trotzdem zieht er arrogant über hoch qualifizierte Experten her, die Beweise zur Widerlegung von Behauptungen in der offiziellen Story der Regierung über den 11.09. vorgelegt haben.

Alex geht nicht auf die von den ausgewiesenen Experten gefundenen Beweise ein, er greift zur Parodie. Er schreibt, die Verschwörungstheoretiker behaupteten, die Zwillingstürme seien "zusammengekracht, weil hunderte von Cheneys Agenten genau platzierte Sprengladungen angebracht haben".

Es ist kaum zu bezweifeln, dass irgendwelche Blogger im weltweiten Internet das behaupten. Die Fachleute, die Beweise dafür erbracht haben, dass Aussagen in dem offiziellen Bericht (der 9/11 Commission) nicht stimmen können, tun das aber nicht. Die Experten sagen einfach, dass vorliegende Beweise die offizielle Erklärung nicht unterstützen. Erst kürzlich hat ein internationales Team von Wissenschaftlern eindeutige Beweise für die Verwendung von Brandbeschleunigern und Sprengstoffen vorgelegt. Sie haben nichts darüber ausgesagt, wer sie platziert haben könnte. Sie haben auch angeboten, ihre Erkenntnisse von anderen Wissenschaftlern durch Wiederholung ihrer Nachforschungen überprüfen zu lassen. Nachdem Alex diese Experten als "Verschwörungsköche" diffamiert hat, wirft er ihnen vor "kein Szenario für die angebliche Verschwörung" vorgelegt zu haben.

Außerdem glaubt kein einziger der Experten daran, dass die Türme (Stockwerk für Stockwerk) "durchgesackt" sind. Das war eine frühe Erklärung, die, glaube ich, versuchsweise von NIST geliefert wurde; sie musste inzwischen aber wieder aufgegeben werden, weil die Gebäude in Fallgeschwindigkeit einstürzten und weil noch andere (bisher vernachlässigte) Probleme aufgetaucht sind.

Anders als Rall und Frau Barnhardt bezieht sich Alex wirklich auf "Beweise", die aber nur Gerüchte aus zweiter oder dritter Hand sind und sich leicht widerlegen lassen. Zum Beispiel schreibt Alex, Chuck Spinney habe ihm gesagt: "Es gibt Bilder, die zeigen, wie das Flugzeug von Flug 757 in das Pentagon einschlägt. Sie wurden von der Überwachungskamera auf dem Hubschrauberlandeplatz des Pentagons aufgenommen, der rechts neben der Einschlagstelle liegt. Ich habe Fotos und Filme gesehen. Ich habe das Einschlagen des Flugzeuges nicht persönlich miterlebt, aber der Fahrer des Vans, der mich gerade zum South Parking (zum südlichen Parkplatz) gebracht hat, war so dicht dabei, dass er die entsetzten Gesichter der Passagiere hinter den Flugzeugfenstern sehen konnte."

Wenn es Bilder oder Videos gäbe, die zeigen, wie ein Verkehrsflugzeug in das Pentagon einschlägt, wären sie längst veröffentlicht worden. Sie wären auf jeden Fall der 9/11 Commission vorgelegt worden. Warum sollte sich die Regierung seit 10 Jahren weigern, Bilder freizugeben, die ihre Version bestätigen? Das FBI hat alle Filme von allen Überwachungskameras (in der Nähe des Pentagons) beschlagnahmt. Niemand durfte sie bisher sehen, schon gar nicht ein Pentagon-Kritiker wie Spinney.

Außerdem müsste der Van-Fahrer schärfere Augen als ein Adler haben, um den Gesichtsausdruck der Passagiere hinter den kleinen Bullaugen eines Flugzeuges sehen zu können, das mit etwa 500 Meilen pro Stunde an ihm vorbeigeflogen sein müsste. Machen Sie selbst einen Versuch. Setzen Sie sich einmal auf Ihre Eingangstreppe und versuchen Sie, den Gesichtsausdruck von Autoinsassen durch die viel größeren und durchsichtigeren Scheiben eines Autos zu erkennen, das mit nur 30 Meilen pro Stunde an Ihnen vorbeifährt. Denken Sie sich diese Geschwindigkeit 16,7 mal schneller; das wären dann die 500 Meilen pro Stunde, und Sie könnten allenfalls einen Schatten vorbeihuschen sehen.

Der andere Beweis, den Alex anführt, um zu belegen, dass die Experten, die nach der Wahrheit über den 11.09. suchen, sich nur etwas "zusammengekocht" haben, ist ein Brief, den ihm Herman Soifer geschrieben hat; dieser behauptet ein Statiker im Ruhestand zu sein und "den Zusammenbruch der Gebäude 1 und 2 kurz und bündig erklären" zu können. Soifer, der "die Pläne und das Konstruktionsprinzip der Türme " zu kennen vorgibt schrieb an Alex: "Die Türme waren eigentlich hohle Röhren." Diese Zeitungsente wurde vor Jahren widerlegt. Alex hätte nur die Pläne der Gebäude "googeln" müssen, um zu entdecken, dass sie keine dünnwandigen Röhren waren, sondern ein Skelett aus massiven Stahlträgern hatten.

Alex geht also das Risiko ein, anerkannte Experten als "Köche " abzuqualifizieren, weil ein Van-Fahrer entsetze Gesichter von Passagieren in einem mit 500 Meilen pro Stunde vorbeirasenden Flugzeug gesehen haben will, und weil er einem Briefschreiber vertraut, der eine völlig falsche Vorstellung von der inneren Struktur der eingestürzten Gebäude hat; das bedeutet, dass er viel risikobereiter ist, als ich es bin.

Bevor ich es wagen würde, Architekten, die schon zahlreiche Hochhäuser mit Stahlskeletten errichtet haben, als "Köche" zu bezeichnen, müsste ich viel mehr über ihr Fachgebiet wissen, als ich bisher weiß. Bevor ich mich über Nano-Chemiker und Physiker lustig machen würde, müsste ich wenigstens im Stande sein, ihre Veröffentlichungen zu lesen (und zu verstehen), um ihnen Fehler in ihrer wissenschaftlichen Argumentation nachweisen zu können.

Dazu ist allerdings keiner der Kritiker fähig, die Menschen lächerlich zu machen versuchen, die der offiziellen Story über den 11.09. mit Skepsis begegnen. Warum maßen sich Rall, Frau Barnhardt oder Cockburn ein Urteil über einen Nano-Chemiker an, der über 40 Jahre Berufserfahrung verfügt und 60 wissenschaftliche Veröffentlichungen vorweisen kann?

Eigentlich sind sie dazu nicht in der Lage, tun es aber trotzdem. Sie zögern nicht, Urteile über Sachverhalte zu fällen, von denen sie keine Ahnung haben, oder die sie offensichtlich nicht verstehen (wollen). Das ist ein interessantes psychologisches Phänomen, das untersucht und analysiert werden müsste.

Ein anderes interessantes Phänomen sind die starken emotionalen Reaktionen vieler Menschen auf den 11.09. – auf ein Ereignis über das sie nur so wenige (verlässliche) Informationen haben. Sogar die Vorsitzenden der 9/11 Commission haben sich darüber beklagt, dass ihnen Informationen vorenthalten wurden, und dass sie scheitern mussten (weil die USRegierung keine wirkliche Aufklärung wollte). Leute, welche die von NIST gelieferte Erklärung verteidigen, wissen noch nicht einmal, was sie verteidigen, weil sich NIST weigert, die Details der Simulation zu veröffentlichen, auf die NIST seine Erklärung stützt.

Es gibt keine ernstzunehmende Debatte über den 11.09.2001. Auf der einen Seite gibt es ausgewiesene Experten, die auf Probleme im offiziellen Untersuchungsbericht hinweisen, und auf der anderen Seite gibt es blinde Eiferer, welche die Experten als "Verschwörungstherotiker" diffamieren. Die Experten gegen sorgfältig vor und sind sehr vorsichtig mit ihren Aussagen, während ihre Verleumder jede Sorgfalt und Vorsicht in den Wind schlagen. Das ist der Stand der Debatte.

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Mehr zum Thema:
Nachtwandler: AE911Truth: EXKLUSIVES INTERVIEW mit Physiker Jeff Farrer

Donnerstag, 22. September 2011

Israels langjährige Bemühen dem Frieden keine Chance zu geben

Mowitz
Alle schwammigen, freundlichen und dennoch verlogenen Erklärungen zur Lös- oder auch Unlösbarkeit des Konfliktes zwischen Palästina und Israel, gipfelten in Obamas Sätzen vor den Vereinten Nationen: "Nicht durch Resolutionen, sondern nur durch Gespräche mit Israel könnten sie einen selbständigen Staat erreichen," und "Amerikas Verpflichtung für die Sicherheit Israel ist unerschütterlich." Der Rest ist Makulatur.

Schauen wir mal wie ein ausgesprochener Kenner der Szene, der israelische Journalist Gideon Levy, in einem Artikel in der israelischen Zeitung HAARETZ, deutsche Übersetzung des Artikels hier, die Zuverlässigkeit Israels, eingegangene Verträge einzuhalten, einschätzt und machte dies u.a. an Israels Friedensvertrag mit Ägypten und dem Osloer Abkommen deutlich:
"Vor zweiunddreißig Jahren hat Israel einen Friedensvertrag mit Ägypten geschlossen, in dem es sich verpflichtet hat, "die legitimen Rechte des palästinensischen Volkes anzuerkennen" und innerhalb von fünf Jahren die Schaffung einer Autonomiebehörde zu ermöglichen, die allein für die Verwaltung der West Bank und des Gaza-Streifens zuständig sein sollte. Das ist nicht geschehen (weil die West Bank immer noch von der israelischen Armee besetzt ist). Oder: Vor achtzehn Jahren unterzeichnete der Premierminister Israels die Osloer Abkommen, in denen sich Israel verpflichtet hat, in Gesprächen mit den Palästinensern innerhalb von fünf Jahren eine verbindliche Vereinbarung über deren Status bei gleichzeitiger Lösung der Kernprobleme zu treffen. Auch das wurde nicht umgesetzt."
Auch bei der Dämonisierung Arafats waren israelische Regierungen jeder Kulör nicht sonderlich wählerisch in ihren Mitteln und beschuldigten ihn, das "einzige Hindernis zu sein, das einem Frieden mit den Palästinensern im Weg stand." Der Mann segnete das Zeitliche - aber Israel bewegte sich trotzdem nicht einen Millimeter in Richtung realistischer Friedensverhandlungen.

Israel behauptete, dass sofort eine Lösung möglich sei, wenn der Terror aufhöre. Der Terror hörte auf – und wieder tat sich nichts. Und so geht es seit Jahrzehnten. Israel will die Kapitulation seiner Nachbarn, nicht nur der Palästinenser, um eine Vormachtsstellung im ressourcenreichen Nahen und Mittleren Osten einzunehmen. Dazu benötigt es die bedingungslose Hilfe und Unterstützung der Vereinigten Staaten. Netanjahu vergisst auch nie die USA an gemeinsame Interessen zu erinnern, welche immer die auch sein sollten.
Israel und die USA haben gemeinsame Interessen und wir werden gemäß den gemeinsamen Interessen handeln, die für Israel von essenzieller Wichtigkeit sind“
Und wenn  es drauf ankommt sind Israels Interessen nicht nur mit denen der USA eng verknüpft, sondern auch mit denen der übrigen westlichen Neoimperialisten. So macht es einen Sinn, wenn der Westen Israels Verbrechen regelmäßig nicht nur kleinredet, sondern selbst auch aktiv souveräne Staaten überfällt, wie im Augenblick sehr schön bei Libyen  zu beobachten ist. Die Deutschen waren diesmal etwas zurückhaltender als üblich und wurden heftig dafür gescholten. Mit der Instrumentalisierung  der Morde an europäischen Juden für eigene, israelisch-imperialistische Ziele im Nahen und Mittleren Osten, glauben israelische Herrschercliquen, die Palästinenser mit völkerrechtswidrigem Landraub, Kriegen und Morden, bis zur endgültigen Vertreibung der Palästinenser aus ihrem eigenen Land, ungestraft überziehen zu können.

Die Deutschen hatten ihren Postkartenmaler Hitler, dessen Verbrecherregime es auf knappe Dutzend Jahre, anstatt der angestrebten Tausend Jahre, brachte. Israel zählt jetzt einen rechtsextremen, ehemaligen Saalordner, Avigdor Lieberman, als seinen Außenminister in seinen Reihen. Und das seit etlichen Jahren. Zwölf Jahre sind es allerdings noch nicht.

FH

Israel will keinen Palästinenser-Staat. Basta!

Von Gideon Levy
HAARETZ.com, 15.09.11
Am Mittwoch veröffentlichte eine Koalition israelischer Friedensorganisationen eine Liste mit 50 Gründen für die Anerkennung eines Palästinenser-Staates durch Israel. Würden nicht fünf Gründe dafür ausreichen? Was wäre die Alternative, wenn der Himmel über uns einzustürzen droht?

Was werden wir nächste Woche vor den Vereinten Nationen der Welt erzählen? Was könnten wir überhaupt sagen? Sowohl vor der UN-Generalversammlung als auch vor dem UN-Sicherheitsrat werden wir völlig nackt dastehen: Israel will keinen Palästinenser-Staat. Basta! Und es kann kein einziges stichhaltiges Argument gegen die Errichtung und die internationale Anerkennung eines solchen Staates vorbringen.

Werden wir nur sagen, dass wir dagegen sind? Vier Premierminister, darunter auch Benjamin Netanjahu, haben erklärt, sie seien für einen Palästinenser-Staat und wollten ihn durch Verhandlungen ermöglichen; warum haben sie es dann nicht getan?

Wollen wir wieder das Argument vorbringen, dass wir einseitige Maßnahmen ablehnen? Was ist einseitiger als die Siedlungen, die wir weiterhin (auf palästinensischem Gebiet) bauen? Oder werden wir vielleicht erneut betonen, dass der Weg zu einem Palästinenser-Staat nur über Ramallah und Jerusalem und nicht über New York führt, wie das gerade die US-Außenministerin getan hat? Der Staat Israels selbst wurde doch auch mit Hilfe der Vereinten Nationen geschaffen.

Nächste Woche wird für Israel die Stunde der Wahrheit schlagen, oder genauer gesagt, dann wird sein Betrug offenkundig werden. Gleichgültig, ob der Präsident, der Premierminister oder der Botschafter Israels vor den Vereinten Nationen sprechen wird, auch der geschickteste Redner wird den Vertretern der Staaten der Welt die israelische Logik nicht vermitteln können; keiner der drei wird im Stande sein, die anderen Staaten davon zu überzeugen, dass sie Israels Position akzeptieren müssen.

Vor zweiunddreißig Jahren hat Israel einen Friedensvertrag mit Ägypten geschlossen, in dem es sich verpflichtet hat, "die legitimen Rechte des palästinensischen Volkes anzuerkennen" und innerhalb von fünf Jahren die Schaffung einer Autonomiebehörde zu ermöglichen, die allein für die Verwaltung der West Bank und des Gaza-Streifens zuständig sein sollte. Das ist nicht geschehen (weil die West Bank immer noch von der israelischen Armee besetzt ist).

Vor achtzehn Jahren unterzeichnete der Premierminister Israels die Osloer Abkommen, in denen sich Israel verpflichtet hat, in Gesprächen mit den Palästinensern innerhalb von fünf Jahren eine verbindliche Vereinbarung über deren Status bei gleichzeitiger Lösung der Kernprobleme zu treffen. Auch das wurde nicht umgesetzt. Die meisten Bestimmungen der Vereinbarung sind inzwischen obsolet geworden – überwiegend durch die Schuld Israels. Was will der Vertreter Israels vor den Vereinten Nationen dazu sagen?

Jahrelang behauptete Israel, Jassir Arafat sei das einzige Hindernis, das einem Frieden mit den Palästinensern im Weg stehe. Arafat starb – und wieder geschah nichts. Israel behauptete, dass sofort eine Lösung möglich sei, wenn der Terror aufhöre. Der Terror hörte auf – und wieder tat sich nichts. Israels Ausreden wurden immer durchsichtiger, und die nackte Wahrheit kam immer deutlicher ans Licht. Israel will keine friedliche Lösung, weil damit die Errichtung eines Palästinenser Staates verbunden wäre. Das kann vor den Vereinten Nationen nicht länger abgestritten werden. Und was erwartet der israelische Premierminister Netanjahu in diesem Fall von den (führenden) Palästinensern? Dass sie damit zufrieden sind, mit ihm gemeinsam auf einem Foto zu erscheinen – wie mit Ehud Barak, Ehud Olmert und Tzipi Livni – das dann wieder nichts bewirkt?

In Wahrheit haben die Palästinenser nur drei Optionen und nicht vier: Sie könnten sich bedingungslos ergeben und mindestens weitere 42 Jahre unter israelischer Besetzung leben. Sie können eine dritte Intifada starten. Sie könnten auch versuchen die Welt für ihre Interessen zu mobilisieren. Sie haben sich für die dritte Option entschieden, die auch aus israelischer Sicht das kleinste aller Übel ist. Was könnte Israel dagegen vorbringen – dass es ein einseitiger Schritt sei, weil die USA das auch gesagt haben? Israel war nicht dazu bereit, den Siedlungsbau (auf palästinensischem Gebiet) einzustellen und durch diese eigene einseitige Maßnahme den Friedensprozess wieder in Gang zu setzen. Was blieb den Palästinenser übrig? Nur die internationale Arena. Und wenn ihnen das nicht weiterhilft, bleibt ihnen nur noch ein weiterer Volksaufstand in ihren besetzten Gebieten.

Die Palästinenser auf der West Bank – heute sind es bereits 3,5 Millionen – werden es nicht hinnehmen, dass ihnen die Bürgerrechte weitere 42 Jahre vorenthalten werden. Wir sollten uns auch darauf einstellen, dass die Welt das nicht mehr hinnehmen wird. Wie wollen Netanjahu oder Schimon Peres erklären, dass den Palästinensern kein eigener Staat zusteht? Dafür gibt es kein einziges Argument. Warum wollen wir dann immer noch einen Palästinenser-Staat verhindern? Wir haben doch gerade erlebt, dass ein längeres Zuwarten nur die Möglichkeiten für alternative Lösungen in der Region reduziert. Damit fällt auch diese faule Ausrede weg.

Gestern hat eine Koalition israelischer Friedensorganisationen eine Liste mit 50 Gründen für die Anerkennung eines Palästinenser-Staates durch Israel veröffentlicht. Würden nicht fünf Gründe dafür ausreichen? Was wäre die Alternative, wenn der Himmel über uns einzustürzen droht? Kann irgendjemand, kann Peres oder Netanyahu, ernstlich behaupten, die feindliche Einstellung unserer Nachbarn zu uns hätte sich nicht abgeschwächt, wenn wir die Besetzung schon früher beendet und die Gründung eines Palästinenser-Staates zugelassen hätten?

Die Wahrheiten sind so grundlegend und so banal, dass es schmerzt, sie ständig zu wiederholen. Es gibt aber unglücklicherweise nur diese. Deshalb muss sich jeder, der Israel in der nächsten Woche bei den Vereinten Nationen repräsentiert, die einfache Frage stellen lassen: Warum, um Himmels Willen, wollen wir nicht wenigstens jetzt die Gründung eines Palästinenser-Staates zulassen? Warum sollten wir wieder "Nein" sagen? Und wozu sagen wir dann "Ja"?

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Mittwoch, 21. September 2011

Robert Gates nennt Israel einen undankbaren Verbündeten

Von Jeffrey Goldberg
Bloomberg, 05.09.11

Es war eine außergewöhnliche Szene: Präsident Barack Obama saß teilnahmslos in seinem Oval Office, als ihn der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bei seinem Besuch im Mai dieses Jahres langatmig und zuweilen herablassend über die jüdische Geschichte, die Niedertracht der Araber und die existenzielle Bedrohung Israels belehrte.

Außergewöhnlich war nicht Netanjahus Botschaft, er hielt nur eine der für ihn typischen Gardinenpredigten. Bemerkenswert daran war, dass Netanjahus Lektion für den US-Präsidenten live übertragen wurde, denn eigentlich sollten die beiden führenden Politiker in diesem für das Fernsehen arrangierten Gespräch nur Allgemeinplätze über die festen Bande zwischen ihren beiden Nationen austauschen.


Über die auch noch vom Fernsehen übertragene Unverschämtheit (Netanjahus) waren der US-Präsident und sein Team sehr verärgert. Deshalb bestellte William Daley, Obamas Stabschef, kurz darauf auch Michael Oren, den israelischen Botschafter in Washington, ein, um ihm, wie berichtet wird, sehr lautstark das Missfallen des Weißen Hauses zu bekunden. Auch Außenministerin Hillary Clinton, die gegen Ende der 1990er Jahre schon die Auseinandersetzungen ihres Mannes (Bill Clinton) mit Netanjahu miterlebt hatte, äußerte innerhalb der US-Regierung ihre Wut und ihre Frustration über Netanjahus Verhalten.

Keinerlei Entgegenkommen

Robert M. Gates, der jetzt im Ruhestand befindliche frühere US-Verteidigungsminister, hat sich wohl am meisten über Netanjahu aufgeregt. In einer Sitzung des Principals Committee (des Führungsgremiums,) des National Security Council (des Nationalen Sicherheitsrates der Vereinigten Staaten), die kurz vor seinem im Lauf dieses Sommers erfolgten Eintritt in den Ruhestand stattfand, zählte Gates äußerst kühl die Schritte auf, die von der US-Regierung für die Sicherheit Israels unternommen wurden: die Lieferung modernster Waffen, Hilfen bei der Errichtung eines Raketenabwehrschirmes und der Austausch von Geheimdiensterkenntnissen auf höchster Ebene. Dann stellte er unverblümt fest, trotzdem sei Israel den USA in Bezug auf den Friedensprozess (mit den Palästinensern) in keiner Weise entgegengekommen.

Von führenden Regierungsvertretern erfuhr ich, Gates habe dem Präsidenten direkt vorgehalten, Netanjahu, sei nicht nur undankbar, er gefährde auch sein eigenes Land, weil er sich weigere, Israels wachsende Isolierung zu erkennen und die demographischen Herausforderungen ernstzunehmen, mit denen sich Israel konfrontiert sehe, wenn es die Kontrolle über die West Bank behalten wolle. Nach meinen Informationen hat kein anderer Teilnehmer an der Sitzung Einwände gegen die von Gates vorgetragene Analyse erhoben.

Frustration und Ressentiments

Gates hat schon vorher seine Frustration über das Verhalten der Regierung Netanjahu bekundet. Als beim letztjährigen Israel-Besuch des US-Vizepräsidenten Joe Biden Pläne für den Bau neuer Wohneinheiten für Juden in Ost-Jerusalem bekannt wurden, äußerte Gates gegenüber mehreren Leuten, an Bidens Stelle wäre er sofort nach Washington zurückgekehrt und hätte den (israelischen) Premierminister wissen lassen, er solle Obama anrufen, wenn er zu ernsthaften Verhandlungen (mit den Palästinensern) bereit sei.

Gates war auch deshalb frustriert, weil er sich mit Netanjahu über US-Waffenverkäufe an Saudi-Arabien und andere arabische Verbündete gestritten hatte. In einer Begegnung, die nach US-amerikanischen und israelischen Quellen im März stattgefunden hat, hielt Netanjahu Gates einen längeren Vortrag über die möglichen Gefahren, die Israel aus US-Waffenverkäufen an die Türkei und andere US-Verbündete in der Region erwachsen könnten. Gates, der auch schon für die CIA gearbeitet hat, verbat sich Netanjahus harschen Ton und erinnerte ihn daran, dass die Verkäufe in Absprache mit Israel und mit pro-israelischen Mitgliedern des US-Kongresses erfolgt seien.

Ein Staat für die Palästinenser?

Nach Aussagen mehrerer Offizieller, mit denen ich mich letzte Woche unterhalten habe, kocht die Verärgerung der US-Regierung über Netanjahu jetzt wieder hoch, weil die USA wieder einmal für Israel in den Ring steigen müssen, um zu verhindern, dass die UNO im September den von den Palästinensern beantragten unabhängigen Staat anerkennt.

Das Weiße Haus möchte den Antrag an die UN-Generalversammlung, der dort eine Mehrheit bekäme, an den UN-Sicherheitsrat verweisen lassen, wo er mit einem Veto der USA zu Fall gebracht werden könnte. Das Vorgehen der Obama-Regierung ist berechtigt, weil die Anerkennung eines Palästinenser-Staates die Chancen auf Versöhnung untergraben und zu einer Explosion der Gewalt auf der West Bank führen könnte. Sie tut das aber trotz der Unverschämtheit Netanjahus, nicht um ihn zu unterstützen.

Die Abneigung gegen Netanjahu ist so groß geworden, dass sie auch für Israel gefährlich werden könnte. Immer wieder hat das Weiße Haus in internationalen Konflikten Partei für Israel ergriffen – im Streit um den von der UNO in Auftrag gegebenen Goldstone-Report, in dem Israel beschuldigt wurde, in Gaza Kriegsverbrechen begangen zu haben, bei dem israelischen Überfall auf die zugunsten der Hamas gestartete türkische "Hilfsflotte", bei dem neun Menschen getötet wurden, und bei vielen anderen Problemen.

Trotzdem tut die Regierung Netanjahu wenig, um die Vorwürfe ihrer rechtslastigen Unterstützer zu entkräften, die Obama-Regierung sei bestenfalls ein wankelmütiger Freund. Das ist zweifellos dumm, vor allem deshalb, weil Israel besonders von seinem Nachbarn Iran existenziell bedroht wird.

Eine deutliche Warnung

Gates Urteil über Netanjahu ist besonders schwerwiegend, einerseits, weil er nicht als Feind Israels gilt, und andererseits, weil er als ein Mann offener Worte bekannt ist, der das ausspricht, was andere Mitglieder der Regierung nur denken. Gates ließ mir durch seinen früheren Sprecher Geoff Morrell mitteilen, das er einen Kommentar zu dieser Kolumne ablehne. Morrell teilte mir aber mit, Gates habe "während seiner 4½-jährigen Amtszeit als US-Verteidigungsminister hart für die Sicherheit Israels gearbeitet". George Little, ein Sprecher des Pentagons, erklärte, Gates-Nachfolger Leon Panetta, stimme mit dem überein, was bereits Präsident Obama und sein Vorgänger Gates festgestellt hätten: Unsere Verbindungen mit Israel seien, was dessen Verteidigung angehe, besser als jemals zuvor.

Als ich Oren, den israelischen Botschafter über die häufig geäußerte Einstellung des Robert Gates zu Netanjahu befragte, antwortete er: "Wir empfinden größte Hochachtung für Minister Gates, und als Verbündete tauschen wir keine Anschuldigungen aus, wir führen Gespräche. Israel schätzt die ausgezeichneten Sicherheitsverbindungen sehr, die wir mit der Obama-Regierung haben."

Die Entfremdung zwischen Netanjahu und dem Weißen Haus ist in Israel nicht unbemerkt geblieben. Tzipi Livni, die Vorsitzende der Kadima-Partei, sagte kürzlich in einem Interview das James Bennet, der Herausgeber der Zeitschrift The Atlantic und ich mit ihr führten, die durchschnittlichen Israelis hielten die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zu den USA für wichtiger als ihr gegenwärtiger Premierminister.

"Wenn die Israelis morgens aufwachen und sich fragen, wie die aktuelle Lage ist, sehen sie in der Intaktheit der Beziehungen zwischen Israel und den USA immer den ersten Lackmus-Test," erklärte sie.

(Jeffrey Goldberg ist Kolumnist von Bloomberg View und Korrespondent der Zeitschrift
The Atlantic. Er vertritt nur seine eigene Meinung.)

(Wir haben den Artikel, der belegt, dass sich das Verhältnis zwischen den USA und Israel eintrübt, komplett übersetzt und mit einigen Ergänzungen und Links in Klammern versehen. Der Autor ist sicher kein Freund der Palästinenser, ihn bewegt eher die Sorge, dass sich Israel durch Netanjahus Halsstarrigkeit total isolieren könnte.)

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Dienstag, 20. September 2011

Man ziert sich

Mowitz
Nun ist die Zeit der großen Auftritte von Rating-Agenturen gekommen. Jetzt auf Kosten von Bella Italia, das von der Ratingagentur Standard & Poor's, (S&P), in seiner langfristigen Bonität von "A+" auf "A" herabgestuft wurde. [(Bonität von lateinisch bonitas, „Vortrefflichkeit“) oder Kreditwürdigkeit ist in der Finanzwirtschaft die Eigenschaft einer natürlichen Person oder von Unternehmen oder Staaten, die aufgenommenen Schulden zurückzahlen zu können (wirtschaftliche Rückzahlungsfähigkeit) und zurückzahlen zu wollen (Zahlungswilligkeit). Bei Emittenten von Wertpapieren wird unter Bonität die Fähigkeit verstanden, die Emission nebst Zinsen zu bedienen und zu tilgen. Daraus ableitbar ist die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer in der Lage und willens sein wird, die erforderlichen Rückzahlungen zu leisten.]

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de


Natürlich werden diese Einstufungen von 'erhabenen' VWLern durchgeführt, die sich als global players, in einer globalen Wirtschaft und mit einem 'freien' Markt, der alles regelt, verstehen. Sehr viel Freiheit, nicht wahr? Damit verbunden ist auch die Freiheit eine Nonsens-Ökonomie zu kreieren. Verpflichtet sehen sie sich nur dem Wachstum, dem ewigen Wachstum. Kann oder will die Realwirtschaft wegen Sättigung nicht mehr wachsen, kann man immer noch die Kasinowirtschaft bemühen und mit Leerverkäufen ein imaginäres Wachstum erzeugen, dem die Wirtschaftsheiligen der Ratingagenturen noch vor kurzer Zeit höchste Bonität bescheinigten. Die USA sind so ein Beispiel. Die können ihren Konkurs nur noch mit Hilfe der US-Streitkräfte mit ihren 1000 Militärstützpunkten in aller Welt verhindern. Laut Quellen im nordamerikanischen Militär sind 95% der weltweit existierenden militärischen Enklaven von den USA. Okay, nun wissen wir wo es lang geht, falls wir es nicht schon vorher wussten. Die Vereinigten Staaten können gar nicht pleite gehen, die sind sozugagen systemimmanent. Im Zweifelsfall leisten sie 'geistige' Überzeugungsarbeit mit von Ketten gelassenen GI:s.

Auch leidet das Vertrauen in europäische Banken und der Siemenskonzern hat in einer Nacht- und Nebelaktion eine halbe Milliarde Euro von einem französischen Bank-Institut abezogen und bei der EZB geparkt. Siemens bekommt dafür sogar noch höhere Zinsen als von einer Geschäftsbank.

Nun, in Momenten der Panik, schlägt die Stunde der Alternativlosen, die alle Propagandatricks aus der Mottenkiste der 'Wirtschaftsle(e)re' hervorklauben, damit nur ja nicht der Ruf nach einem - sagen wir mal - gemeinnützigen Wirtschaftssystem laut wird. Da könnten doch glatt die jetzigen Nutznießer von arbeitsfreien Milliardeneinkommen unter die Räder kommen. Bloß nicht über 'systemische' Veränderungen reden, wozu haben Merkel & Co. nicht gerade lauthals systemische Banken gerettet? Huch, dann wäre das ja alles umsonst gewesen. Wir werden weiterwurschteln wie bisher und eher wird die Menschheit auf der Mülldeoponie der Geschichte entsorgt, als ihr Wirtschaftssystem. Systemische und periodische Verwerfungen bestehen vor allen Dingen in systembedingten Kriegen um Ressourcen und um die Bevölkerung dazu zu bewegen, sich mit Armut und Mangel infolge des ewigen "Kriegszustandes" (Kampf gegen Terrorismus), zufriedenzugeben. So etwas sichert die Herrschaft von selbsternannten Eliten, die unfähig und unwillens zugleich sind, der Bevölkerung ein angemessenes Dasein zu ermöglichen.

FH

Sonntag, 18. September 2011

Sagt "Nein" zur Rettung der Banken mit Geld aus dem erweiterten Euro-Rettungsschirm!

Der US-Journalist Mike Whitney empfiehlt den Abgeordneten des Deutschen Bundestages, den erweiterten Euro-Rettungsschirm abzulehnen, weil sie sich durch ihre Zustimmung selbst entmachten und den Weg für eine Diktatur europäischer Großbanker frei machen würden.

Von Mike Whitney
INFORMATION CLEARING HOUSE, 01.09.11

Der Bundestag hat noch die Chance, Angela Merkels Plan zu stoppen; sie will in Schwierigkeiten geratene europäische Banken, die sich mit dem Ankauf problematischer Staatsanleihen verzockt haben, mit Hunderten von Milliarden Euros retten. Wenn es das deutsche Parlament Ende September versäumt, Frau Merkel daran zu hindern, dann werden – mit Hilfe des Machtzuwachses der European Financial Security Facility / EFSF (des erweiterten Euro-Rettungsschirms, s. hier) – zahlungsunfähige Banken auf Kosten der Steuerzahler der Euro-Zone saniert.

Trotz ihres populistischen Geschwafels ["Wir lassen uns von den Märkten nicht unter Druck setzen!"] ist Frau Merkel eine willfährige Europhile, die eine von Bankern und Aufkäufern von Staatsanleihen beherrschte Finanzunion anstrebt – eine "Banktatur". Gegenwärtig versucht sie alles, um den Entscheidungsprozess zu beschleunigen, damit ihre Gegner, die eine ständig erweiterte Haftung (der Bundesrepublik) ablehnen, die Märkte nicht weiter verunsichern und dadurch das EU-Bankensystem zum Einsturz bringen können. "Der Spiegel" sieht das so:
"Wenn der (Finanz-)Markt in Panik zu geraten droht, muss die EFSF schnell handeln," sagte Holger Schmieding, der Chefökonom der Berenberg-Bank der Financial Times Deutschland. "Die Situation könnte sich über Nacht oder an einem Wochenende schnell zuspitzen." Guntram Wolff von dem in Brüssel ansässigen Think Tank Bruegel ist der gleichen Meinung. Die Zustimmung der Parlamentarier dürfe "nicht zu lange auf sich warten lassen". [Das eingerückte Zitat wurde entnommen aus dem Artikel "Parliamentary Influence over Euro Bailouts 'Naive' " in der internationalen Online-Ausgabe des Magazins Der Spiegel, s. http://www.spiegel.de/international/germany/0,1518,783849,00.html.]

Kommt Ihnen das nicht bekannt vor? Als 2008 das Bankhaus Lehman Brothers zusammenbrach, hat sich der US-Finanzminister Henry Paulson der gleichen Strategie bedient, um den Kongress zur Bewilligung von 800 Milliarden Dollar für das TARP-Rettungsprogramm zu erpressen. Wieder wird die Angst vor einer Finanzkrise geschürt, um der arbeitenden Bevölkerung das Geld aus der Tasche zu ziehen. Es folgt ein weiteres Zitat aus einem anderen Spiegel-Artikel ["The Euro Rescue Fund Needs More Powers"]:
"Die Banken sind tatsächlich in einer schlimmen Lage. Die meisten von ihnen haben noch viele spanische, italienische, portugiesische und irische Staatsanleihen in ihren Bilanzen, und es ist keineswegs klar, ob diese bei Fälligkeit vollständig zurückgezahlt werden. Das steigert das Misstrauen unter den Finanzinstituten, und viele haben schon aufgehört, einander Geld zu leihen. Sie haben nur überlebt, weil ihnen die Europäische Zentralbank / EZB Geld in unbegrenzten Mengen zur Verfügung stellt und zur Absicherung Wertpapiere akzeptiert, die viele Kapitalanleger nicht mehr für sicher halten.

Eine bessere Kapitalausstattung der Banken könnte dieses Misstrauen beseitigen, weil sie mit mehr Eigenkapital die Verluste aus dem Ankauf von Staatsanleihen besser ausgleichen könnten. Den Banken, die nicht stark genug sind, sich selbst das Geld auf dem Kapitalmarkt zu beschaffen, muss mit öffentlichen Geldern geholfen werden. Es gibt kaum eine Einrichtung, die besser für diesen Job geeignet wäre als die EFSF" (der erweiterte Euro-Rettungsschirm).
Die Aussagen in diesem Zitat sind so falsch, das es einem schwer fällt, sich zu entscheiden, wo man mit der Richtigstellung beginnen soll. So ist nun mal der Kapitalismus. Keiner kümmert sich darum, ob Sie durch Fehlinvestitionen Ihr letztes Hemd verlieren oder auch nicht. Man muss Verluste einfach hinnehmen und darf sich nicht darüber beklagen.

Außerdem wurde die EFSF (der erweiterte Euro-Rettungsschirm) geschaffen, um Staaten und nicht um Banken vor dem Bankrott zu retten. Die Vorstellung, dass Banker, die mit Staatsanleihen spekuliert haben, mit gewählten Regierungen gleichzusetzen sind, ist lachhaft. Die Banken sind in Schwierigkeiten, weil sie falsche Entscheidungen getroffen haben und jetzt schmerzhafte Verluste aus ihren Investitionen verkraften müssen. Die Aktionäre verlieren Geld, und die Schulden müssen umstrukturiert werden. Das ist nicht das Ende der Welt.

Merkel und Co. wollen nur die Banken vor den selbst verschuldeten Verlusten bewahren und die EFSF in ein dauerhaftes Spezialinstrument zum Ausgleich von Bankbilanzen verwandeln, das berechtigt ist, insolvente Banken mit öffentlichen Geldern zu retten. Sie wollen nur verhindern, dass ihre zwielichtigen Banker- Freunde Geld verlieren. Hinter dem ganzen Geschwätz über die "finanzpolitische Einheit" und die "Konsolidierung der Staatsfinanzen" verbirgt sich nur die hässliche Wahrheit, dass die Euro-Zone ein doppelbödiges System ist, dessen Finanzarchitektur mit (den Bilanzfälschungen) der (US-Firma) Enron zu vergleichen ist. Ein System, das verschwenderische Eliten belohnt, indem es ihre Verluste den Arbeitern aufbürdet, hat nichts mit Demokratie zu tun. Es ist nur eine altbekannte Kleptokratie.

Die deutsche Kanzlerin wird in ihrem Kampf (um die Banken-Rettung) von ihren Kollegen von der Europäischen Zentralbank / EZB und vom Internationalen Währungsfonds / IWF unterstützt. Tatsächlich führt die erst kürzlich ernannte IWF-Chefin Christine Lagarde die Befürworter der Banken-Rettung an; das erklärt wohl auch, warum sie den Nominierungsprozess so reibungslos durchlaufen konnte, nachdem Dominique Strauss Kahn wegen der in New York gegen ihn erhobenen, mit dem Vorwurf der Vergewaltigung begründeten Anklage zurücktreten musste.

Auf jeden Fall hat Madame Lagarde bereits bewiesen, dass sie alles daran setzen wird, um ihren wohlhabenden Förderern gefällig sein zu können. Die britische Zeitung The Guardian hat ihre Intention eindrucksvoll zusammengefasst:
"Christine Lagarde vertritt die Interessen der Großbanken …; von allen Bewerbern (um das Amt des IWF-Chefs) steht sie den Banken am nächsten." [The Guardian, "IMF under growing pressure to appoint non-European head", s. hier]
Tatsächlich fordert Madame Lagarde die Rettung der Banken, die sie schamhaft als "Eigenkapitalerhöhung" bezeichnet, mit großem Nachdruck. Auch sie ist eine engagierte Verfechterin "der Einsetzung einer europäische Wirtschaftsregierung"; das bedeutet, dass auch sie ein Regime errichten will, das von Bankern und Aufkäufern von Staatsanleihen kontrolliert wird – (eine Wunschvorstellung aller Banker,) ein "Banktopia". Gleichzeitig besteht sie darauf, dass diese neue Wirtschaftsregierung die Macht haben soll, in Haushaltsentscheidungen der Staaten der Euro-Zone einzugreifen, um "unseren Bemühungen um eine Ausweitung der Kontrolle der Regierungsausgaben und der Verschuldung auf dem staatlichen und auf dem privaten Sektor Nachdruck verleihen und nötigenfalls politische Sanktionen verhängen zu können".

Das würde ihr so passen! Diese neue EU-Superregierung könnte "die Peitsche schwingen" und widerborstige Staaten, die ihre Haushaltspläne so ausrichten, dass sie den Interessen der Menschen dienen und nicht nur dem großen Kapital nützen, zur Räson bringen. Gleichzeitig könnte die EU-Superregierung der Madame Lagarde die Wirtschaftspolitik forcieren, die mit der Finanzkrise begonnen hat: die umfassende Privatisierung von Staatseigentum und staatlichen Dienstleistungen, kombiniert mit Sparprogrammen, mit denen die Menschen gezwungen werden, den Gürtel immer enger zu schnallen, und die dazu führen, dass die Wirtschaft dauerhaft im Zustand der Depression verharrt. Soll so die Zukunft der Euro-Zone aussehen?

Denken Sie auch daran! Die Verluste der Banken werden bereits dadurch übernommen, dass die EZB Staatsanleihen zu künstlich überhöhten Preisen aufkauft, um die Zahlungsunfähigkeit von Staaten abzuwenden. Die Tatsache, dass Madame Lagarde so aggressiv auf direkte Kapitalzuwendungen drängt, lässt vermuten, dass die Situation der Banken viel schlimmer ist, als man bisher angenommen hat; deshalb hat sie – wie das Wall Street Journal berichtete – wohl auch vorgeschlagen, "dass der bereits existierende (bisherige) Euro-Rettungsschirm für diesen Zweck verwendet werden sollte". Das ist ein klassisches Beispiel der "Lockvogeltaktik".

Die deutschen Parlamentarier haben die Chance, mit diesem Nonsens ein für allemal Schluss zu machen. Wenn der Bundestag Frau Merkel stoppt, kann er damit sicherstellen, dass die Arbeiter der Euro-Zone nicht um Hunderte von Milliarden Euros gebracht und der Herrschaft parasitärer Banksters unterworfen werden. Sollen die Banken ihre verdammten Verluste doch selbst tragen!

Sagt "nein" zur Rettung der Banken mit Geld aus dem erweiterten Euro-Rettungsschirm!

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Verbrämte Drohungen am Rande des Euro-Gipfels in Breslau


Österreichs konservative ÖVP-Finanzministerin Maria Fekter sorgt sich um das leibliche Wohlergehen der Reichen. Sie verglich es in Breslau, auf dem Euro-Gipfel, mit der Judenverfolgung während der Nazi-Zeit im Dritten Reich. „Wut auf Banken ist wie der Hass auf Juden". Ein Versuch Forderungen des Prekariats im Keim zu ersticken. Der Holocaust als Allzweckwaffe der öffentlichen Diskussion. Gerechtfertigte Forderungen der Arbeiterklasse sind den Massenmorden der aus dem Bürgertum entsprungenen Nazis gleichzusetzen. Ein neuer Griff ins Plumpsklo der Argumentationshilfe für Bänkster und andere Nutznießer des arbeitslosen Einkommen.
„Wir bauen enorme Feindbilder in Europa gegen die Banken und die Reichen, die Vermögenden, auf. So etwas hatten wir schon einmal, damals verbrämt gegen die Juden, aber damals waren ähnliche Gruppierungen gemeint. Es hat das zwei Mal in einem Krieg geendet.“


Der Rat an die Vermögenden, "bei Freunden wie Maria Fekter, kann Euch vor Feinden nicht bange sein," drängt sich geradezu auf. Macht Eure Ausrottungspolitik gegen die Verdammten in Somalia und dem Rest der Dritten Welt weiter, gepaart mit einer immer tieferen Spaltung der Gesellschaft im wohlhabenden Teil der Welt. Wo kämen wir denn hin, wenn wir die Armut abschafften, was durchaus möglich wäre, und niemand mehr den Reichen dient?
Die „großen Demokratien“ des Westens sind der beständigste und hartnäckigste Feind des Afrikaners gewesen: während der Sklaverei, während des Wettlaufs um Afrika nach der Berliner Konferenz, während der Kolonialzeit, während der Apartheid und jetzt während der Anstrengungen, Afrika wieder zu kolonisieren, was wir in Libyen und an der Elfenbeinküste und an den illegalen Sanktionen gegen Simbabwe sehen.

Amerikaner, Briten und ihre europäischen Cousins haben genau die Qualitäten und Gewohnheiten entmutigt und gar verboten, die sie gerne unseren Kindern und unseren Gesellschaften in Afrika aufzwingen, fördern, finanzieren oder anderweitig belohnen.

„Wir neigen dazu, die Experten (von denen wir glauben, dass sie es sind), die gut erzogenen, gut ausgebildeten und gut honorierten westlichen Journalisten als Leitbilder anzusehen. Wenn sie afrikanische Führer mit ein paar abgedroschenen Klischees abfertigen, dann spuren wir. Bei diesem Vorgang reduzieren wir unsere eigene Politik, Ökonomie und Situation in der Geschichte in die kindische Sprache (westlicher) Boulevardblätter.“

Parallell zu dem Netzwerk der „Zivilgesellschaft“ oder Überbau gibt es eine Reihe von Militär- oder Geheimdienst-Kooperationsprogrammen, die Africom angeblich konsolidieren will. Ist Africom erst einmal realisiert, dann wird der Prozess der erneuten Kolonisierung vollendet sein.
Der Kampf um eine gerechtere Verteilung des Wohlstandes, global wie national, versucht man mit der Drohung "Krieg für Geld" nicht aufkommen zu lassen. Der polnische Finanzminister Jacek Rostowski verdeutlichte es mit dem Hinweis, das Europa auf einen Krieg zusteuere, wenn man die ­europäische Schuldenkrise nicht in den Griff bekomme. Führende Bänkster denken schon daran, Greencards für ihre Kinder in den USA zu erwerben.

Maria Fekter versucht es derweil damit, sich Gedanken zu machen: „Ja, leider muss man sich diese Gedanken, wenn die Euro­zone wirklich auseinanderbricht, machen. Auch ich mache mir derzeit ­große Sorgen um Europa. Vor allem im Hinblick auf die immer stärker werdenden Nationalismen, die sehr gefährlich werden können, wenn wir nicht ­alle achtsam sind." Etwas platt, allgemein und nichtssagend, ungefähr wie der "schwarze Rappe", aber typisch für eine Finanzpolitikerin.

FH

Samstag, 17. September 2011

9/11: Eine Verschwörungstheorie



9/11: Eine Verschwörungstheorie, englische Version

Alles, was Sie schon immer über die offizielle 911 Verschwörungstheorie in weniger als 5 Minuten wissen sollten. Mehr muss nicht sein. Wer dem Schnellsprecher nicht so schnell folgen kann, hier geht es zur englischen Originalfassung, nachfolgend das Transcript, mit sämtlichen Quellen, in deutscher Übersetzung von Wolfgang Jung.

FH

Übersetzung des englischen Kommentars von Wolfgang Jung, Luftpost-kl.de. Herzlichen Dank.

Am Morgen des 11. September 2001 drangen 19 mit Teppichmessern bewaffnete Männer unter Anleitung eines auf ein Dialysegerät angewiesenen Anführers, der – nur mit einem Satellitentelefon und einem Laptop ausgerüstet – in einer Höhlenfestung auf der anderen Seite der Erde saß, in den am besten überwachten und verteidigten Luftraum der Welt ein, überwältigten die Passagiere und die kampferprobten Piloten von vier kommerziellen Passagierflugzeugen und flogen mit diesen vier Maschinen, vom Kurs abweichend, über eine Stunde lang wild durch die Gegend, ohne von einem einzigen Abfangjäger belästigt zu werden.

Diese 19 Luftpiraten – fromme religiöse Fundamentalisten, die gern Alkohol tranken, Kokain schnupften und sich mit rosahaarigen Stripteasetänzerinnen vergnügten, schafften es, in New York mit zwei Flugzeugen drei Gebäude zum Einsturz zu bringen, während in Washington ein Pilot, der noch nicht einmal eine einmotorige Cessna (ein kleines Sportflugzeug) fliegen konnte, im Stande war, eine (Boeing) 757 aus 8.000 Fuß Höhe in einer 270-Grad-Spirale ganz knapp über dem Boden genau in das Rechnungsprüfungsamt des Pentagons zu steuern; darin versuchten Angestellte des Verteidigungsministeriums gerade das Mysterium zu klären, wohin die 2,3 Billionen Dollar verschwunden waren, die Verteidigungsminister Rumsfeld am Vortag, dem 10. September 2001, in einer Pressekonferenz als Fehlbestand in der Kasse des Pentagons ausgewiesen hatte.

Glücklicherweise kannten die Nachrichtensprecher schon nach zehn Minuten, die Experten bereits nach einigen Stunden, und die Regierung leider erst nach einem Tag die Namen der Luftpiraten, und die Beweise fielen dem FBI buchstäblich in den Schoß. Trotzdem forderten ein paar verrückte Verschwörungstheoretikerinnen aus unerklärlichen Gründen eine Untersuchung des größten Angriffs, der sich jemals auf dem Boden der USA ereignet hat.

Die Untersuchung begann viel zu spät, war unterfinanziert, sollte nichts herausfinden, litt unter einem Interessenkonflikt und sollte die eigentlichen Geschehnisse vom Anfang bis zum Ende nur vertuschen. Sie beruhte auf Zeugenaussagen, die unter Folter erpresst wurden; die Aufzeichnungen von den Folterverhören wurden vollständig vernichtet. Die Untersuchungskommission unterließ es, sich mit wichtigen Fakten zu befassen: mit dem Einsturz des Gebäudes WTC 7, mit den Ermittlungsergebnissen von Able Danger [einer Sonderkommission, die schon vor den Anschlägen einige der angeblichen Terroristen im Visier hatte, mit (der zwielichtigen Rolle der Software Firma) Ptech, mit dem offenen Brief von Sibel Edmonds und mit der Zusammenarbeit Osama bin Ladens mit der CIA; sie beschäftigte sich auch nicht mit der Frage, warum zur gleichen Zeit Anschläge mit entführten Flugzeugen auf Gebäude simuliert wurden, als die echten Flugzeuge in die Türme des WTC einschlugen. Die Untersuchungskommission wurde nachweislich angelogen: von verschiedenen Mitarbeitern des Pentagons, von Repräsentanten der CIA, von Mitgliedern der Regierung Bush und wahrscheinlich auch von Bush und Cheney, was aber nicht nachzuweisen ist, weil die beiden nur ohne Aufzeichnung ihrer Angaben, unvereidigt und hinter verschlossenen Türen aussagten. Die Kommission hielt sich nicht damit auf, nachzuforschen, wer die Anschläge finanziert hat, weil diese Frage von "geringer praktischen Bedeutung" für sie war. Trotzdem hat die Untersuchungskommission zum 11.09. brillante Antworten auf alle von der Öffentlichkeit gestellten Fragen gegeben, die meisten Fragen der Familienmitglieder der Opfer aber unbeantwortet gelassen; einigen Verantwortlichen hat sie zwar die Schuld an Versäumnissen angelastet, aber keiner von ihnen hat deshalb seinen Job verloren. Für die Kommission waren die Anschläge "außerhalb jeder Vorstellungskraft", weil ihrer Meinung nach "niemand erwarten konnte, dass Flugzeuge (vorsätzlich) in Gebäude gesteuert werden könnten"; das Pentagon, die Federal Emergency Management Agency / FEMA [das Bundesamt für Katastrophenschutz, das North American Aerospace Defense Command / NORAD und das National Reconnaissance Office / NRO haben aber sehr wohl damit gerechnet.

Die Defense Intelligence Agency / DIA zerstörte 2,5 Terabyte Daten, die Able Danger gesammelt hatte; das geht schon in Ordnung, weil sie möglicherweise nicht wichtig waren. Die U.S. Securities and Exchange Commission / SEC zerstörte ihre Aufzeichnungen über die Untersuchung von Insidergeschäften, die vor den Anschlägen am 11.09. getätigt worden waren; das geht schon in Ordnung, weil die Löschung der Aufzeichnungen von der größten Untersuchung in der Geschichte der SEC zu ihrer täglichen Routine gehörte.

Das National Institute of Standards and Technology / NIST hält die Daten, auf deren Basis der Einsturz des Gebäudes 7 des World Trade Centers simuliert wurde, geheim; das geht schon in Ordnung, weil Einsichten in das Simulationsmodell "die öffentliche Sicherheit" gefährden könnten. Das FBI hat verkündet, dass es das gesamte Untersuchungsmaterial zum 11.09. geheim halten wird; das geht schon in Ordnung, weil das FBI ja wahrscheinlich nichts zu verbergen hat.

Dieser Mann hat nie existiert, deshalb ist auch nichts, was er zu sagen hätte, von Interesse für Sie; wenn Sie das anders sehen, sollten, sind Sie ein irrer Verschwörungstheoretiker, der es verdient, von der ganzen Menschheit gemieden zu werden. Gleiches gilt für ihn, ihn, ihn auch und für sie, für sie, auch für sie sowie für ihn.

Osama bin Laden lebte in einer befestigten Höhle in den Bergen Afghanistans, konnte aber irgendwie entkommen. Dann verbarg er sich in Tora Bora, konnte aber wieder irgendwie entkommen. Dann lebte er unbehelligt in Abottabad, übertölpelte zehn Jahre lang das umfassendste und raffinierteste Hightech-Fangnetz, das die Geheimdienste jemals ausgelegt haben, verschickte ungestraft eine Video-Botschaft nach der anderen und wurde dabei immer jünger, bis er schließlich von einem mutigen SEAL-Team gefunden wurde, das es leider nicht schaffte, seine Aktion auf einem Video festzuhalten; darauf wäre zu sehen gewesen, dass Osame bin Laden keinen Widerstand leistete, und seine Frau auch nicht als menschlichen Schutzschild benutzte, woraufhin die abgebrühten Spezialisten in Panik gerieten und diesen unbewaffneten Mann erschossen, der vermutlich die beste Quelle zur Ausforschung der auf der ganzen Welt operierenden feigen Terroristen gewesen wäre. Dann versenkten sie seinen Leichnam im Meer, ohne vorher jemand darüber zu informieren. Später kamen zwei Dutzend Soldaten der eingesetzten SEAL-Einheit bei einem Hubschrauberabsturz in Afghanistan ums Leben.

Das ist die Story über den 11.09., wie sie von den Medien berichtet wird, die Ihnen auch die reine Wahrheit über den Tod John F. Kennedys, die (von Irakern in Kuwait ermordeten) Brutkasten- Babys, die mobilen Produktionsstätten (Saddam Husseins) für Bio-Waffen und die Rettung der (US-Soldatin) Jessica Lynch erzählt haben.

Wenn Sie noch irgendwelche Fragen zu dieser Story haben, sind Sie ein total bekloppter, paranoider, hohlköpfiger Hundequäler und Babyhasser, den alle verachten werden. Wenn Sie Ihr Land und/oder die Freiheit, das Glück, einen Regenbogen, Rock 'n' Roll, Hundebabys, Apfelkuchen und Ihre Oma lieben, werden Sie niemals irgendwelche Zweifel an irgendeinem Teil dieser Geschichte vor anderen äußern. Bis in alle Ewigkeit!

Das ist ein offizielles Dokument der Freunde des FBI [der US-Bundespolizei], der CIA, der NSA, der DIA, der SEC, der Mainstream-Medien / MSM, des Weißen Hauses, des National Institute of Standards and Technology / NIST und der 9/11 Commission. Bedenken Sie, dass Ignoranz Stärke ist.

(Bitte klicken Sie die weiterführenden Links an. Die Texte und Videos belegen, dass die satirischen Kurzfassung eine umfassende Recherche ist, die sich mit den Unstimmigkeiten in dem offiziellen Untersuchungsbericht der 9/11 Commission auseinandersetzt.)



9/11: Eine Verschwörungstheorie, deutsche Version

Freitag, 16. September 2011

Libyen: Die NATO verschafft sich einen militärischen Vorposten auf einem dritten Kontinent


Von Rick Rozoff
Global Research, 31.08.11

Ein Interview der Voice of Russia, das John Robles am 27. August mit Rick Rozoff, dem Betreiber der Website Stop NATO und Korrespondenten von www.globalresearch.ca geführt hat:

Können Sie ein wenig Licht in die Situation in Libyen bringen – vor allem im Hinblick auf die (Einmischung der) NATO?

Wie Sie wissen, lebe ich in Chicago und nicht in Tripolis, ich beobachte die Ereignisse also nur aus der Ferne. Es gibt allerdings ein altes römisches Sprichwort: "Der Zuschauer hat den besten Blick auf ein Schauspiel." Deshalb kann ich mich auch zu der gegenwärtigen Entwicklung in Libyen und zu ihren regionalen und internationalen Auswirkungen äußern.

Zunächst sei daran erinnert, dass sich die Afrikanische Union geweigert hat, den so genannten Nationalen Übergangsrat anzuerkennen; dieser ist nach allen vorliegenden Berichten eine ziemlich zusammengewürfelte, heterogene Gruppierung, die aus (sehr unterschiedlich motivierten) Feinden der libyschen Regierung besteht und von den großen NATO-Mächten Frankreich, Großbritannien, den USA und Italien angestiftet und von ihnen und arabischen Monarchien am Persischem Golf – von Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten – anunterstützt wird.


Es ist bemerkenswert, dass der afrikanische Kontinent, auf dem Libyen liegt, die Anerkennung des neuen Rebellen-Regimes insgesamt abgelehnt hat; es ist auch wichtig, dass das russische Außenministerium nicht nur mögliche Pläne der NATO, unter dem Vorwand der Friedenssicherung und der Stabilisierung Bodentruppen in Libyen zu stationieren, zurückgewiesen und Widerstand dagegen angekündigt hat, sondern auch bereits dagegen protestiert hat, dass die Opposition gegen Gaddafi die Errichtung von NATO-Militärbasen in Libyen erlauben könnte.

Würden Sie nach allen Ihnen zur Verfügung stehenden Informationen die Entwicklung in Libyen als echte Revolution des Volkes ansehen, oder ist es Ihrer Meinung nach ein vom Westen inszenierter (bewaffneter) Aufstand?

Die zweite Annahme ist nach übereinstimmender Einschätzung zutreffend; das geben sogar diejenigen zu, die den erwarteten Sturz der libyschen Regierung als Triumph der "Macht des Volkes", als Sieg der Demokratie oder mit anderen Lobeshymnen feiern. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass es die Rebellen-Koalition – völlig unabhängig von ihrer Zusammensetzung – niemals geschafft hätte, Unterstützung außerhalb Libyens zu finden oder in die libysche Hauptstadt vorzudringen, wenn ihnen die NATO seit dem 21. März nicht mit mehr als 21.000 Luftoperationen, von denen fast 8.000 Luftangriffe waren, geholfen hätte. Außerdem berichten immer mehr europäische Quellen und Zeitungen in Großbritannien und anderswo, dass spezielle Einsatztrupps und Spezialkräfte aus mehreren wichtigen NATO-Staaten aktiv an den Bodenkämpfen beteiligt waren; in die Straßenkämpfe in Tripolis hat sogar die CIA eingegriffen.

Machen die auch Jagd auf Gaddafi, oder unterstützen sie die Rebellen nur aus der Luft?

Beides ist fraglos richtig. Der mit der Resolution 1973 des UN-Sicherheitsrates im März erteilte Auftrag, "die libyschen Zivilisten mit allen notwendigen Mitteln zu schützen", wurde hauptsächlich von Frankreich, Großbritannien, Italien, den USA, Kanada und weiteren NATO-Ländern ohne Berechtigung so ausgeweitet, dass man von einem Krieg gegen die amtierende libysche Regierung sprechen muss; nach eigenen Angaben hat die NATO seit dem 31. März mehr als 21.000 Luftoperationen durchgeführt, und davon waren fast 8.000 Luftangriffe. Heute haben sogar westliche Nachrichtenagenturen und Zeitungen berichtet, dass die Heimatstadt Muammar Gaddafis von NATO-Kampfflugzeugen bombardiert wurde, und vor ein paar Tagen ist ein wichtiges Regierungsgebäude in Tripolis mit 64 Raketen angegriffen worden.

Diese Angriffe werden mit den militärischen Aktivitäten von Rebellen-Gruppen koordiniert; man kann also sagen, dass die NATO den Rebellen den Weg in die Hauptstadt und andere libysche Städte buchstäblich freigebombt hat. Mit ihren Luftangriffen und ihrer Seeblockade nimmt die NATO in diesem Konflikt einseitig Partei für die Rebellen und gegen die libysche Regierung. Das ist eine exakte Parallele zu dem Vorgehen, das die NATO 1999 gegen Jugoslawien praktiziert hat; damals hat die NATO dieses Land 78 Tage lang gnadenlos bombardiert, um der so genannten Kosovarischen Befreiungsarme den Weg zu ebnen.

Sie haben erwähnt, dass einige Mitarbeiter von Global Research in einem Hotel in Tripolis festgehalten werden.

Dort halten sich alle Vertreter der internationalen Presse auf. Wir sind sehr besorgt um den in Kanada lebenden Journalisten Mahdi Darius Nazemroaya von Global Research und um den französischen Journalisten Thierry Meyssan von Voltaire Network, die Angst um ihr Leben haben müssen. (Inzwischen konnten beide in einem völlig überladenen Boot nach Malta fliehen, s. hier.) Es ist sehr wohl bekannt, dass sie in ihren Berichten nicht die Propaganda des Westens nachgeplappert haben, und andere westliche Journalisten in dem Hotel dürften sie bereits an die Rebellen in Tripolis verraten haben. Wir sind in großer Sorge, weil die beiden erwähnten Journalisten in Lebensgefahr sein könnten.

Wie sehen Sie die Rolle der NATO in Libyen, wenn Gaddafi entmachtet ist?

Bald werden wir mehr wissen. Wenn wir Jugoslawien und Afghanistan als Präzedenzfälle ansehen, wird sich sehr rasch einiges tun. Der türkische Außenminister hat gestern bereits angekündigt, dass die NATO auch nach der Installation der Rebellen-Regierung, des so genannten Nationalen Übergangsrates, in Libyen noch eine Rolle spielen wird.

Ähnlich Töne kommen auch von führenden Politikern aus anderen NATO-Staaten; das deutet keinesfalls darauf hin, dass die NATO ihre Aufgabe schon als beendet ansieht, sondern jetzt erst richtig loslegen will. Es ist zu vermuten, dass genau das passieren wird, was1999 in Jugoslawien und in den letzten zehn Jahren in Afghanistan passiert ist; auch in diese Länder hat sich die NATO (unter Führung der USA) erst mit ihren Bomben Zutritt verschafft, um anschließend stark befestigte Militärbasen zu bauen, die immer noch betrieben werden. Die USA haben sich in der umkämpften serbischen Provinz Kosovo ihr Camp Bondsteel eingerichtet, eine große, sehr weitläufige Militärbasis, die nach einigen Berichten der größte Stützpunkt ist, den sich die USA seit dem Vietnam-Krieg im Ausland angeeignet haben. Mehr als zwölf Jahre nach der 78-tägigen Bombardierung Jugoslawiens sind die US-Truppen immer noch dort.

Auf ähnliche Weise haben die USA wichtige Militärflugplätze in Afghanistan ausgebaut, auch in der Nähe der Grenze zu zentralasiatischen Staaten und zum Iran, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sie diese Stützpunkte jemals wieder räumen werden. Sie denken ja auch nicht daran, ihre Militärbasen im Irak und in anderen Ländern aufzugeben. Es ist viel leichter, die NATO in ein Land zu holen oder eindringen zu lassen, als sie wieder loszuwerden.

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de