Sonntag, 8. Januar 2012

Die deutsche Kriegswirtschaft wächst und wächst und ......

Mowitz
"Wenn eine IWF-Delegation in ein Land kommt und den Abbau sozialer und wirtschaftlicher Einrichtungen als Voraussetzung für die Gewährung von Krediten verlangt, unterscheidet sich das nicht besonders von der physischen Zerstörung durch NATO-Bombenangriffe. Der IWF verlangt die Schliessung von Krankenhäusern, Schulen und Fabriken. Von den Kosten her ist das natürlich viel effizienter als die Bombardierung dieser Krankenhäuser, Schulen und Fabriken, wie sie es in Jugoslawien betrieben haben, aber das Ergebnis ist ziemlich gleich: die Zerstörung des Landes. Der IWF verfügt über das MAI - das Multilaterale Abkommen über Investitionen. Das ist das endgültige Abkommen betreffend Investitionen. Die Unterschrift unter dieses hat die wirtschaftliche Zerstörung des angepeilten Landes zur Folge. Und - Krieg ist einfach die letzte Konsequenz aus dem MAI." Prof. Michel Chossudovsky
[1]Die Aufgebrachtheit kleiner und etwas größerer Möchtegernkapitalisten ist riesig. Die Griechen, so schwadronieren sie mit einem Kloß im Hals, sollen bitteschön anfangen zu sparen, bevor "wir" ho, ho, ihnen unsere schöne DM, Tschuldigung, Euros, hinterherwerfen. Das in Griechenland zur Zeit kaum noch Krankenfälle adäquat behandelt werden, Krankenhäuser aus Geldmangel ihre Pforten dicht machen und im Höchstfall nur noch absolute Notfälle behandelt werden, geht natürlich den meisten hier am Arsch vorbei. Man freut sich, dass die Griechen so nett waren und ihren "Verpflichtungen" nachgekommen sind und für Milliarden und Abermilliarden ihre Stellung als größter Abnehmer deutscher Kriegsgüter hielten und damit mithalfen, die Taschen deutscher und internationaler Kriegsgewinnler zu füllen.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Merkel, Sarkozy der IWF und Brüssel fliegen im Schüttelverkehr nach Griechenland und machen ihnen klar, an was alles gespart werden muss, damit die nächste, wie es im vernebelnden Finanzgeschwurbel heißt, Tranche, ausgezahlt werden kann. Nur die Aufrüstung mit Waffen ist von den rigorosen Sparmaßnahmen ausgenommen. Wer bedroht eigentlich Griechenland? Der Nato-Bruder Türkei doch wohl eher nicht.
2010 betrug der griechische Rüstungsetat fast sieben Milliarden Euro. Das entsprach knapp drei Prozent der Wirtschaftsleistung, eine Zahl, die in der Nato nur von den USA übertroffen wurde. [2]
Davon profitiert in erster Linie Deutschland, oder richtiger gesagt, die im Besitz deutscher und ausländischer Kapitalisten befindlichen Kriegskonzerne. Die deutsche "Elite", weiß inzwischen auch wieder wo es langgehen soll: Richtung Osten. Sollte dieses Ziel auf Dauer verfolgt werden, wird es, wie schon zweimal im letzten Jahrhundert, ein ganz böses Erwachen geben.

Der IWF macht währenddessen, auch unter Madame Lagarde, genau das, was er schon immer getan hat: Er eliminiert die letzten Reste der Sozialstaatlichkeit bevor ein Kredit zu hohen Zinsen ausgezahlt wird. Die vorherrschende Ideologie des internationalen Finanzkapitals besagt nämlich, soziale Netze halten die Menschen davon ab zu arbeiten, und sie würden nur noch in den sozialen Netzen liegen und sich faulenzend ein schönes Leben machen.

Die Frage nach Sinn, Zweck und den allgemeinen Wohlstand erzeugenden Tätigkeiten der Rüstungsindustrie, wird gar nicht erst gestellt. Und wenn sie, die Obertanen, es dennoch einmal tun, so beginnen sie nicht mit der Frage, sondern gleich mit der Antwort die sie den Untertanen einbläuen: "Wir", werden bedroht. "Wir", müssen kämpfen, oder wir sind verloren. Sie meinen mit "wir" ausdrücklich nicht sich selbst, sondern "uns". Also die, die ihr Leben lieber faulenzend auf Kosten der Finanzblasenproduzenten in Hängematten verbringen wollen, anstatt für die Interessen der Obertanen deren Kriege zu führen.

Die griechischen Untertanen kämpfen zumindest gegen ihre Obertanen und werden dabei von ihren internationalen Untertanbrüdern schmählich im Stich gelassen.
Zu Hunderttausenden erklären die griechischen Empörten ihren neoliberalen Henkern den Krieg

Zwei Wochen nach ihrem Beginn überflutet die Bewegung der “Empörten” die Plätze der Städte im Land mit gewaltigen Menschenmengen. Sie schreien ihre Wut heraus und lassen die Regierung Papandreou und ihre lokalen und internationalen Unterstützer erzittern. [3]
Wie ist es möglich, dass eine solche Massenbewegung, die eine griechische Regierung weggefegt hat, die im Zentrum des europäischen Interesses stand, von allen westlichen Medien mit einem ohrenbetäubenden Schweigen bedacht wird? Es ist so, die Revolte der "Empörten" gefährdet die Herrschaft des Finanzkapitals, gefährdet die Herrschaft des einen Prozent über die neunundneunzig Prozent. Der ohrenbetäubende Lärm tritt erst dann ein, wenn man zur Sicherung der eigenen Herrschaft, den Feind irgendwo ausmacht. Wie es der Millionär Mathias Döpfner, Chef des Springer Imperiums, hier macht.
Im Juli 2006 kaufte er Friede Springer für 52.360.000 Euro einen 2 Prozent-Anteil an der Springer AG ab. Dabei erhielt Döpfner die 680.000 Aktien zum Vorzugspreis von 77 Euro das Stück, knapp 27 Prozent günstiger als der damalige Aktienwert an der Börse (104,50 Euro) Wikipedia
Solche Schnäppchen kann die geballte Untertanenschaft nicht machen. Dafür reicht nicht einmal der akkumulierte Wert der Wirtschaft aus.

Ich frage mich immer und immer wieder, warum soll ich also für Leute wie Döpfner in den Krieg ziehen? Da unterstütze ich doch lieber die Leidensgenossen in Griechenland. Döpfner unterstützt mit Sicherheit seine griechischen Edelgenossen damit sie gut durch den Niedergang der griechischen Wirtschaft kommen.

Das muss man ihnen lassen. Niemand ist so solidarisch mit seiner eigenen Klasse, wie das internationale Kapital.

FH

Fußnoten

[1]Internationaler Währungsfonds (IWF) und Weltbank - Zwei Instrumente zur Zerstörung von Nationen
[2] Schöne Waffen für Athen
[3] Massenrevolte in Griechenland

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen