Donnerstag, 16. Februar 2012

Bundesverdienstkreuz am Wendehals

Mowitz
Welch eine Erleichterung für Thomas de Maizière als er Washingtons geheimsten Chef, David Petraeus, das große Verdienstkreuz mit Stern, Band und Schlinge um den Hals legte. "Für," so soll de Maizière gesagt haben, "die Wende in Afghanistan, nach einem zehnjährigen Einsatz" und weiter, "er ein außergewöhnlicher Stratege und wahrer Freund des deutschen Volkes sei." Welche Wende, fragt sich da Freund von Ordnung? Eine militärische Wende konnte er nicht gemeint haben. Das dieser Krieg nicht zu gewinnen war, pfiffen schon die alten Hasen aus ihren Löchern, als die Front noch mit heimischen Kanonenfutter gefüllt wurde und die Taliban rief sich vorsorglich schon mal als Sieger aus. Das Morden an afghanischen Kindern und Zivilisten geht dagegen unvermindert weiter und 2011 erreichte die Zahl der zivilen Opfer den höchsten Stand seit Beginn des Krieges. Mehr als 3000 Zivilisten sollen nach Angaben des EhNaMag ums Leben gekommen sein, darunter immer mehr Frauen und Kinder. Der Westen, der überhaupt nichts in Afghanistan zu suchen hat oder hatte, wäscht seine Hände, trotz der vielen Morde an Zivilisten, in Unschuld. Er behauptet einfach frank und frei, 77 Prozent der zivilen Opfer gingen auf das Konto der Taliban. So wie Nato-Generalsekretär Rasmussen im Libyen-Krieg keine zivilen Opfer ausmachen konnte, die auf das Konto der Nato-Bomben gingen die über Libyen fielen. Am Ende warenn 50.000 Menschen der Zivilbevölkerung dem Natokrieg zum Opfer gefallen. Offiziell sollten sie eigentlich von ihr "geschützt" werden.

Kriegsopfer
Man lässt es ihnen einfach durchgehen. Die herrschenden Verquickungen zwischen Konzernmedien und dem politisch-wirtschaftlichen Establishment machen es möglich.

David Petraeus, eingefleischter Ex-General der US-Armee, der im September vorigen Jahres die CIA übernahm und schnell mit unhaltbaren "Beweisen" dem Iran einen Mordkomplott in Washington auf den Botscafter des Kreuziger-Staates an deren Hals hängen wollte, wird von dem ehemaligen CIA-Analysten Ray McGovern mit den Worten beschrieben:
"In Archiven kann man nachlesen, dass der ehemalige General Petraeus schon lange darauf bedacht ist, die Neokonservativen in Washington und ihre Freunde in Israel mit "Erkenntnissen" über den Iran und andere Zielländer zu erfreuen, indem er diese Staaten in einem besonders schlechten Licht erscheinen lässt.

Mir ist ein seltsames, aber sehr bezeichnendes Beispiel in Erinnerung: sein sorgfältig abgewogener, hinterhältiger Versuch, für alles, was im südlichen Irak schief ging, den "bösartigen" Einfluss des Irans verantwortlich zu machen.

Am 25. April 2008 teilte Admiral Mike Mullen, der US-Generalstabschef, Reportern mit, General Petraeus werde "im Lauf der nächsten Wochen detaillierte Beweise dafür vorlegen, dass der Iran in großem Ausmaß für die Instabilität im Irak verantwortlich ist". Der Stab des Generals Petraeus lud die US-Medien zu einer wichtigen Vorführung nach Karbala ein, bei der erbeutete iranische Waffen gezeigt und dann zerstört werden sollten.

Dann gab es aber ein kleines Problem. Als US-Waffenexperten nach Karbala kamen, um die angeblich aus dem Iran stammenden Waffen zu untersuchen, fanden sie keinerlei glaubwürdige Hinweise auf eine iranische Herkunft.

Als das festgestellt wurde, kam zu der Blamage auch noch eine Beleidigung hinzu; die Iraker kündigten an, dass ihr Ministerpräsident Nuri al-Maliki eine eigene Kommission aus Mitgliedern seines Kabinetts gebildet habe, mit dem Auftrag, die US-Behauptungen zu untersuchen und Spekulationen durch zuverlässige Informationen zu ersetzen. Das saß!

Der aalglatte Petraeus entging einer neuerlichen Blamage nur deshalb, weil David Ignatius und die anderen Lohnschreiber der hilfswilligen Konzernmedien die großspurig angekündigte, dann aber kleinlaut wieder abgeblasene Waffenvorführung (im Irak) passenderweise zu erwähnen "vergaßen". Die Unterdrückung dieser bezeichnenden Episode in den USKonzernmedien ist ein gutes Beispiel dafür, wie schwierig es ist, von ihnen unvoreingenommene, zutreffende Informationen über heikle Themen wie den Iran zu bekommen. Die von Petraeus geführte CIA bestätigt die "Echtheit" des dem Iran vorgeworfenen Mordkomplotts "
Wenn es Petraeus politisch nützlich findet, mehr "Beweise" für irgendwelche Vergehen der Regierungen des Iraks und/oder Afghanistans, des Libanons oder Syriens zu erfinden, wird er das tun. Und wenn er behauptet, Anzeichen für ein bedrohliches Atomwaffenprogramm des Irans entdeckt zu haben, ist höchste Aufmerksamkeit angesagt.

FH

Eine ganz besondere Leseempfehlung an alle Besucher dieses Blogs:
>>> 2011: Eine schöne neue Anti-Utopie

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen