Donnerstag, 9. Februar 2012

Ein See von Blut - Täter als Ankläger

Mowitz
Konzernmedien und staatliche Propagandamäuler singen im Chor das Lied vom bösen Assad, der sein Land in einen "See von Blut" verwandelt. Der sprachlichen Übertreibung und Intensität der Kriegshetze gegen Syrien steht das eiserne Schweigen über die Hintergründe der neuen, inszenierten Unruhen durch den Westen gegenüber. Der Auslöser der Gewalt in Syrien und anderen Staaten des von den USA angestrebten Neuen Nahen und Mittleren Osten, über die von den Medien ein Totentuch des Schweigens ausgebreitet ist, sind gleichwohl in der aktiven Destabilisierungspolitik der USA und der damit verknüpften Geheimdienstoperationen westlicher Vasallen in der gesamten Region zu suchen und zu finden. Darum auch das eiserne Schweigen der gekauften Propagandisten in unseren Medien.
"Die USA haben die Verfassungen von besiegten Ländern seit dem Zweiten Weltkrieg neu geschrieben. In den vergangenen zwei Jahrzehnten jedoch hat Washington es geschafft, besiegte Staaten völlig neu zu organisieren, ökonomisch und politisch, indem es sie dezentralisierte und ausländische Vormundschaft über ihre politische Struktur und ihre nationale Ökonomie legalisierte. Vom ehemaligen Jugoslawien bis Afghanistan und Irak ist dieser Prozess mit dem Krieg Hand in Hand gegangen und sowohl mit der unmittelbaren und verlängerten ausländischen militärischen Anwesenheit. In dieser Hinsicht sind die neuen nationalen Verfassungen dieser Länder zentral für den Prozess und die Öffnung dieser Staaten zur Integration in Washingtons Projekt des Imperium-Baus gewesen." [1]
Die US-amerikanischen Regierungen von Wall-Streets-Gnaden, sind mit der Übernahme der Staaten dieser Welt schon ein ganzes Stück vorangekommen. Auch wenn die fettesten Brocken wie Russland und China, noch ausstehen. Aber im Visier US-amerikanischer Politik zur Verbreitung des Kapitalismus, (Demokratie genannt), sind sie schon seit Jahrzehnten. Mit dem Fall der Sowjetunion errang das Kapital auch einen wichtigen Etappensieg. Damals leistete der Afghanistankrieg der SU den USA die gewünschte Hilfe auf dem Weg zur Ausschaltung der SU.
"Aus russischer Sicht ist die langfristige Strategie amerikanischer Außenpolitik gerade unter geopolitischen Gesichtspunkten eindeutig: Wie von Brzezinski vorgeschlagen, streben die USA an, ihren Einfluß auf dem asiatischen Kontinent immer weiter auszudehnen. Dabei dient ihnen Europa als Sprungbrett auf dem eurasischen Kontinent. Da jede Osterweiterung der Europäischen Union unter den gegebenen Umständen zugleich auch den amerikanischen Einfluß ausdehnt, sollen durch eine Kombination aus EU-Osterweiterung und Expansion der NATO viele der ehemaligen Sowjetrepubliken – wie zum Beispiel Georgien, Aserbaidschan, Ukraine und Usbekistan – in die westliche Einflußzone integriert werden.

Maßgeblich für diese Integration ist, daß sich ein Land für ausländisches Kapital öffnet und an das westliche Rechtsverständnis anpaßt. Geschieht dies, dann ist es westlichen Konzernen möglich, sich die Rohstoffvorkommen zu sichern und über die Medien Einfluß auf die Öffentlichkeit eines Landes zu gewinnen." [2]
Der Iran sowohl als auch Syrien stehen den Plänen der USA, die auf eine Balkanisierung der Region hinauslaufen gemeinsam im Wege und haben sich bislang nicht auseinander dividieren lassen.
"Mit psychologischem Druck auf den Iran will Washington erreichen, dass er sich von Syrien distanziert, damit die USA und ihre Kohorten über dieses Land herfallen können. Bis Anfang Januar 2012 haben sich die Israelis unaufhörlich auf eine Invasion Syriens vorbereitet, um Revanche für die Schlappe von 2006 nehmen zu können; währenddessen haben Vertreter der USA und der EU ständig versucht, in Verhandlungen einen Keil zwischen Damaskus und Teheran und dessen andere Verbündete zu treiben. Die Syrier sind aber standhaft geblieben. [3]"
Die israelischen Pläne zur Destabilisierung von Damaskus gibt es seit 1996. Bereits in diesen Papieren fordert Israel, bis zum Jahr 2000 oder später den Einfluss Syriens zurückzudrängen. Dazu sollen die Syrer aus dem Libanon hinausgedrängt und die Arabische Republik Syrien mit Hilfe Jordaniens und der Türkei destabilisiert werden. Dieser Prozess vollzog sich in den Jahren 2005 beziehungsweise 2010. In dem Papier heißt es:
"Israel kann seine strategische Umgebung in Zusammenarbeit mit der Türkei und Jordanien durch Schwächung, Eindämmung und sogar dadurch umgestalten, dass Syrien zurückgedrängt wird. Im Rahmen dieser Bemühungen kann man sich darauf konzentrieren, im Irak Saddam Hussein zu stürzen – ein wichtiges Ziel, auf das Israel eigenständig hinarbeiten sollte –, um so den syrischen Ambitionen in der Region entgegenzutreten." [4]"
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Um die Vorherrschaft, nicht nur im neuen Nahen Osten zu behalten und auszuweiten, war es immer eine Grundvoraussetzung überwältigend große und starke Militäreinheiten unterhalten, einsetzen und vor allen Dingen finanzieren zu können. Die Finanzierung wurde den Vereinigten Staaten unverschämt leicht vom Rest der Welt gemacht, indem sie Dollars und Staatsanleihen der USA auch dann noch als Bezahlung akzeptierten, als sie eigentlich nicht mehr das Papier wert waren auf dem sie gedruckt werden. Diese globale Macht der Wall-Street-Gang bröckelt nun und kann nur, wenn überhaupt, mit einem allumfassenden Weltkrieg "gerettet" werden. Es war Saddam Hussein, der es als Erster wagte, den Schritt vom Öl-Dollar zum Öl-Euro praktisch zu vollziehen. Die Antwort der USA ließ nicht auf sich warten. Gleich nach der Intervention vom März/April 2003 wurden das "Oil for Food"-Programm beendet und die irakischen Euro-Konten wieder auf Dollar umgestellt: Seither wird Öl aus dem Irak wieder allein gegen Dollar verkauft. [5]

Nun scheint die Welt langsam zu erwachen und nicht länger Willens zu sein sich vom westlichen Kapital allein ausbeuten zu lassen, (andere Kapitalisten warten schon ungeduldig darauf, dass ihre Stunde schlagen möge), und setzen sich vom Dollar ab.

* China und Iran sind dabei, ein System einzurichten, in dem iranisches Erdöl gegen importierte Produkte aus China ausgetauscht wird. Das ist ganz offensichtlich ein Abkommen, das darauf abzielt, die Sanktionen der Vereinigten Staaten von Amerika gegen den Iran auszuschalten, da China nicht die Absicht hat, den Import von iranischem Erdöl einzustellen. Neben dem Austauschsystem werden die beiden Länder Handel treiben und dafür den chinesischen Yuan, den iranischen Rial und Gold benutzen.

* China und Japan kündigten Pläne an, den Dollar zu umgehen und ihre eigenen Währungen in ihren Handelsbeziehungen zu verwenden. Gespräche bezüglich einer Partnerschaft betreffend den Währungsaustausch zwischen Südkorea und China haben ebenfalls begonnen. Das ist ein großer Schritt vorwärts, da China, Japan und Südkorea die dominanten Wirtschaftsmächte in dieser Region Asiens sind.

* China und Russland wickeln ihren Handel schon über ein Jahr lang ab, indem sie Rubel und Yuan benutzen.

* China und die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) haben ein Abkommen bekannt gegeben, nach dem der Yuan für den Handel mit Erdöl benutzt wird. Die chinesische Nationalbank teilte mit, dass dieses Abkommen im Wert von rund 5,5 Milliarden Dollar getroffen wurde, um „die finanzielle Zusammenarbeit zu stärken, Handel und Investitionen zu fördern und um beiderseits die finanzielle Stabilität der Region zu sichern.“

* Russland und der Iran haben beschlossen, Rubel als Währung in ihren Handelsbeziehungen zu verwenden. Russland widersetzt sich gemeinsam mit China den Sanktionen der Vereinigten Staaten von Amerika gegen den Iran und hat die Absicht, eine enge Beziehung zum Iran zu pflegen.

* China wird den beiderseitigen Handel mit Russland und Malaysia ausbauen und dafür den Yuan, den Rubel und den Ringgit verwenden, je nachdem.

* Die Länder der BRICS-Gruppe – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – einigten sich bei ihrem neulichen Gipfeltreffen in Sanya, China, darauf, gegenseitige Kreditlinien in den jeweiligen Währungen einzurichten. Das ist wiederum eine sehr bedeutende Entwicklung, da diese Gruppe von Ländern für einen sehr mächtigen Wirtschaftsblock der Zukunft steht.

* Die Konferenz der Vereinten Nationen über Handel und Entwicklung hat festgestellt, dass „das derzeitige System von Währungen und Kapitalbestimmungen, das die Weltwirtschaft bindet, nicht richtig funktioniert und weitgehend für die finanziellen und wirtschaftlichen Krisen verantwortlich war.“ Und weiter, dass „der Dollar durch eine Weltwährung ersetzt werden sollte.“

* Der Internationale Währungsfonds (IMF) veröffentlichte vor kurzem eine Erklärung betreffend die Ablösung des Dollars als Weltreservewährung durch ein System von speziellen Ziehungsrechten unter der Bezeichnung SDRs, eine internationale Währungsvariante, die 1969 geschaffen wurde und im Prinzip ein „Korb von nationalen Währungen“ ist, der getragen wird vom vollen Glauben und Vertrauen der Regierungen der Mitgliedsländer. [6]
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Nachdem es den USA/Israel/Europa nach den iranischen Wahlen im Juli 2009 nicht geglückt war, trotz massiver Destabilisierungseinsätze westlicher Geheimdienste, ein eigenes Marionettenregime im Iran zu etablieren, soll nach dem Wunsch des ehemaligen US-Außenministers Kissinger nunmehr mit "militärischen" Mitteln, eine neue iranische Regierung auf den Thron gehoben werden. [7] Das wird nur über einen Atomkrieg gegen den Iran möglich sein und zu unzähligen Millionen von Toten und Verkrüppelten führen! So ein Krieg richtet sich gegen die gesamte Menschheit, gegen uns alle! Gemeinsam könnten wir ihn verhindern, damit wir auch die Lügenbolde aus Funk, Fernsehen und Konzern-Medien für ihre, nach dem Grundgesetz verbotenen Aufforderungen zu illegalen Angriffskriegen, unter dem Deckmantel einen "See von Blut" trocken zu legen, vor ein ordentliches Gericht stellen können.

Nachtrag 9. Februar 2012, 23:26 Uhr: Spezialeinheiten aus dem Emirat Katar und Großbritannien sind in den souveränen Staat Syrien eingedrungen und sind in der Nähe von Homs stationiert. Ein flagranter Verstoß gegen das Völkerrecht. Qatari and British special troops enter Syria >>> Die britischen und katarischen Spezialeinheiten werden verdächtigt die Rebellen mit Munition zu beliefern und ihnen taktische Hilfe zu gewähren. Die Verantwortung für den "See von Blut" sollte wohl eher bei den Eindringlingen als bei Assad auszumachen sein. Mann geht mit der gleichen Methode und Taktik in Syrien wie in Libyen vor. In Libyen waren am Ende 50.000 Zivilisten tot, die von der Nato geschützt werden sollten. Bomben aus Nato-Fliegern machten eben keinen Unterschied zwischen Freund und Feind bei Städtebombardements.British, Qatari troops already waging secret war in Syria >>>

FH

Fußnoten

[1] Die Nachkriegs-Konstitutionen: Privatisierung und Imperiums-Ausbau
[2] Die Welt als Schachbrett - Der neue Kalte Krieg des Obama-Beraters Zbigniew Brzezinski
[3] Obamas geheimer Brief an Teheran: "Die Straße nach Teheran führt über Damaskus"
[4] Teile, erobere und beherrsche den "neuen Nahen und Mittleren Osten"
[5] Irans Waffe gegen die Wall Street
[6] Der Anfang vom Ende des US-Dollars als Welt-Reservewährung
[7] Der Iran - seine Einordnung in die internationale Weltlage bzw. seine Bedeutung in der Zeit der Weltfinanzkrise

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