Samstag, 25. Februar 2012

Jetzt gehts ans Eingemachte - Widerstand ist erste Überlebenspflicht

Mowitz
Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, zelebrierte den großen Sozialkahlschlag in Europa und hat dafür eine illustre Bühne gewählt: die Deutschlandausgabe des Sprachrohrs der Wall Street, The Wall Street Journal. Dort teilte der nicht gewählte, sondern ernannte Europaableger des internationalen Kapitals, seinen Untertanen in einem Interview mit: "Das europäische Sozialstaatsmodell hat ausgedient". Man könne nicht, so schwadroniert der vom Kapital Gesalbte, damit fortfahren, "jeden dafür zu bezahlen, dass er nicht arbeite". Er muss es ja wissen, er ist Experte in diesen Dingen, so wird uns vorgegaukelt. Mit Sicherheit ist er Experte vom heiligen Stuhl der arbeitslosen Einkommen mittels Geldschöpfung und Zinsen. Nun redet der Mann Tacheles und wir sind an dem Punkt angelangt, der sich schon abzeichnete als wir noch ganz fest auf das Sankt-Florian-Prinzip, "Heiliger Sankt Florian / Verschon' mein Haus / Zünd' andre an!", unsere Hoffnung setzten.

Was jeder Nichtexperte schon lange weiß, ist der Umstand dass das inflationär Vielgedruckte in den ausgebeulten Taschen der Gilde krimineller Bankster und Börsen-Welpen verschwindet, um dann als Schulden beim Staat - und damit dem Bürger - wieder aufzutauchen. Bereits Klein-Erna lernt heute, dass Geld erst durch Schulden entsteht, die so genannte Geldschöpfung. Das scheint bei unserer Politikerelite noch immer nicht angekommen zu sein. Das wäre das freundliche Urteil über die gewählte (Ä)lite. Das weniger freundliche Urteil und auch wahrscheinlichere wäre, sie wussten es und sind dem organisierten Verbrechen dennoch nicht in die Arme gefallen. Dann kann die Plünderung des Volkes nicht einer geistigen Überforderung zugeschrieben werden, sondern müsste als willentliche Komplizenschaft der gewählten Volksvertretung mit nicht gewählten Vertretern verbrecherischer Kapitalstrukturen zu werten sein. Spätestens dann wäre Widerstand des Volkes als letzter Ausweg gegen die eigene Ausplünderung Bürgerpflicht. Auch den Rechtsstaat hätten sie bei einer Komplizenschaft abgeschafft. Es bliebe allerdings noch die DDR-Variante, "Wir sind das Volk" übrig. Sich dem Staat einfach zu verweigern. Gewaltsam gegen ihn vorzugehen wäre Selbstmord. Privatkapitalisten sind nicht so human wie es die real existierenden Sozialisten in der DDR, SU und Osteuropas waren. Privatkapitalisten morden schon aus sehr viel niedrigeren Beweggründen. Auch ein Grund warum private Söldnerfirmen jetzt bevorzugt im Auftrag des Staates als legitimierte Mordbuben tätig sind.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Sich dem Staat und dem übermäßigen Konsum verweigern, sich so "gesund sparen" dass der Profit völlig den Bach runter geht. Nur das Notwendigste kaufen, Konzern- und öffentliche Politrukmedien abbestellen, um sich von der jahrelangen Gehirnwäsche zu erholen der wir ausgesetzt waren. Die Fassade bröckelt.

Diejenigen, die sich schon lange dem Staat verweigern, die reichen Steuerbetrüger zum Beispiel, die nur in Ausnahmefällen für ihre Betrügereien angeklagt werden, lernen es schon in Kindertagen:
Reiche Steuerbetrüger entziehen sich dem Staat um jeden Preis, selbst wenn sie sich damit selbst schaden. Elitenforscher Michael Hartmann analysiert die Motivation von Zumwinkel und Co., fordert öffentliche Steuererklärungen und prophezeit der Linken langfristige Parlamentsmehrheiten.
Am Anfang wird es schwierig sein, aber verglichen mit dem was auf die übergroße Mehrheit der Menschen zukommen wird, sich wie ein Tanz auf Rosen anfühlen. Wenn wir uns diesem Rundumschlag nicht entgegenstellen wer soll es sonst tun? US-amerikanische Verhältnisse in Europa. Der normale Schlafplatz: ein Schuhkarton für Zwei. Gestorben wird auf der Straße, jeden zweiten Tag aufgewärmte Suppe von gestern. Wohltätigkeitstanten und -onkels als Ersatz fürs Sozialamt. Tiefer Diener, Mütze in der Hand und ein "vergelts Gott" gemurmelt. Niemand wird Verbesserungen fordern geschweige für sie kämpfen. Nicht laut und nicht leise. Alles was sich die arbeitende Klasse in hundert Jahren erkämpft hat, wird in einem Jahr verschwunden sein. Nur die Geldströme Richtung Banken und internationales Kapital werden unermüdlich weiterfließen, denn die sind ja "systemisch", wie uns die Uckermärkerin alternativlos klarmachte. "Systemisch", na und? Genau im System liegt die Ausbeutung der Vielen und der Reichtum der Wenigen. Zum Teufel mit diesem System. Die Verheißungen des Kapitalismus, jeder trage den Marschallstab zum Millionär im eigenen Ranzen, ist so intelligent, wie auf "Sieben mal eine Million Euro für einen Dreier" zu hoffen.  In den Vereinigten Staaten leben etwa 40 Millionen US-Amerikaner in Armut und mehrere zehn Millionen "knapp über der Armutsgrenze". Sozusagen im Schuh- oder gehobenen Schuhkarton. Sie bekommen keine Kredite mehr und für ein perverses System ist es ertragreicher, Häuser leerstehen zu lassen und dem Verfall preiszugeben, als die ehemaligen Besitzer dort wohnen zu lassen, die heute als Obdachlose ihr Dasein fristen. Die US-Amerikaner haben in ihrer Mehrheit auch nie begriffen was eigentlich mit ihnen geschah. Ähnlich wie in Europa, glaubten und glauben sie noch immer den kapitalistischen Verheißungen. Ja keinen Sozialismus und wenns das Letzte ist was man vor seinem Hungertod noch aushaucht. Fürwahr eine gefestigte Überzeugung. Nur Religion ist schöner. Wundert sich da noch einer warum die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden?

US-Staatsanleihen sind Junk-Papiere. Und der einzige Grund, warum die US-Regierung noch die Zinsen auf ihre Schulden "bezahlen kann, und ich setze bewusst Anführungszeichen rund "bezahlen", ist, weil wir faktisch nie Schulden bezahlen, sondern nur neues Geld leihen und so tun, als würden wir sie bezahlen und dass die Fed Zinsen auf ein unangemessen niedriges Niveau hält.

Überschuldung, jeder nickt verständnisvoll mit dem Kopf. Endlich hat ihnen irgendeine Pappnase zum X-ten Mal "erklärt" woran es liegen könnte. Der Hartz-IV-Empfänger ist Schuld an der Finanzkrise und die damit überbordende Verschuldung der Staaten zum Vorteil der Bankster. Wir, als Teil der kapitalistischen Unordnung, führen Kriege überall auf der Welt. Die haben nichts mit Verteidigung zu tun, sondern sind imperiale Kolonialkriege. In Kriege und Rüstungsindustrie fließen jährlich weltweit Billionen Dollar und Euro. Ressourcen die an andrer Stelle, bei der Gestaltung menschenwürdigen Lebens, fehlen. Deutschland sponsert noch so ganz nebenbei und klammheimlich mit dem Geld deutscher Steuerzahler Milliarden für ganz oder teilweise für lau gelieferte U-Boote an Israel. Warum? Damit die besser und sicherer Unfrieden stiften können. Ein Relikt uckermärkischer Staatsräson. Dort ist kein Kahlschlag angesagt. Jeder Krieg kostet neben unendlichem Leid auch eine Menge Geld. Dieses Geld wird als Kosten beim Steuerzahler zu Buche schlagen und zum sozialen Kahlschlag beitragen, aber bei Aktionären der Rüstungsindustrien als Einnahmen und Kapitalgewinne wieder auftauchen. Dieses System ändern können nur wir. Niemand sonst wird es für uns tun. Oder wir werden mit dem System zusammen untergehen.

FH

Gegenmeinung: Merkel erklärt halb Frankreich zur Persona non grata ...

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