Donnerstag, 29. März 2012

Iran, Schlacht um Gaspipelines

Manlio Dinucci
von Manlio Dinucci  

Zwei große Pipeline-Projekte konkurrieren jetzt, um in Zukunft Pakistan, Indien und China zu versorgen. Das eine kommt aus dem Iran während, das andere die Turkmenistan Reserven benützt. Letzteres wird durch einen israelischen Konzern gefördert und von Außenministerin Clinton unterstützt. Für M. Dinucci könnte ein Angriff gegen den Iran das iranische Projekt stoppen, das bis jetzt den Vorteil hat. Es bleibt offen, ob die U.S.-Führer noch immer wirklich im Einklang mit dieser Strategie sind, wie es die letzten Erklärungen des Verteidigungsministers Leon Panetta zeigen.

 Auf der Bühne von Washington unter dem Rampenlicht der globalen Medien hat Barack Obama deklamiert: "als Präsident und Chef-Kommandeur, habe ich lieber Frieden als Krieg". Aber, fügte er hinzu, "die Sicherheit Israels ist unantastbar", und, um zu verhindern, dass Iran über Kern-Waffen verfügt, "werde ich nicht zögern Gewalt anzuwenden, einschließlich aller bestehenden Mittel der amerikanischen Macht".

Daher auch Atomwaffen. Worte würdig eines Friedens-Nobelpreisträgers. Dies ist das Szenario. Um herauszufinden, wie dem wirklich ist, sollte man hinter die Kulissen schauen. Der Kopf des Kreuzzugs gegen Iran ist Israel, das einzige Land in der Region, das Atomwaffen besitzt und im Gegensatz zum Iran den Atomwaffensperrvertrag verweigert. Und es sind die Vereinigten Staaten, die größte militärische Macht, deren politische, wirtschaftliche und strategische Interessen nicht erlauben, dass im Nahen Osten ein Zustand ihrem Einfluss entgehen könnte.

Es ist kein Zufall, wenn die von Präsident Obama erlassenen Sanktionen im November letzten Jahres die Bereitstellung von Produkten und Technologien untersagen, die "die Fähigkeit des Irans, seine eigene Ölvorkommen zu entwickeln, verbessern“. Dem Embargo hat sich die Europäische Union angeschlossen, die 20 % des iranischen Öls (einschließlich der etwa 10 % von Italien) importiert und auch Japan, Empfänger eines ähnlichen Prozentsatzes, das noch mehr Ölbedarf nach der nuklearen Katastrophe von Fukushima hat. Ein Erfolg für Staatssekretärin Hillary Clinton, die die Alliierten überzeugt hat, die Energie Importe aus dem Iran gegen ihre eigenen Interessen zu blockieren.

Das Embargo jedoch funktioniert nicht. Trotz des Verbots von Washington, bestätigte Islamabad am 1. März, dass es den Bau der Iran-Pakistan-Pipeline abschließen wird. Mehr als 2000 Km lang, ist es im iranischen Abschnitt schon fast vollkommen fertig und wird in Pakistan in 2014 abgeschlossen sein. Es könnte dann um 600 Km bis nach Indien verlängert werden. Russland hat sein Interesse an der Teilnahme am Projekt mit 1,2 Milliarden Dollar Kosten ausgedrückt. Zur gleichen Zeit hat China, das 20 % des iranischen Öls importiert, im Februar ein Abkommen mit Teheran getroffen, seine Versorgung auf einen halben Million Barrel pro Tag im Jahr 2012 zu erhöhen. Und Pakistan erhöht auch seine Einfuhren von iranischem Öl.

Wütend verstärkte Hillary Clinton den Druck auf Islamabad, indem sie Zuckerbrot und Peitsche verwendete: einerseits durch Androhung von Sanktionen, auf der anderen durch ein Angebot von 1 Milliarde Dollar für die Energieanforderungen von Pakistan. Im Gegenzug sollte Pakistan auf die Rohrleitung mit dem Iran verzichten und ausschließlich auf die Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Indien-Pipeline, setzen, welche von Washington unterstützt wird. Die geschätzten Kosten liegen bei 8 Milliarden Dollar, die mehr als das Doppelte als ursprünglich geplant, ausmachen.

In Washington herrscht jedoch strategische Motivation vor. Die turkmenischen Erdgasvorkommen werden weitgehend von der israelischen Gruppe Merhav, unter der Leitung von Yosef Maiman, Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad, einem der einflussreichsten Männer von Israel, kontrolliert. Aber der Bau der Pipeline, die in Afghanistan durch die Provinzen von Herat (wo italienische Truppen fungieren) und Kandahar verläuft, ist überfällig. In dem aktuellen Zustand ist es die Iran-Pakistan Pipeline, die den Vorteil hat. Es sei denn, die Karten würden durch einen Krieg gegen den Iran neu verteilt werden. Auch wenn Präsident Obama "lieber Frieden" will.


Übersetzung
Marie-Ange Patrizio

 Quelle
Il Manifesto (Italien)
Voltaire Netzwerk

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