Samstag, 31. März 2012

Neoliberaler Biss

Mowitz
Die ehemalige Pünktchenpartei bleibt ihrer Ideologie treu. Bis das der Tod sie scheidet. Wo hat man das sonst noch heutzutage? Das verlorene Rückgrat gesucht und wieder neu erfunden? Die Empörung des übergewichtigen, rotbäckigen Überfliegerstrategen GDöring, über die Tyrannei der Masse, war echt und ist nachvollziehbar - aus Sicht der Herren im feinen Zwirn. Die Masse hatte doch, verflucht und zugenäht, die Unverschämtheit ihr Kreuzchen bei den FDP-Bruderparteien zu machen, anstatt es gleich beim Original abzugeben.

Nun war es nicht zum ersten Mal, dass die Partei der Freiheit für die Besserverdienenden, aus einem Parlament flog und Platz für die Brüder und Schwestern der neoliberalen SPD/CDU und den noch in der ideologischen Findungsphase befindlichen Piraten machte. Nach allem was man so hört, [Sebastian Nerz bei Beckmann], sehen sich auch die Piraten als, ho, ho, ho, was habe ich immer gesagt, als eine "liiiiberale" Partei. Die Grünen auch und in der Linken hat sich die Fünfte Kolonne des Kapitals bereits breit gemacht und darf bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung Schulungen über Kapitalismus leiten. Das ist ungefähr so als wenn Westerwelle noch immer als Freiheitsstatue die Welt unsicher machen würde.

Rösler, ehemaliger Bundeswehr-Arzt und Anführer einer bissigen Bande aussterbender Wadenbeißer, hat nun auf der Suche nach griffigen Themen für eine neoliberale Weltordnung, die Losung "Schlecker" ausgegeben. Der FDP geht es ums Prinzip. Der Staat darf in einer sozialen? Marktwirtschaft den Wettbewerb nicht aushebeln, tönte Weinkenner Brüderle im dradio. Wie, "soziale" Marktwirtschaft? Was soll denn das sein? Dass sich Agenturen verstärkt um die Vermittlung der Schlecker-Mitarbeiter bemühen?

Die sich auf der Suche nach abhandengekommenen Wählern befindliche F.D.P. hat nicht nur gespielte Empörungen ihrer Bruderparteien geerntet. Der von den Wahrheitsfälschern unserer öffentlichen und konzerneigenen Medien über den Klee gelobte Hosenanzug im Bundeskanzleramt, lobte ausdrücklich den Biss der klappernden Skelette. Transfergesellschaften durfte der ehemaliger ZDF-Mitarbeiter Seibert, (ZDF-Gucken kann zur Beeinträchtung des Urteilsvermögen führen),  als gefährliches Mittel aus der Zeit der Massenarbeitslosigkeit verteufeln.

Hilfe und Auffanggesellschaften sind in der "effektivsten" aller Wirtschaftsordnungen, allein Banken und ihren Bankstern vorbehalten. Um arbeitslos gewordene und werdende Produktivkräfte in diesem mafiösen System kümmern sich die Statistikfälscher aus dem Hauptquartier der Arbeitsagentur. Die Flure ihrer Ämter sind von Arbeitslosen mit Hilfe der Statistik bereits weitgehendst gesäubert und nun hat man wieder Zeit, auch Arbeit zu erfinden.

FH

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