Dienstag, 20. März 2012

Vor einem Jahr: Beginn des Nato-Kolonialkrieges gegen Libyen

Mowitz
Guido Westerwelle, viel geschmähter und bespöttelter Außenminister der BRD, lag mit der Entscheidung im vorigen Jahr, Deutschland nicht am Überfall auf Libyen zu beteiligen, völlig richtig. Er wurde für diese Entscheidung geprügelt und auch mit beredtem Schweigen von Uraltkanzler Helmut Schmidt abgestraft, während Agitprop Merkel auf Tauchstation ging und dort so lange für die Öffentlichkeit unauffindbar blieb, bis die deutschen Kriegsjournaillen und Kriegsantreiber ihre Kampagne gegen Westerwelle wegen der deutschen Stimmenthaltung im Sicherheitsrat, wieder langsam zurückfuhren.

Die Kriegsgründeerfinder Obama, Cameron und Sarkozy behaupteten ja mit fast weinerlicher Empörung, dass die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung in Libyen enden müsse. Auf die Idee, dass sie es einfach hätten machen können, wollten sie gar nicht kommen. Es ging ihnen schließlich nicht um eine Einstellung der Gewalt, sondern um eine Eskalation derselben. Hätten sie einfach die aktive westliche Unterstützung der Separatisten-Bande u.a. durch den  Kreuziger-Staat Saudi-Arabien und Katar beendet, so wäre die Gewalt  in sich selbst zusammengebrochen. Damit natürlich auch die Hoffnung auf Übernahme und Verfügungsgewalt über libyscher Öl- und Gasfelder. Das Letztere war sowieso nicht durch den UN-Beschluss legitimiert. Aber an strikte Auflagen einer UN-Resolution haben sich Kriegsverbrecher noch nie gehalten wenn sie ihren Interessen widersprachen.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Heute, 90.000 Tote und Vermisste später, steht Libyen am Rande des Zerfalls, mit einer neuen Armee radikaler Islamisten im eigenen Land konfrontiert. Kriege bringen in der Regel Ergebnisse die man sich so nicht vorgestellt hat. Auch nich wenn man den Krieg mit einem Sieg hinter sich bring. Dieser Sieg, war ein klassischer Pyrrhussieg, und haben nach Auffassung  russischer Experten haben ihr wahres Ziel, libysche Rohstoffe unter ihre Kontrolle zu bringen, verfehlt. Nach ihrer Auffassung haben folgende Staaten vom Krieg profitiert: 
"Gewonnen haben die Länder, deren Banken libysche Auslandskonten halten. Gewonnen hat auch Katar, denn Gaddafis Sturz ermöglichte ihm, seinen politischen Einfluss in der Region deutlich auszubauen. Großbritannien und Frankreich wollten libysches Erdöl unter ihre Kontrolle bringen. Das gelang ihnen jedoch nicht: Um Ölvorkommen auszubeuten, braucht man politische Stabilität im Land. Wenn ein Krieg gegen alle läuft, ist das natürlich nicht real. Die EU hat einen Herd des radikalen Islamismus nahe ihren Grenzen bekommen."[1]
Die Truppen der Nato erreichten neben den 90.000 Opfern die sie zu verantworten haben, nur die Ermordung Gaddafis und ein Chaos in Libyen, dessen Folgen für Europa wirtschaftlich spürbar werden. Folgen dieser vom westlichen Imperialismus inszenierten Kriege sind auch die sich daraus ergebenen Flüchtlingsströme, die in unseren Kriegsjournaillen immer "bekümmert und verständnislos" mit inneren Stammes- und Warlordkonflikten erklärt werden. Auch mehr oder weniger lokale Warlords entstehen als Folge globalen Imperialismus und globaler Kriege zwecks Umgestaltung einer Landkarte.

Ein funktionierender Staat wurde, wie der Irak und jetzt Syrien, von westlichen Imperialisten zerstört die trotzdem ihre Ziele nicht erreichten. Anstatt die Libyer mit westlicher "Demokratie" zu beglücken beherrschen heute Warlords in vielen Teilen das Land, und mehr als 100.000 Libyer sind bewaffnet.

Alle Kolonialkriege gleichen sich, schreibt der konservative Journalist Eric S. Margolis und der aktuelle Kriegsvorwand bilden humanitäre Rettungseinsätze. Das erdölreiche Libyen war ein erstklassiges Beispiel. Das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten von Amerika und Frankreich schürten eine Revolte in Bengazi und intervenierten dann militärisch. [2]

Viele der Probleme, die zahlreichen Regionen in Osteuropa, Zentralasien, Südwestasien, Südasien, Ostasien, Afrika und Lateinamerika heute zu schaffen machen, sind das Ergebnis sozialer Manipulationen, mit deren Hilfe von ausländischen Mächten bewusst regionale Spannungen geschürt wurden. Konfessionelle Spaltungen, ethnisch-sprachliche Spannungen, religiöse Differenzen und innere Gewalt wurden immer wieder in der Geschichte von den USA, England und Frankreich in verschiedenen Teilen der Welt geschürt und ausgenutzt. [3] Der Irak, der Sudan, Ruanda und Jugoslawien sind nur einige wenige aktuellere Beispiele für diese klassische Strategie des "Teile und herrsche", die dazu benutzt wird, ganze Nationen in die Knie zu zwingen.

An der "Heimatfront" der kriegführenden  Kolonialisten bezahlen schweigende Bürger und Untertanen einen herben Kriegspreis. Mit schwindsüchtigen Renten und Löhnen für arbeitende Mehrheiten, sowie immer stärker steigenden  Einnahen für eine Minderheit von Kriegs- und Finanzgewinnlern, kommen die "Verheißungen"  des Kapitalismus voll zum Tragen.  

FH

Fußnoten

[1] Chaos nach libyscher Morgendämmerung...
[2] Alle Kolonialkriege gleichen sich...
[3] Israel und Libyen: Afrika soll auf »Kampf der Kulturen« vorbereitet werden ...

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