Dienstag, 10. April 2012

Eine Tausendundeinenacht-Erzählung aus Syrien und der Türkei

Mowitz
Bei hastiger Durchsicht konzerneigener Propagandaschleudern sind in aktuellen Syrien-Erzählungen gleichgeschalteter Medien größere Unterschiede festzustellen als beim gemeinsamen Grass-Bashing. Während  das Runtermachen Grass' durchweg das Niveau des Pornoverfassers Broder nicht überstieg, sind die Erzählungen was an der türkisch/syrischen Grenze geschah, durchaus unterschiedlich.

Kommt die SZ neben gewöhnlichen Schmähungen des syrischen Präsidenten, ["Despot"], doch immerhin noch zu der Erkenntnis:
"Die Feinde des Despoten verhalten sich nicht klüger, wenn sie syrische
Soldaten aus dem Hinterhalt beschießen und anschließend über die
türkische Grenze flüchten. Wer die Türkei, den Nachbarstaat und Freund,
auf solch hinterhältige Weise in den eigenen Krieg hineinzuziehen
versucht, verscherzt sich Sympathien", SZ
erzählt das ehNaMag die Geschichte transatlantischer. Obwohl keine der beiden Undenkfabriken eigenes Personal vor Ort hatte, wusste das ehNaMag wer da auf wen schoss. Nach seiner Erzählung sollen es Regierungs-Soldaten gewesen sein die, laut transatlantischer Begriffsregelung, "Flüchtlinge" und nicht Terroristen genannt werden, an der türkischen Grenze erschossen hätten. Außerdem seien auf türkischer Seite mehrere Menschen von herumfliegenden Kugeln verletzt worden.

Die Feinabstimmung in der Erzählung der Tausendundeinernacht-Story-Syrien lässt noch zu wünschen übrig. Erinnert an Geschichten der "Emser Depesche bis zum Hufeisenplan, vom erstunkenen Tonkin-Zwischenfall bis zum erlogenen Babymord - immer wieder haben auch deutsche und amerikanische Militärs mit Propagandalügen und Provokationen die Kriegslust im eigenen Land zu schüren versucht." Versuchts doch einfach mal mit der Wahrheit, die konntet ihr doch früher noch einigermaßen auf die Reihe kriegen. Das würde schon genügen. Mehr wollen die Leser nicht. Die Wahrheit, nichts als die Wahrheit. Und wenn gleichgeschaltete Konzernmedien sie nicht wissen, sollten sie es zumindest, mit Ansage, zugeben. Das gilt auch und in besonderem Maße für die öffentlichen Märchenerzähler.

FH




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