Mittwoch, 25. April 2012

Freie Demokratische Restpartei - Narrentag in Karlsruhe

Mowitz
Angeheitert, mit echt roten, anstatt Pappnasen, sowie endloser Helau-Parolen-Brüllerei, zelebrierten die Freien Restdemokraten mit Altstar, "wolle mer ihn reinlasse?" Rainer Brüderle vornweg, einen Parteitag in Karlsruhe, der der Määnzer Fassenacht zur Ehre gereicht hätte. Die führende deutsche Spaßpartei konnte nahtlos wieder dort anknüpfen, wo sie vor einem Jahr, auf ihrem Rostocker Parteitag, aufgehört hatte. Sich selbst und dem deutschen Wähler was in die Tasche lügen. Rösler stellte nach seiner Wahl zum 1. FDP-Jecken in Rotock fest: "Den Menschen in Deutschland geht es heute besser als zu Zeiten der großen Koalition" und drohte den lieben Mitbürgern und /Innen noch nebenbei damit, dass die "FDP ab heute liefern würde."

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Nun, die Spaßpartei ist heute mehr als scheintot und außer Versorgungschecks an eigene Amtsträger, liefert sie in der realen Politik gar nichts mehr. Nur die Büttenredner bleiben sich und ihren Sprechblasen treu. Christian Lindner, irgendwie vor ein paar Wochen zurückgetretener Parteiquasimodo, meldete sich als ein von den Konzernmedien so beschriebener Hoffnungsträger zu Wort: "Nicht die Einnahmen des Staates sind zu niedrig, sondern die Erwartungen an den Staat sind zu hoch". Helau und Alaaf! Da hat er doch glatt noch gar nicht mitbekommen, dass der Staat schon längst von den Banken übernommen wurde und sich von ihm alimentieren lassen. Jungliberale Hoffnungsträger halt.

Büttenreden taugen vielleicht zur kurzlebigen Mutmachung eigener Jecken, zum fröhlichen Gelächter anwesender Parteitagsnarren, sie taugen aber nicht dazu, dass Totgesagte wieder klammheimlich Hotelabsteigen steuerlich bedienen können. Weinkenner Brüderle, mit 66 Jahren immer noch Hoffnungsträger im Wartestand, bemühte sich nach bestem Wissen und Gewissen die Stimmung hochzuhalten und in einem Zwiegespräch mit den Narren im Saal, deren aktive Mitgestaltung beim Wohlfühlschunkeln einzufordern. "Wer hat's gemacht?" - "Wir haben es gemacht!"

Von rhetorischen Meisterleistungen auf dieser Karnevalsveranstaltung der Restdemokraten, berichteten nur anwesende Konzernmedien, deren Aufgabe es ist, mit allen medialen Kunstgriffen trunkene Warmduscher wieder in die Landtage zu schreiben. Die Ein-Prozent-Interessenpartei sei als Korrektiv zum "schwarz-rot-grünen Einheitsbrei" unverzichtbar. Mit diesen Worten schickte Rösler die Restpartei in die bevorstehenden Wahlkämpfe in NRW und Schleswig-Holstein.

Hat ihm noch keiner mitgeteilt, dass seine Luschen und er noch Teil einer Einheitsregierung in einem Einheitsparlament sind? Und das seit fast drei Jahren.

FH

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