Mittwoch, 16. Mai 2012

Bankenterror in Frankfurt

Mowitz
Während auf dem Düsseldorfer Fußballplatz, der mit öffentlichen Geldern subventionierte Aufstand mit bengalischen Feuer geprobt wurde, rüsten die Herren der Welt in Frankfurt/Main zur Abwehr-Schlacht gegen demokratische Grundrechte.

Gegen die Plünderung des Volkes darf nicht protestiert werden, schon gar nicht von den Betroffenen selbst. Das walte der Bankster von nebenan. Bankster wie James Dimon, Chef von JP Morgan, der mal so eben wieder zwei Milliarden Dollar sich in eine Zockerblase auflösen ließ. Geld, das, man will es kaum glauben, an anderer Stelle durchaus Sinn gemacht hätte.

Abbildung etwa 1882 von Ferdinand Barth, Wiki
Mit Sinn und Verstand, hat unser Geldsystem aber noch nie etwas zu tun gehabt, sondern belohnt wird das Unsinnige, das Perverse oder auch die Glückskekse der Nonsenswelt Fußball. Merkel, die Wundertüte aus dem Osten Deutschlands, lernfähig bis zum Dauerumfall, sagte in einer ihrer sagenumwobenen Reden vor dem Kongress zur Finanzmarktstabilisierung im Juni 2011: "Ich persönlich neige dazu, Ihrer Argumentation zu folgen". Gemeint waren nicht die Argumentationen sogenannter "unabhängiger" Experten, wenn es sie denn gibt oder je gegeben hat, sondern die großmäuligen Verheißungen ökonomischer Interessenvertreter der Finanzindustrie, die, wie James Dimon von JP Morgan, wieder vollauf damit beschäftigt sind, ihren Zauberbeschäftigungen nachzugehen um immer mehr Geld aus Geld zu machen. Wie Goethes Zauberlehrling, dessen missglückte Zauberei darin bestand, dass er einen Spruch aufsagte, der einen Besen dazu auffordert, ihm Wasser zu holen, was der gute Besen auch unaufhörlich tat, ohne aufzuhören. Auf das folgende Chaos kannte der Zauberlehrling aber kein Gegenmittel, was ihn verzweifelt ausrufen ließ: „Die ich rief, die Geister, / Werd’ ich nun nicht los.“

Nun befinden sich die Geister in Frankfurt, vor den Toren der Europäischen Zentralbank. Die hat aber nicht, wie der alte Meister in Goethes Zauberlehrling, das Gegenmittel des geordneten Chaos parat. Der alte Meister konnte noch mit dem flotten Spruch:

»In die Ecke,
Besen! Besen!
Seid’s gewesen.
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister.«

Ruhe und Ordnung wiederherstellen.

Heute sind Tausende Polizisten vor Ort, riegeln das Bankenviertel in Frankfurt ab und untersagen öffentliche Versammlungen und demokratische Meinungsäußerungen. Finanzplünderer werden geschützt. Vor wem eigentlich? Die Demonstranten sind friedlich. Bliebe also nur noch der Schutz der Finanzmarodeure vor sich selbst. Ob die Polizisten aber das wissen? Man darf es bezweifeln.

Wie in jeder Diktatur, so feiert auch in den real existierenden Kapitaldiktaturen das Unrecht, immer wieder aufs Neue, Urständ.

FH

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