Sonntag, 13. Mai 2012

Die Welt von Kickerle Lahm, Drücker Hoeneß, Timoschenko, JP Morgan, der Borussen-Sieg und fehlende Hafturteile bei kriminellen deutschen Eliten

Mowitz
Mit Kickererfolgen steigt auch die Selbstüberschätzung der eigenen Bedeutung. Und so glaubt man, sich mit Hilfe der DFB-Pressestelle zu Themen äußern zu müssen, die weit vom Fußball und der eigenen Kompetenz entfernt sind. Würstchen-Hoeneß, schon des öfteren mit hochrotem Kopf in launigen Schwatzshows zu Gast, nahm das gerade von seiner Zunft, der hoch überbezahlten Spaßvögel, missbrauchte Wort Solidarität in den Mund. Solidarität solle die deutsche Nationalmannschaft der kriminellen Gasabzapferin Timoschenko zukommen lassen. Kaum hatte das höchst investigative ehNaMag diese wichtige Nachricht verbreitet, nahm sein Kickerleknecht Lahm den Fehdehandschuh gegen die Justizbehörden der Ukraine auf und durfte im gleichen Magazin einer unbedarften Leserschaft mitteilen:
"Meine Ansichten zu demokratischen Grundrechten, zu Menschenrechten, zu Fragen wie persönlicher Freiheit oder Pressefreiheit finde ich in der derzeitigen politischen Situation in der Ukraine nicht wieder. Wenn ich sehe, wie das Regime Julija Timoschenko behandelt, dann hat das nichts mit meinen Vorstellungen von Demokratie zu tun."
Der rechte, im doppelten Sinne, Verteidiger des FC Bayern und der Nationalmannschaft, hält sich ja selbst für einen geradlinigen Kerl, der schon mal sagt und schreiben lässt was Sache ist. Mal rät er schwulen Fußballern ab sich zu outen, mal wurde er mit dem Kroaten Robin Boksic aus dem Münchner Wettmilieu in Verbindung gebracht, oder er lästert in dem auch unter seinen Namen herausgegebenen und geschriebenen Buch über seine ehemaligen Trainer und wird von Rudi Völler dafür wutentbrannt als Person mit "null Charakter" und als "erbärmlich und schäbig" bezeichnet.

Dass Lahm Völlers treffsicherer Beschreibung entspricht, scheint mir völlig plausibel, da sein Geschwurbel über Timoschenko und die Ukraine nur eine allgemeine Wiedergabe des Meinungsterrors, des zur Zeit aktuellen Kampagnejournalismus der Konzern- und öffentlich-rechtlichen Medien des Mainstreams, über Timoschenko und die Ukraine ist.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Für die schreibenden und sendenden Hofschranzen des deutschen Kapitals, ist allein der Gedanke, dass Mächtige der Politik oder Wirtschaft, für wirtschaftliche, kriminelle Handlungen, hinter Gittern müssen, völlig undenkbar. Geldbußen, die in der Regel aus der Portokasse der kapitalisierten Herrschaften bezahlt werden, reichen vollkommen. Hat zudem noch den Vorteil, dass die betroffenen Damen und Herren häufig dann auch als nicht vorbestraft gelten.

Wenn aber in der Ukraine ehemalige, hochrangige Politiker für ihre Betrügereien zu sieben Jahren Haft verurteilt werden, schlagen die Herzen der deutschen Spaßindustriesparte Fußball einen Tick unregelmäßiger. Und so gibt man dann auch seine Ansicht zum besten. Ansicht ist nämlich die platteste Form von: Ich-weiß-nix-von-nix. Zu einer fundierten Überzeugung reichte es weder bei Würstchen-Hoeneß, noch beim rechten Verteidiger irgendwelcher Beliebigkeiten, Lahm. Und so lief Lahm gestern auch vergebens hinter den Dortmunder Borussen her, die keine Schwierigkeiten hatten den völlig, auch im Fußball, aus dem Tritt gekommenen Kickerle Lahm mit 5:2 zu demütigen.

FH

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