Mittwoch, 9. Mai 2012

Göbbelsche Burlesken

Mowitz
Im Zweiten Deutschen Furunkelfernsehen ist von Hilke Petersen von frontal21 zu erfahren, dass: "Wir Deutschen kicken Mitte Juni im Vorrundenspiel der Europameisterschaft gegen die Niederlande und zwar gleich um die Ecke des Gefängnisses wo die ukrainische Regierung Julija Timoschenko gefangen hält, ehemals Premierministerin des Landes.....". Und das gleich zu Anfang der Sendung. Spätestens hier kann man abschalten, denn der Rest ist so göbbelst manipulativ wie der Beginn.

Selbst wer auf beiden Augen mit dicken Furunkeln gesegnet ist, sollte wissen, dass in der Ukraine selbst Kriminelle, wie die Gasabzapferin Timoschenko, nicht Gefangene der Regierung sind, sondern nach einem ordentlichen Gerichtsverfahren, in den Händen fürsorglicher Justizbehörden. Das mag in Deutschland, bedingt durch die Zweiklassenjustiz, indes anders sein. Wenn aber schon journalistische Lügenkampagnen  in den letzten Jahren als Dauerbrenner über Bildschirme flattern, oder uns aus Journaillen hämisch entgegengrinsen, dann darf man doch um mehr Sorgfalt, bei der Verarschung des Publikums, von den Plappermäulen der heroischen Pressefreiheit erwarten, als das man schon gleich zu Anfang den Stecker aus der Dose ziehen muss.

Da hat doch Günther Jauche, sein Name ist Programm, geschickter die Erwartungen seiner Arbeitgeber erfüllt und sich medial vorbildlich um einen Protestler in seiner Sendung gekümmert, als er ihn aus der Umarmung rüder Türsteher mit den Worten: "Wir sind doch nicht in der Ukraine", befreite, was auf eine einstudierte Inszenierung des Vorfalls schließen lässt.

Eine kleine Nachhilfe für die unerschrockenen Freiheitskämpfer des unzensierten Wortes: "Zur Milliardärin wurde Julija Timoschenko, zusammen mit ihrem Ehemann, durch illegalen Gashandel und Gasdiebstahl sowie massiven Steuerbetrug und Steuerhinterziehung in den 90er Jahren". Ihren durch Gasraub und Steuerbetrug erreichten Superreichenstatus hat sie durch Amtsmissbrauch, u. a. als Vorsitzende des nach ihr benannten Parteienblocks Julija Timoschenko und Ministerpräsidentin, noch erheblich ausbauen können. Angesetzt ist gegen sie nunmehr ein zweiter Prozess wegen Steuerhinterziehung, Urkundenfälschung und Bestechung, der am 28. April 2012 eröffnet wurde, aber vorerst wegen Nichterscheinen der Angeklagten vor Gericht auf den 21. Mai vertagt wurde. Dem neuen Prozess, der die Hintergründe ihres Aufstiegs von einer kleinen Videoverkäuferin zur Herrin eines Monopolunternehmens für Gashandel und der dabei stattgefundenen persönlichen Bereicherung aufzeigen könnte, würde sich die Dame mit blondem Zopf sicher durch eine Flucht nach Deutschland entziehen wollen. Dafür fügt man sich doch gerne mal selbst blaue Flecken zu.

FH

Zum Thema:

Gegenmeinung: Der Fall der Julija Timoschenko......

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