Montag, 14. Mai 2012

Landtagswahl NRW 2012: The winners are NICHTWÄHLER

Mowitz
Die Wahlbeteiligung bei der NRW-Landtagswahl am 13. Mai 2012 war nur 59,6 Prozent, 2010 war sie noch schlechter und lag bei 59,3%.

Die deutschen “Qualitätsmedien” incl. der amtlichen Landeswahlleiterin in NRW tun ihr menschenmöglichstes die Wahlbeteiligung bei den gestrigen Landtagswahlen in NRW nicht zu thematisieren. Was auch schon bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein zu beobachten war. Man muss schon etwas länger googeln um die endgültigen Ziffern zur Wahlbeteiligung zu finden. Alle Prognosen bis gestern Mittag sind immer noch schnell zu finden, nicht so die Zahlen der  Wahlbeteiliung bei Schließung der Wahllokale. Die Demokratiekrise, so wie sie sich in einer Wahlbeteiligung von nur 59,6% widerspiegelt, ist beachtlich und wird deswegen auch mit einem barmherzigen Tuch der Nichterwähnung überzogen. Nach den offiziellen, vorläufigen Endergebnissen ergibt sich nach meiner Sicht der Dinge folgendes Bild, ausgehend von der totalen Anzahl Wahlberechtigter:


Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Nichtwähler                               = 40,40%
CDU 26,3% von 59,6%             = 15,67%
SPD 39,1% von 59,6%              = 23,07%
GRÜNE 11,3% von 59,6%         =  6,73%
FDP 8,6% von 59,6%                  =  5,13%
LINKE 2,5% von 59,6%             =  1,49%
PIRATEN 7,8% von 59,6%         = 4,65%
SONSTIGE 4,3% von 59,6%      = 2,56%

Total 99,7% (Abrundungsdifferenzen)



Grafisch sieht das so aus:

 

Die Partei der Nichtwähler ist mit ihren 40,4% größer als S?PD und CDU gemeinsam. Zusammen kommen die beiden sogenannten großen Parteien auf nicht mehr als 38,74% Stimmen der Wahlberechtigten. Wie schon bei der Wahl in Schleswig-Holstein am 6. Mai 2012, wo die Wahlbeteiligung auch nur 60,1% betrug, ist das eine Bankrotterklärung des Wahlvolkes an die politische Klasse, die ihre Machtausübung nicht länger mit dem "Willen des Volkes" rechtfertigen kann. Sie wird bald, wie in Griechenland, auf die Hilfe bewaffneter Polizeieinheiten angewiesen sein. Ein Armutszeugnis der Wahldemokratie im real existierenden Kapitalismus.

FH

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