Freitag, 11. Mai 2012

Zwei Milliarden verzockt - und immer noch so tun als wäre man bestürzt

Mowitz
JP Morgan, die größte Bank der Welt und eine der Spekulationshäuser die sich auf den Weg machten, den Wohlstand im Allgemeinen und für sich selbst im Besonderen, durch ungezügelte, wirtschaftliche Blasenexperimente zu vermehren. Nun macht sich der Vorstand wegen eigener und neuer Verzockungen echt Sorgen.

Laut Agenturmeldungen, sah sich James Dimon, Chef von JP Morgan, gezwungen, zerknirscht vor die Presse zu treten und die vielen Fehler, Schlampereien und falschen Entscheidungen der eigenen Bank zu bedauern, die zum Zwei-Milliarden-Dollar-Wetten-Verlust geführt haben. Wortreich und mit Wortschöpfungen, deren Bedeutung erst mühselig auf Wikipedia nachzuschlagen sind, ohne deswegen auch gleich verstanden zu werden, tat der Mann sein menschenmöglichstes um noch einen souveränen Eindruck zu hinterlassen.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
"Das Portfolio," so der Präsident, (vom lateinischen portare 'tragen' und folium 'Blatt'. Die Finanzwelt versteht unter Portfolio ein Bündel von Investitionen, das im Besitz einer Institution oder eines Individuums ist. Dem Aufbau eines Portfolios geht in der Regel eine umfangreiche Analyse voraus. Ein Portfolio zu besitzen ist in der Regel Teil einer Strategie, die Risiken finanzieller Investitionen durch Streuung zu senken. Im Monetärsektor kann eine Portfolioinvestition auch eine Investition in diverse Währungen bedeuten (Warenkorb mit Währungen) um Währungsinstabilitäten ausgleichen zu können, wiki), [ursprünglich eigentlich nur eine Brieftasche],  "hat sich als riskanter, volatiler," (volatil vom lateinischen volatilis, zu deutsch: „veränderlich“, „beweglich“, „flüchtig“, „dampfförmig“ wiki) [Volatilität ist in der Finanzmathematik ein Maß für die Schwankung von Finanzmarktparametern wie Aktienkurse und Zinsen. Die Volatilität ist hier definiert als die Standardabweichung der Veränderungen (auch Renditen, Returns) des betrachteten Parameters und dient häufig als Risikomaß].) "und weniger effektiv erwiesen, als wir gedacht hatten," bedauerte Dimon.

Klüger geworden? Nein? Ich auch nicht. Aber genau so funktioniert Herrschaftssprache. Wir sollen sie auch nicht verstehen. Denn das würde die Herrschenden in eine wirkliche und endgültige Bedrängnis bringen.

Übrigens, der einzige Grund, warum die US-Regierung die Zinsen auf ihre Schulden noch "bezahlen" kann, ist der, weil wir faktisch nie unsere Schulden bezahlen, sondern nur neues Geld leihen und so tun, als würden wir sie bezahlen - und weil die Fed die Zinsen auf ein unangemessen niedriges Niveau hält, sagte neulich schon Peter David Schiff, Präsident von Euro Pacific Capital Inc., in einem Interview bei CNBC.

Oder wie man es, leicht abgewandelt, mit Kurt Tucholsky sagen könnte: Spekulationen werden viel mehr gemacht, als sie entstehen - wer da mit magischen Geschichten kommt, hat viel zu gewinnen im Spekulationsgeschäft - und wenig zu verlieren.

Merke:
„Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben. Das hat mehrere Gründe, die feinsten sind die wissenschaftlichen.“ Kurt Tucholsky

FH

Zum Thema:
Kaspar Hauser: Kurzer Abriß der Nationalökonomie.....

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