Montag, 11. Juni 2012

Druck auf Russland: die Vereinigten Staaten von Amerika versuchen, sich mit Massenmord ihren Weg zum Sieg in Syrien zu bahnen

Die Vereinigten Staaten von Amerika an Russland: „Gebt auf” oder schwimmt in einem Meer von syrischem Blut

Tony Cartalucci

Nachdem ans Licht kommt, dass die Gewalt in Syrien von Planern des Westens vorbereitet wurde, Jahre ehe der arabische Frühling losging, und nachdem die Fassade von „demokratischen Hoffnungen“ zusammenbricht angesichts eines religiös angestifteten Blutbads, haben Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika und westlicher Denkfabriken im Gespräch mit Bloomberg festgestellt, dass ihre Botschaft an Russland in Hinblick auf den Beginn eines Regimewechsels grundsätzlich diese ist: die Gewalt wird weiterhin gezielt gesteigert werden, bis der Regimewechsel erreicht ist – Russland kann jetzt nachgeben und dabei mitreden, wie ein Übergang stattfinden soll, oder später nachgeben und ausgeschlossen werden wie im Fall Libyens.

Bloomberg zitiert „Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika,“ die behaupten, sich mit Russland zu treffen, um einen „ordentlichen Übergang“ auszuhandeln.

Darüber, wie nahe die Vereinigten Staaten von Amerika dem tatsächlichen Sturz der syrischen Regierung sind oder zu sein glauben, gibt es verschiedene Meinungen. Mit Meinung nichts zu tun hat die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten von Amerika sich offen geschworen haben, Syrien zu Tode zu „bluten,“ um entweder seinen geopolitischen Einfluss im Mittleren Osten für immer einzuschränken, oder um den Fall der Regierung herbeizuführen. Das wurde sehr klar im „Middle East Memo #21 – Assessing Options for Regime Change“ (Einschätzung von Möglichkeiten des Regimewechsels) der Brookings Institution zum Ausdruck gebracht.

„Eine Alternative ist es für diplomatische Bemühungen, sich zuerst darauf zu konzentrieren, wie die Gewalt beendet und Zugang zu humanitärer Hilfe gewonnen werden kann, wie es derzeit unter Annans Führung geschieht. Das kann zur Einrichtung von Schutzzonen und humanitären Korridoren führen, die durch beschränkte militärische Macht abgesichert werden müssten. Dadurch könnten natürlich die Ziele der Vereinigten Staaten von Amerika betreffend Syrien nicht erreicht und Assad an der Macht gehalten werden. Von dieser Ausgangssituation aus wäre es allerdings möglich, dass eine breite Koalition mit dem entsprechenden internationalen Mandat weitere Zwangsmaßnahmen anwenden könnte.“ (Seite 4)

Auf den Seiten 8 und 9 stellt das Memo fest:

„Die Vereinigten Staaten von Amerika könnten weiterhin die Opposition bewaffnen, obwohl sie wissen, dass diese wahrscheinlich nie stark genug sein wird, um das Netzwerk Assads zu vertreiben. Washington könnte das einfach im Glauben daran tun, dass ein unterdrücktes Volk mit zumindest einigen wenigen Möglichkeiten auszustatten, mit denen es seine Unterdrücker bekämpfen kann, besser ist als überhaupt nichts zu tun, sogar wenn die gewährte Unterstützung wenig Möglichkeit bietet, die Niederlage in einen Sieg zu verwandeln. Andererseits könnten die Vereinigten Staaten von Amerika kalkulieren, dass es immerhin wert ist, das Assad-Regime festzunageln und auszubluten, wodurch ein regionaler Gegner schwach gehalten wird, während die Kosten einer direkten Intervention vermieden werden.“

Für diejenigen, die in der „humanitären“ Rhetorik des Westens ihre angebliche Motivation für die Intervention in Syrien sehen, ist es ganz eindeutig skrupellos, absichtlich Gewalt aufrecht zu erhalten, besonders die brutale religiöse Gewalt, die sich jetzt entfaltet, nur um „einen regionalen Gegner schwach zu halten.“ Und es ist diese Position der moralischen Verkommenheit, von der aus der Westen mit Russland über einen „Übergang“ in Syrien verhandelt.

Der Westen glaubt, dass er durch die Fortsetzung dieses Blutvergießens und durch die Manipulation der öffentlichen Meinung, dass das „die Taten der syrischen Regierung sind,“ „ermöglicht“ durch die Russen, Chinesen und Iraner, und dass er die Gegner ihrer Kampagne der Destabilisierung so „beschämen“ kann, dass sie dieses fortgesetzte Verbrechen gegen den Weltfrieden mittragen. Wie auch immer, die Propaganda des Westens wankt angesichts der alternativen Medien. Die Öffentlichkeit im Allgemeinen, die den endlosen Krieg satt hat, äußert in zunehmendem Ausmaß Verdacht hinsichtlich der Motive und der Einmischung des Westens in die Belange Syriens. Der beabsichtigte Effekt dessen, was eine vom Westen orchestrierte Gräueltat in Houla in Syrien zu sein scheint, existiert nur in den Leitartikeln der Presse des Westens, geht aber nicht weiter – nicht einmal in die folgenden Kommentarseiten. Anders gesagt, niemand hat es geschluckt.

Eine Tyrannei zu besänftigen funktioniert nie. 1939 unterzeichnete Hitler einen Nichtangriffspakt mit Russland, den einzuhalten er nie beabsichtigte. Bis zu dem Tag, an dem Hitler 1941 nach Russland einfiel, bestritt er seine Absichten, bis nach Moskau vorzustoßen, indem er behauptete, er würde Truppen an der russischen Grenze stationieren, um sie „vor der britischen Bombardierung zu schützen.“ Heute sehen wir, wie die NATO das gleiche Spiel spielt mit dem europäischen Raketenabwehrschild gegen den „Iran“, während sie einen russischen Verbündeten nach dem anderen untergräbt und einverleibt. Apathie und schweigendes Einverständnis für Angriffskriege mag „leicht“ erscheinen, allerdings nur bis man den Preis bedenkt, den die Deutschen letztlich bezahlt haben, nachdem sich ihr Glück gewendet hat.

Was Russland mit Syrien zu tun entscheidet, wird sich auswirken auf das Schlachtfeld, auf dem sie kämpfen werden, wenn sie unweigerlich gezwungen sein werden, sich den eindringenden Machenschaften von Wall Street und London entgegenzustellen.

Ein Irrtum, der nicht begangen werden kann, ist dass ein Beschwichtigen des Westens durch klein Beigeben in Bezug auf Syrien, wie es bei Libyen gemacht wurde, irgendwie die hegemonistischen Ambitionen besänftigen wird, die diese Agenda in erster Linie antreiben. Wie Hitler, der bis zu dem Tag, an dem er dann wirklich einmarschiert ist bestritt, dass er in Russland einmarschieren wollte, haben Wall Street und London die Absicht, bis nach Moskau und Peking vorzudringen, ungeachtet der zahllosen Entschuldigungen und Verneinungen, die sie die ganze Zeit über von sich geben, und der Entschuldigungen und Verneinungen, die sie weiterhin von sich geben werden bis zu dem Tag, an dem die Mächte des Westens und ihre Handlanger Russland und China an die Gurgel gehen werden.

China ist ebenfalls mit einer Einkreisung und Umzingelung bedroht, wobei das Pentagon offen erklärt, dass es sein Augenmerk und seine Flotten in den Pazifik verlagert. Während Verteidigungsminister Leon Panetta die Bedenken zu „zerstreuen“ versucht, dass die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Kräfte gegen China in Stellung bringen, widersprechen seine weniger als glaubwürdigen Worte den fast 20 Jahren an politischen Aufzeichnungen der Vereinigten Staaten von Amerika, die beschreiben, wie China eingekreist und zu Fall gebracht werden soll durch genau diese Methode der wieder zur Geltung gebrachten Vorherrschaft der Vereinigten Staaten von Amerika im Pazifik.

Früher oder später wird es zur Konfrontation kommen, und für diejenigen, die sich wundern, warum die Welt angesichts der Nazis so apathisch war, welche im Rückblick betrachtet eine offenkundige Bedrohung des Weltfriedens waren, können wir heute von einem Sitzplatz in der ersten Reihe aus verfolgen, wie Wall Street und London und die in ihrem Dunstkreis Schritt für Schritt gegen Souveränität und Schicksal einer Nation nach der anderen verstoßen, unterstützt von der scheinbar unendlichen Apathie und Ignoranz ihrer eigenen Bevölkerung. Und wie im Fall Deutschlands werden es diese Bevölkerungen sein, die den ultimativen Preis für Gleichgültigkeit und Untätigkeit angesichts der rücksichtslosen hegemonistischen Ambitionen ihrer eigenen Regierungen bezahlen.

erschienen am 6. Juni 2012 auf > GlobalResearch > Artikel und Land Destroyer Report

Übersetzung: Klaus Madersbacher, antikrieg.com

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