Mittwoch, 6. Juni 2012

Spiel mir das Lied vom Tod - Die Spaß- und Schießgesellschaft pfeift aus dem letzten Loch

Mowitz
Bei Bettina Gaus, Journalistin und politische Korrespondentin der taz, scheint inzwischen angekommen zu sein, worauf im "verschwörungstheoretischen" Netz schon seit Jahren hingewiesen wird: Das Ende der Demokratie ist nicht nur bedrohlich nahe, sondern bereits nackte Realität. Inzwischen weist also sogar eine Journalistin der Mainstreamjournaillen zurecht darauf hin, dass die Gefahr weniger von den sagenumwobenen politischen Schwerverbrechern ausgeht, als von den netten, umgänglichen Menschen von nebenan, die es geschehen lassen. Sie meinen es genüge sich selbst für aufrechte Demokraten zu halten und ansonsten Politik und Gesellschaftsarbeit der politischen Klasse, samt den Herren über Wirtschaft und Finanzen zu überlassen.

Im Augenblick erleben wir die letzten Zuckungen eines internationalen Groß- und Finanzkapitals, das versucht, das System der globalen Ausbeutung noch schnell mit Selbstgedruckten und der Wunderwaffe Krieg beim Ressourcenklau zu retten. Nur ja nicht im Bestreben nachlassen, nicht vorhandene Taschen des Leichentuches bis zum letzten, verstrahlten Atemzug mit viel unnützem Brimborium zu füllen um es mit ins Jenseits, in ein nicht endend wollendes Nichts zu retten. Unsere geistig verrotteten Eliten können es nicht lassen auch noch die letzten Tage vor dem Crash sich dem Glauben hinzugeben, die Verheißungen des Kapitalismus würden sich schon erfüllen und nicht in Luft auflösen. Ihr hektisches Treiben wird den eigenen Untergang so wenig aufhalten wie den unseren. Wir, die unkritischen Komplizen und Handlanger der elitären Heimlich- und Wichtigtuer, suchten ihre Nähe anstatt ihnen in den Arm zu fallen um das Unheil zu stoppen, dass sie, für jedermann erkennbar, verbreiten. Wir taugen als permanente Geräusch-Kulisse in München, Säbener Straße, nicht aber zu einer sinnvolleren Drohkulisse vor Bankpalästen und Reichstagsgebäude.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Im Gleichschritt marschierten die Heimlichtuer und Schlauen mit wichtigem Gesichtsausdruck von einer Bütt in die nächste und erzählten sich und uns etwas von der Notwendigkeit des Sparens. Eine völlig überforderte Merkel, (aber nicht nur sie), ließ sich keine Möglichkeit entgehen, ihrer wirtschaftlichen Unkenntnis freien Lauf zu lassen. Das Schuldenmachen müsse ein Ende haben, war und ist (noch) der allgemeine Tenor, der elitären Neunmalklugen. Obwohl langsam auch wieder anderes gesagt werden darf. Zumindest hätten Merkel und ihre so genannten Experten wissen sollen, dass nach Soll und Haben Schulden und Überschüsse sich immer, in jeder Minute, die Waage halten. Hundert Euro Überschuss in der deutschen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung sind z.B. hundert Euro Defizit in der griechischen. Exportüberschüsse der Schlauen sind die Defizite der Doofen und zwar bald wieder auf Heller und Pfennig. Womit also sollen die Doofen ihre Schulden eigentlich  zurückzahlen? Das geht in diesem Wirtschaftssystem nur, wenn die bisher Schlauen sich zu Doofen mutieren und Defizite erwirtschaften anstatt Überschüsse. Das wollen aber die Schlauen in Berlin nicht. Deutschland, so meinen sie alternativlos, müsse auch weiterhin Überschüsse im internationalen Handel erwirtschaften, und allein schon der Verlust des Exportweltmeistertitels zum weniger glamourösen Vizemeister sei für das 80 Millionen Völkchen ein herber Verlust. Papperlapapp!

Ideal wäre, wenn kein Staat weder Defizit noch Überschuss erwirtschaftete. Sondern über einen gegebenen Zeitraum Export und Import der einzelnen Staaten sich die Waage hielten. Dann müssten allerdings Staaten wie Deutschland aufhören seine Nachbarn mit zum großen Teil durch hausgemachte Lohnsenkungen unter Druck zu setzen, um gezielt mehr zu exportieren als zu importieren. Und das schon seit Jahrzehnten. Wenn in Deutschland mit stolz geschwellter Brust irgendwelche ökonomischen Pappnasen erzählen, die Lohnstückkosten müssten immer niedriger werden damit man "konkurrenzfähig" bleibe, so sollte auch die Frage gestellt werden, ob das bedeutet, dass man nun für 0 Euro die Stunde arbeiten darf, oder gar noch für jede Arbeitsstunde selbst einen Euro mitbringen muss.

Es ist höchste Zeit für einen Systemwechsel. Die jetzige Flickschusterei an einem dem Untergang entgegentaumelnden System ist weggeschmissene Energie. Nur der Pfaffe fürs Metaphysische aus Rostock hält noch tapfer dagegen und meint: "Es gebe keinen besseren Nährboden für Problemlösungen als eine Gesellschaft mit offenen Märkten und freiem Wettbewerb". Vom Pfaffen über Stasi-Aktenordner zum BP - und schon ist man für alles erster Experte im Staate.

„Es kommt nicht darauf an, was du bist, sondern für was die Leute einen halten.“

FH

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