Freitag, 13. Juli 2012

Kriege leicht gemacht - "Herrgott Henry, Sie sollen im großen Stil denken!"

Mowitz
Richard Nixon, von 1969 bis 1974 US-amerikanischer Präsident, in einem vertraulichen Gespräch mit seinem damaligen Sicherheitsberater und späteren Außenminister, dem Friedensnobelpreiskriegsverbrecher Henry Kissinger, wie "strategische Interessen" zu händeln sind. Gemeint war Vietnam:

Nixon: "Wir sollten die Deiche bombardieren."
Kissinger: "Dann würden 200.000 Menschen ertrinken."
Nixon: "Ach so. Dann lieber die Atombombe."
Kissinger: "Also, ich denke das wäre zu viel."
Nixon: "Die Atombombe? Beunruhigt Sie das?"
Kissinger: "Unverständliches Raunen."
Nixon: "Herrgott Henry, Sie sollen im großen Stil denken!"
(Zitat aus: War made easy - wenn Präsidenten lügen)

So sind sie, die praktizierenden Friedensflüsterer. Als Grabinschrift wurde Nixon noch mit einem Zitat aus seiner eigenen Antrittsrede von 1969 als Präsident der Vereinigten Staaten gelobhudelt, die lautet: “The greatest honor history can bestow is the title of peacemaker.” (deutsch: „Die größte Ehre, die einem die Geschichte verleihen kann, ist der Titel des Friedensstifters“).

Die aktiven, einflussreichen Geschichtsfälscher der USA konnten es nie verwinden, dass der Frieden den sie am Ende des jahrelangen Massaker mit den Vietnamesen gezwungenermaßen schließen mussten, um  mit eingezognem Schwanz und Hals über Kopf noch vom Dach ihres Botschaftsgebäudes in Saigon fliehen zu dürfen, (hier im Bild), in Wahrheit eine bedingungslose Kapitulation war. Eine kolossale Demütigung für die Supermacht, vor den Barfuß-Vietcongs der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams, am Ende Reißaus nehmen zu müssen und keines der selbstgesteckten Ziele erreicht zu haben. (Was man auch so gut wie nie mit Kriegen tut). Zurückgelassen hatten die US-Aggressoren ein verwüstetes und vergiftetes Land. Mit großen Mengen giftigen Herbizide (Entlaubungsmittel), die die Amis einsetzten um mit der Entlaubung von Bäumen den Freiheitskämpfern die Deckung zu nehmen und durch die Schädigung von Pflanzen die Lebensmittelproduktion in Vietnam zu erschweren. Die daraus resultierenden Umwelt- und Gesundheitsschäden in Vietnam und der vietnamesischen Bevölkerung waren erheblich.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Für dieses gigantisches Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurden die Funktionäre des US-Imperiums nie zur Rechenschaft gezogen. Die Vereinigten Staaten zahlten auch nie irgendeine, wie auch immer geartete Wiedergutmachung an die Opfer ihrer barbarischen Handlungen. Vor einigen Jahren zog eine vietnamesische Organisation, die 4.8 Millionen erkrankte Vietnamesen vertritt gegen 37 Chemiefabriken die das dioxinhaltige Gift hergestellt hatten, darunter Dow Chemical and Monsanto, vor US-Gerichte um Gerechtigkeit einzufordern. US-Regierungsstellen befassen sich nicht mit den Folgen des Unheils das sie anrichten, also muss man gegen die privaten Produzenten der Gifte prozessieren, weil diese sie an die US-Army verkauft hatten. Wie und ob der Prozess beendet ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Das ist letztlich auch nicht entscheidend. Entscheidend sind die unsäglichen Kriege und Kriegsverbrechen mit denen die Vereinigten Staaten die Welt überziehen und für die keine Entschädigung der Welt ausreicht um das lebenslange Leiden der Betroffenen auch nur annähernd zu lindern.

US-Präsident Lyndon Johnson wollte den Krieg gegen Vietnam und bekam ihn. Mit seinem erfundenen Tonkin-Zwischenfall, auf den der Kongress mit seiner Tonkin-Resolution reagierte, wurde der (erwünschte) große Konflikt initiiert. Diese gab der US-Regierung die Vollmacht, „alle notwendigen Schritte zu unternehmen, einschließlich des Gebrauchs bewaffneter Gewalt, um jedes Mitglied […] des Südostasiatischen Kollektiven Verteidigungsvertrages […] in der Verteidigung seiner Freiheit“ zu unterstützen. Die Resolution wurde im Repräsentantenhaus mit 416 zu 0, im Senat mit 88 gegen zwei Stimmen angenommen. Damit konnte die US-Regierung Truppen nach Vietnam entsenden, ohne offiziell eine Kriegserklärung aussprechen zu müssen. Ein Mitarbeiter im State Department bezeichnete dies als das „funktionale Äquivalent einer Kriegserklärung“.

1971 veröffentlichte der Pentagon-Mitarbeiter Daniel Ellsberg einen als Pentagon-Papiere bekannt gewordenen Bericht, der die Darstellung des Zwischenfalls durch die frühere Regierung als bewusste Falschinformation entlarvte. Zu diesem Zeitpunkt hatten der Krieg in Vietnam und die US-amerikanische Beteiligung bereits ihren Höhepunkt erreicht. Am 30. November 2005 gab der US-Geheimdienst NSA geheime Dokumente frei und bestätigte damit indirekt, aber offiziell, dass der Vietnamkrieg infolge einer bewussten Falschmeldung an US-Präsident Johnson begann.
Der Vietnamkrieg forderte auf vietnamesischer Seite etwa drei Millionen Todesopfer, davon waren zwei Millionen Zivilpersonen. Weitere 2 Mio. Menschen wurden verstümmelt und zusätzlich 2 Mio. Menschen giftigen Chemikalien ausgesetzt. Auf amerikanischer Seite starben etwa 58 000 Soldaten. Wiki
Aber so wie man sich heute noch bemüht die Kapitulation vor den, im Gegensatz zur US-Army, ohne Chemikalien kämpfenden Vietcong, als aus einem "großzügigen" US-amerikanischen Friedensangebot resultierenden Friedensabschluss zu kaschieren, so wird auch die Kapitulation des Imperiums in Afghanistan als freiwilliger Truppenabzug sprachlich weniger chaotisch geregelt, als er in Wahrheit ist. Ihrem Ziel, die Einkreisung Russlands und Chinas sind die Hasardeure der Weltpolitik keinen Schritt näher gekommen. Das einzige was sie erreicht haben ist etliche Schritte näher an die Grenzen ihrer Zahlungsfähigkeit gestoßen zu sein, und verspielen so das eigene Streben ihre Stellung als globaler Hegemon zu sichern. Das macht sie auf der anderen Seite noch unberechenbarer und gefährlicher als sie es ohnehin schon sind. Ihre wilden Kriegsdrohungen gegen den Iran und Syrien, aufbauend auf das gleiche Lügengespinst wie bei allen ihren Kriegen nach 1945, sind höchst gefährlich für die gesamte Menschheit und haben durchaus das Potential einen finalen Nuklearkrieg auszulösen. Das Imperium ist immer noch militärisch stark und skrupellos genug die Welt in Brand zu setzen, wenn es sich Vorteile davon verspricht.

Sämtliche Kriege in die die Yankees die Welt immer wieder stürzen, laufen innenpolitisch nach dem gleichen Propagandamuster ab. Mit Lügen und Manipulation macht eine so genannte Elite die eigene Bevölkerung kriegswillig und lässt sie für die Interessen der Eliten in den Krieg ziehen. Sie tun das im festen Glauben die "Guten" zu sein und für das "Gute" zu morden. Manipulation statt Information. Propaganda statt Aufklärung. Ohne Hilfe einer gekauften Presse, die den gleichen "Idealen" und Auftraggebern dient, wie andere X-beliebige Kriegsgewinnler auch. Ohne eine gekaufte und manipulierende Presse wäre eine so gigantische Bevölkerungsmanipulation gar nicht möglich.

Der Vietnam-Krieg wurde letztlich auch mit Hilfe der heute viel geschmähten 68er-Bewegung beendet, die nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und anderen Teilen der Welt aktiv war. So wurden beispielsweise beim Kent-State-Massaker 1970 an der Kent State University in den USA vier Studenten erschossen und neun teils schwer verletzt, als die Nationalgarde des Staates Ohio während einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg das Feuer auf die Menge unbewaffneter Demonstranten eröffnete. Auslöser der massiven Proteste war die US-amerikanische Invasion Kambodschas am 25. April 1970 gewesen, die Präsident Nixon am 29. April bekannt gegeben hatte, obwohl er im Wahlkampf einen „anständigen Frieden“ versprochen hatte. Ziel des Feldzuges war die Vernichtung der dort verborgenen Vietcong-Kämpfer.

100.000 Demonstranten versammelten sich daraufhin vor dem abgeriegelten Weißen Haus. Der Präsident musste schließlich einlenken und das Ende der Invasion verkünden.

Was lernen wir daraus? Auf Dauer kann keine Regierung der Welt gegen das eigene Volk regieren.! Darauf sollten wir uns wieder besinnen und es nicht bei zaghaften Missfallensäußerungen mit dem Computer belassen. Physische, aber friedliche Proteste auf der Straße, sind um ein vielfaches wirkungsvoller als jede Internet-Petition, die irgendwo im Niemandsland entsorgt wird.

Existenzielle Gründe um Proteste durchzuführen gibt es zuhauf. Neben drohenden Kriegsgefahren, wäre da noch der bevorstehende Zusammenbruch des Finanzsystems und der damit verbundenen, gigantischen Umverteilung von unten nach oben.

FH


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