Mittwoch, 4. Juli 2012

Warum wird wohl ein iranischer Angriff auf Israel simuliert?

Alan Hart
Der britische Journalist und Autor Alan Hart untersucht die Gründe für das im Oktober 2012 geplante gemeinsame Raketenabwehr-Manöver der USA und Israels.

Von Alan Hart
Information Clearing House, 28.06.12

Nach Berichten in israelischen Zeitungen (s. hier) bereiten die USA und Israel für Oktober ihr bisher größtes gemeinsames Militärmanöver vor, kurz bevor die US-Wähler darüber entscheiden, ob sie Obama für eine zweite Amtszeit ins Weiße Haus schicken oder ihn durch Mitt Romney ersetzen. In dieser Übung, an der Tausende von Soldaten und die modernsten Raketenabwehrsysteme beteiligt sein werden, sollen gleichzeitig stattfindende Raketenangriffe aus dem Iran und aus Syrien simuliert werden.

Da der Iran von sich aus weder einen Raketenangriff noch eine andere Militäraktion gegen Israel starten, sondern damit allenfalls auf einen Überfall Israels und der USA reagieren würde, scheint die Abwehr eines solchen Gegenangriffs der eigentliche Zweck der bevorstehenden Übung zu sein.

Ich vermute, dass sich Präsident Obama vor allem aus innenpolitischen Gründen zu diesem Manöver entschlossen hat. Romneys Republikanische Partei stellt Obama als einen Präsidenten dar, der Israel gefährde, weil er zu nachgiebig gegenüber dem Iran sei und nicht genug tue, um die Islamische Republik am Erwerb von Kernwaffen zu hindern, und weil er außerdem Israel von einem Angriff auf den Iran zurückhalte. Das sehr enge Rennen um den Einzug ins Weiße Haus wollen die Zionisten und ihre evangelikalen christlichen Verbündeten dadurch zugunsten des Republikaners Romney beeinflussen, dass sie behaupten, Obama sei eine Bedrohung für Israel.

Weil Obama das weiß, könnte er das Manöver, mit dem die Abwehr von gleichzeitig im Iran und in Syrien abgefeuerten Raketen simuliert werden soll, genehmigt haben, um unmittelbar vor der Wahl die unberechtigten republikanischen Vorwürfe gegen ihn zu entkräften. Fast kann ich Obama schon hören, wie er vor im Hintergrund laufenden Fernsehbildern von dieser Übung ausruft: "Kein demokratischer oder republikanischer US-Präsident vor mir hat jemals mehr für die Sicherheit Israels getan."

Es könnte auch sein, dass Obama mit einer solchen Demonstration seiner Sorge um Israels Sicherheit am Ende seiner ersten Amtszeit die Unterstützung der jüdischen Lobby in den USA gewinnen will, um Israel auch in seiner zweiten Amtszeit von einem Angriff auf den Iran abhalten zu können.

Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit. Obama könnte auch damit rechnen, dass Israel, wenn das iranische Atomprogramm nicht durch diplomatische Bemühungen zu stoppen ist, den Iran auf jeden Fall angreifen wird, unabhängig davon, wer dann im Weißen Haus residiert.

Ein israelischer Angriff auf den Iran könnte einen Flächenbrand in der gesamten Region entfachen und die USA, auch wenn sie das nicht wollen, zu einem militärischen Eingreifen zwingen. Angesichts dieses Szenarios könnte Obama in dem bevorstehenden Manöver die beste Möglichkeit gesehen haben, die US-Streitkräfte auf den Endkampf um Israel und vielleicht sogar um die Weltherrschaft vorzubereiten.

Wir werden sehen.

Alan Hart beschäftigt sich seit fast 40 Jahren mit den Ereignissen im Nahen Osten, ihren globalen Folgen, den erschreckenden Implikationen eines Krieges der jüdisch -christlichen gegen die islamische Kultur und der damit verbunden erneuten Bedrohung des Judentums. … Er ist Autor des Buches "Zionism: The Real Enemy of the Jews" (Zionismus: Der wahre Feind der Juden). Unter http://www.alanhart.net betreibt er eine eigene Website.

Übersetzung, Wolfgang Jung, luftpost kl.de

Mehr zum Thema:
Gegenmeinung: "Netanjahu hat sich entschieden, den Iran noch vor den US-Präsidentschaftswahlen im November anzugreifen.".....

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