Dienstag, 25. September 2012

Der Finanzcrash - Mittel zur totalen Privatisierung

Mowitz
Kohls nachhaltiges Dröhnen von einer "geistig-moralischen Wende" leitete 1982 die politische Koalition der Wende- und Umfallerhälse von Union und Neoliberalen zur Einführung des Marktradikalismus auch in Deutschland ein.

Dem chilenischen Massenmörder im Generalsrang, Augusto Pinochet, der mit US-Hilfe 1973 an die Spitze des chilenischen Staates geputscht wurde, schickte die Wall-Street-Elite den radikalliberalen Ökonomen Milton Friedman nach Chile zur Hilfe, um es als Experimentierfeld menschenfeindlicher Wirtschaftspolitik zu missbrauchen.

Neben seinen Verbrechen die er am chilenischen Volk beging, nahm sich Pinochet noch die Zeit, zahlreiche Chilenen und Ausländer als Wirtschaftsberater aus den USA zu holen, die ebenfalls die radikal-marktextremistische Linie Friedmans vertraten. Bekannt wurden sie unter dem Namen Chicago Boys. (Die Chicago Boys sind eine Gruppe chilenischer Wirtschaftswissenschaftler, die von 1956 bis 1970 größtenteils an der University of Chicago studiert haben und die von den Ideen Friedrich August von Hayeks und Milton Friedmans inspiriert waren.) Der Massenmörder im Generalsrang, inzwischen im Präsidentenamt angekommen, führte wirtschaftlich umfassende Privatisierungen durch, die durch sein diktatorisches Regime in Chile ermöglicht wurden.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
"Bis 1979 wurden 20 % der Staatsbediensteten entlassen und der Staatshaushalt um die Hälfte zusammengestrichen. Davon profitierten die Investoren, weil die Zölle und Steuern stark sanken. Die Wirtschaftspolitik setzte auf Privatinitiativen und entzog weite Teile des Gesundheitswesens und der Bildung der staatlichen Verantwortung. Die Verstaatlichung der Kupferindustrie hielt Pinochet allerdings aufrecht. Aus den Einnahmen der Kupfergesellschaften wird bis heute das chilenische Militärbudget finanziert....." Wiki
So ist es heute noch. Nur mit dem Unterschied, dass nicht nur in Chile der ökonomische Wahnsinn eingeführt wurde, sondern auch in weiten Teilen der übrigen Welt. In Chile durfte damals die Kupferindustrie noch in staatlichem Eigentum bleiben. Nicht um einen noch so bescheidenen Wohlstand zu finanzieren, den man ja gerade abgeschafft hatte, sondern um das Militär zur Unterdrückung und Internierung des eigenen Volkes finanzieren zu können.
"Im Nationalstadion von Santiago wurden die Opfer interniert, viele von ihnen gefoltert und getötet. Insgesamt wurden vermutlich etwa 3197 (gesicherte Anzahl der Opfer) bis 4000 Menschen während der Diktatur ermordet, der Großteil davon in den Wochen nach dem Putsch. Etliche Menschen verschwanden spurlos und auf bis heute ungeklärte Weise. Etwa 20.000 Menschen flohen noch 1973 ins Ausland. Insgesamt wanderten während der Militärdiktatur eine Million Chilenen aus.

Als Todeskarawane erlangte ein Exekutionskommando unter Kommandant Arellano Stark traurige Berühmtheit. Als Pinochet persönlich unterstellter und später zum General ernannter Offizier ermordeten er und seine Soldaten im ganzen Land 72 bereits verhaftete Regimegegner.

In den dünn besiedelten Wüstengebieten im Norden Chiles und in Patagonien errichtete das Militär Konzentrationslager, wo Oppositionelle und deren Sympathisanten nicht selten zu Tode gefoltert oder unter anderem mit Flugzeugen hinaus aufs Meer geflogen und dort hinausgeworfen wurden. Es kam unter einigen Offizieren zu makabren Wettstreiten um die größten Grausamkeiten. Wiki"
Das waren die Anfänge der "geistig-moralischen-Wende". Ein Konstrukt zur Stärkung kapitalistischen Herrschaftsgebarens und zur erneuten Knechtung der Arbeiterschaft. Die hatte sich so langsam aus einer jahrhundertealten Unterjochung gelöst und sich soziale Errungenschaften erkämpft. Diese Gegenbewegung lief in Großbritannien unter dem Pseudonym Thatcherismus, in den USA unter Reaganomics und wurde in Deutschland durch das so genannte Lambsdorff-Papier durch die Hintertür eingeführt. Alles mit dem Ziel einer Vermehrung der Konzernprofite sowie der Entsolidarisierung der Arbeitnehmerschaft untereinander, die durch eine Spreizung der Löhne  erreicht wurde. Individualismus anstelle von Solidarität.

Heute haben wir einen Finanzcrash apokalyptischen Ausmaßes, den anscheinend niemand verstehen kann. Der aber bereits seine Gewinner hat. Die Privatisierer! Die griechische Regierung hat angekündigt, dass man alles verkaufen will. Inseln, Königspaläste, erstklassige Grundstücke, Häfen, Lufthäfen, Straßen, das staatliche Benzin-Unternehmen, die Lotterie, die Post. Das Geld haben die Käufer aus den "Rettungsfonds" für Bankster und Spekulanten. Anstatt sie pleite gehen zu lassen und die Realwerte in Gemeineigentum zu belassen, verkaufen wir sie an die Auslöser der Krise gegen unser eigenes Geld. Alles klar?

FH

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Gegenmeinung: Der große Reibach......

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