Freitag, 7. September 2012

Mit Gott auf Du

Mowitz
Der radikaljüdische Rabbi Ovadia Yosef, "Nichtjuden existieren nur, um den Juden zu dienen", geistlicher Führer der radikalextremistischen jüdischen Schas-Partei, die in der gegenwärtigen Regierung des rechtsradikalen, faschistoiden Kriegstrommlers Netanjahu vier Ministerposten innehat, macht wieder von sich reden. In der israelischern Zeitung HAARETZ vom 26. August 2012 ist zu lesen, (deutsche Übersetzung des Artikels hier), dass er die Juden auffordert am Samstag für die Zerstörung des Irans zu beten. Was Gott dazu sagt, entzieht sich sowohl meiner als auch der Kenntnis des mittelalterlichen Rabbi, der eine echte Gefahr für das friedliche Zusammenleben der Menschen ausmacht und schnellstens vor ein weltliches Gericht gestellt werden sollte.

Die Aufforderung brachte er während seiner wöchentlichen, nicht immer friedlichen Predigt, wie wir jetzt wissen, vor. Wäre das in Deutschland passiert hätte das wohl den Verfassungsschutz auf den Plan gerufen. Oder nicht? Denn in Deutschland wäre es mit Sicherheit als Antisemitismus gewertet worden, wenn man einen zu Hass und Gewalt aufrufenden Rabbi eingelocht hätte. Das darf man nur mit muslimischen Geistlichen. Vor dem Gesetz sind alle gleich. Nur einige sind gleicher - wenn sie denn Auserwählte sind.

Anscheinend blies der Rabbi zur Auslöschung des Irans nachdem er über den neuesten Stand des iranischen Atomprogramms informiert worden war. Wer ihn informierte geht aus dem Artikel nicht klar hervor. Allerdings ist die Annahme, dass er von der israelischen Regierung "informiert" wurde die wahrscheinlichste. Von wem denn auch sonst? Immerhin ist seine Partei in der Regierungskoalition mit Netanjahu. Auch kann man davon ausgehen, dass die iranische Regierung wohl kaum jemanden treffen wollte, der den Sinn der Existenz von uns gewöhnlich Sterblichen darin sieht, "den Juden zu dienen". Der liebe Gott wird ihn ebenfalls nicht informiert haben, obwohl ihn jeder für sich vereinnahmen will, wenn er nur verückt genug ist und große Herrschaftsvorteile für sich und die Seinen davon erwartet. Dabei hat Gott schon immer alle Hände voll damit zu tun gehabt, um sich solcher Wirrköpfe wie Rabbi Ovadia Yosef zu erwehren. Die einzige Institution die Zeit und Lust hat sich der Dienste des Rabbi zu bedienen, ist natürlich die israelische Regierung. Die klagt nämlich darüber, dass die Israelis keine Lust auf einen Krieg mit dem Iran haben. Schon gar nicht auf einen nuklear geführten. Netanjahu mag den Liebesdienst des Rabbi Yosef, die Vernichtung des Irans zu fordern, freudig mit ihm abgesprochen haben und reibt sich wahrscheinlich immer noch die Hände aus purer Begeisterung, aber keiner weiß es besser als Netanjahu selbst: Die einzige nukleare Gefahr im Nahen Osten geht von Israel aus. Von niemanden sonst.

Naher und Mittlerer Osten vor der US-amerikanischen Neuordnung

Naher und Mittlerer Osten nach der US-amerikanischen Neuordnung

Israel ist schon seit Jahren auf einen illegalen Angriffskrieg gegen den Iran aus, wobei es weniger um das angebliche iranische Atomwaffenprogramm geht, das ja laut sämtlicher US-Geheimdienste auch gar nicht existiert, sondern letztlich um die Vorherrschaft im Neuen Nahen und Mittleren Osten mit all seinen Öl- und Gasvorkommen, die Israel als Stellvertreter für die US-amerikanische Wall-Street-Regierung ausüben soll. Der Rest ist Propagandagewäsch. Gefragt hat die betroffenen Länder niemand ob sie auf ihre Souveränität und Teile ihres Staatsgebietes verzichten wollen. Nur Israel, als einziges Land auf dieser Welt, verlangt Garantien für sein "Existenzrecht" und hat noch nicht einmal die Grenzen seines Staates aufgezeigt. Es ist das einzige Land auf der Welt, dessen Verfassung nicht die Grenzen seines Territoriums festlegt. In allen Ländern der Welt legt die Verfassung des Staates fest, wo der Staat beginnt und wo er endet. Wenn also dieser US-Plan durchgeführt ist, mit allen möglichen Änderungen, wird Israel noch viel mehr Land geraubt haben als es bisher schon getan hat. Bis es zu einem Großisrael kommt ist noch viel Luft nach oben.

FH

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