Sonntag, 30. September 2012

Strampeln für den Sieg

Mowitz
Die S?PD setzt auf Sieg. Nicht auf Platz. Sagt der ständige Verlierer Peer Steinbrück und wünscht sich mehr Beinfreiheit von seiner Partei zum Strampeln für den Sieg. Laut Wiki soll Steinbrück ein schlechter Schüler gewesen sein, der die Schule so sehr liebte, dass er mehrere Klassen mehrmals wiederholte. Ok, ich würde sagen, das spricht weniger gegen ihn, als seine spätere Berufswahl zum Wirt, zum Volkswirt.

Eine Berufsgruppe, die erst in den letzten Jahrzehnten den Sprung aus dem Hintergrund ins Rampenlicht der Öffentlichkeit schaffte. Und das mit Hilfe eines Preises, der nie für sie auch nur angedacht war. Die ersten Nobelpreise wurden 1901 ausgeteilt, fünf Jahre nach Alfred Nobels Tod. Nobel legte in seinem Testament auch fest, wer für die Vergabe der Preise zuständig sein sollte: Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften vergibt die Auszeichnungen für Physik und Chemie, das Karolinska-Institut den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin und die Schwedische Akademie den für Literatur. Während es sich bei diesen Institutionen um wissenschaftliche handelt, ist für die Vergabe des Friedensnobelpreises eine vom norwegischen Parlament bestimmte Kommission, das Norwegische Nobelpreiskomitee, zuständig. Volkswirte hatte Nobel in seinem Testamnt aus guten Gründen nicht bedacht.

Das mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass er schon damals die Geschichte über unsere Ökonomen gehört hatte, nämlich dass sie (die Ökonomen), glauben, wenn jemand die Tür, nach dem Besuch einer öffentlichen Bezahltoilette hinter sich nicht verschließt, so dass die nächste Person umsonst aufs Klo gehen kann, die gesamte westliche Zivilisation wegen einer widrigen Wohltätigkeit in sich zusammenbricht.

Den Volkswirten war schon immer Wohlstand suspekt. Ausgenommen der eigene. Sie wurden nie müde uns zu erklären, desto besser es uns jetzt gehe, umso schlechter würde es uns später gehen und zwar bedeutend schlechter als wir es anfangs schon hatten. Ergo ist es eine reine Wohltat wenn sie uns, zu unserem eigenen Besten, auch weiterhin in Armut hielten. Ob sie schon so früh meinten, dass der heutige Finanzcrash eine Folge des allgemeinen Wohlstsandes ist? Donnerlittchen auch.
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Achtundsechzig Jahre lang erfüllte das Nobel-Komitee Alfred Nobels Testament und teilte den Nobelpreis an die dafür von ihm bestimmten Wissenschaften aus und hielten die Volkswirte bei der feierlichen Preisverleihung außen vor. Bis 1969 konnte man sich dem Ansturm der Vielgeschmähten erwehren. Bis man aus unerklärlichen Gründen seit 1969 einen in der Öffentlichkeit so bezeichneten "Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften" austeilt, von dem nur eine Minderheit weiß, dass er nicht von Alfred Nobel, sondern von der Schwedischen Reichsbank anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens gestiftet wurde. Es handelt sich also nicht um einen Nobelpreis, sondern um eine Ehrung, zum Gedenken an Alfred Nobel.

Dieser schwedische Reichsbank-Schildbürgerstreich erhöhte das öffentliche Ansehen und damit auch die Macht einer Zunft die in keinem Verhältnis zu ihrer eher quacksalberischen Randwissenschaft steht.

Na ja, für den Posten eines Chancellor der Bankster wird Fischkopp Steinbrück so tauglich wie Merkel sein. Was solls also.

Übrigens, in einer Sendung der ARD wurde über die mutigen Proteste der Spanier und Griechen gegen das Hungerdiktat der Bankster rapportiert. Die Pappnase im heimischen Studio fragte ganz ungläubig die berichtende Reporterin vor Ort in Athen: "Wer geht da eigentlich auf die Straße? Ist das ein Querschnitt durch die Gesellschaft oder sind das eher "Randgruppen?" Es waren keine "Randgruppen", es war quer durch die Gesellschaft. Mittelschicht, Lehrer, Ärzte, Richter, Rentner, Schüler und Studenten. Aber die Richtung der tendenziösen ARD ist schon klar. Die "Randgruppen" sinds.

FH




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