Sonntag, 23. September 2012

Von den USA unterstützte Terroristen haben den US-Botschafter in Libyen ermordet

Von Tony Cartalucci
Global Research, 12.09.12
"Ich habe diese tapferen Kämpfer getroffen, und sie gehören nicht zu Al-Qaida. Im Gegenteil: Es sind libysche Patrioten, die ihre Nation befreien wollen. Wir sollten ihnen dabei helfen." – Senator John McCain am 22. April 2011 in Bengasi, Libyen. [s. hier]
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
In der gleichen Stadt, in der McCain diese Worte äußerte, haben seine "libyschen Patrioten" jetzt John Christopher Stevens, den Botschafter der USA, ermordet. Bei einem Angriff auf das US-Konsulat in der Stadt Bengasi im Osten Libyens, die seit einem Jahrzehnt ein Epizentrum des globalen Terrorismus ist und in der im letzten Jahr auch der gewaltsame Umsturz und die Zerstörung des souveränen Staates Libyen begannen, fanden Botschafter Stevens und zwei seiner Mitarbeiter den Tod.

Die westlichen Medien behaupten, die Gewalt sei von einem anti-islamischen Film ausgegangen, der in den USA produziert wurde. In Wirklichkeit war der von dem neokonservativen Clarion Fund finanzierte Propagandafilm nur der äußere Anlass für die zum 11. Jahrestag der Anschläge am 11.09.2001 gleichzeitig durchgeführten Angriffe auf das US-Konsulat in Libyen und die US-Botschaft im ägyptischen Kairo; diese Gewalttaten waren schon lange vorher geplant [s. hier]. Der (in New York ansässige pro-israelische) Clarion Fund (weitere Infos dazu hier) produziert regelmäßig anti-islamische Propaganda-Machwerke, wie zum Beispiel (den Film) "Iranium", um durch Angst und Wut Spannungen zu erzeugen und einen Keil zwischen die westliche Zivilisation und den Islam zu treiben und den globalen Krieg um Profit am Laufen zu halten.

Die NATO hat Libyen bewusst an Al-Qaida ausgeliefert

Nach Erkenntnissen des Combating Terrorism Centers / CTC der US-Army in West Point kamen aus Bengasi und aus der benachbarten Stadt Darnah unverhältnismäßig viele der ausländischen Kämpfer, die Terrorakte gegen die Menschen im Irak und in Afghanistan verübten; die beiden Städte stellten die Fußsoldaten, die gebraucht wurden, um einen zermürbenden und spalterischen Konfessionskrieg zwischen Sunniten und Schiiten anzuzetteln, der den gemeinsamen Widerstand beider islamischer Konfessionen gegen die eingefallenen westlichen Truppen aufsplitterte.

Die Männer, die McCain als Patrioten lobte, gehören zur Libyan Islamic Fighting Group /LIFG (zur libysch-islamischen Kampfgruppe, ) und stehen nach einem Bericht aus West Point in direkter Verbindung mit Al-Qaida; das USAußenministerium, das britische Innenministerium und die Vereinten Nationen führen sie in ihren Listen als "ausländische Terrororganisation". McCain unterstützte diese in Listen erfassten Terroristen nicht nur rhetorisch, er forderte auch materielle Unterstützung für sie – in Form von Waffen, Geld, Ausbildung und Luftunterstützung; damit verstieß er eindeutig gegen das US-Gesetz USC § 2339A & 2339B, das "die materielle Unterstützung oder Versorgung ausländischen Terrororganisationen" ausdrücklich verbietet.

Die gleichen Terroristen kontrollieren jetzt de facto nicht nur große Teile Libyens, sie führen auch Todesschwadronen in Syrien an und beliefern die Rebellen in Mali mit Waffen; die explosionsartige Erweiterung ihres Einflussbereichs wurde nur möglich, weil sowohl Republikaner als auch Demokraten – wie schon die Neokonservativen der Bush-Ära – vordergründig anti-islamische Propaganda betreiben und gleichzeitig die radikalsten und extremistischsten islamistischen Gruppen, die direkt mit Al-Qaida in Verbindung stehen, mit Waffen beliefern.

Jetzt ist Syrien an der Reihe

Die US-Politik verspricht zwar "die Förderung der Demokratie", eigentlich geht es ihr aber nur darum, islamische Länder durch den Einsatz terroristischer Gewalt zu destabilisieren; genau die gleichen Kämpfer, die für den Tod eines US-Botschafters verantwortlich sind, sollen im Auftrag der USA jetzt auch Syrien gewaltsam ins Chaos stürzen.

Die Nachrichtenagentur Reuters hat in ihrem Artikel "Libyan Fighters join Syrian revolt against Assad" (Libysche Kämpfer schließen sich der syrischer Revolte gegen Assad an,) berichtet, dass Mahdi al-Harati, "der mächtige Chef einer Miliz aus den Bergen im Westen Libyens" und ein militanter Kämpfer der von den USA, Großbritannien und den Vereinten Nationen als Terrororganisation geführten Libyan Islamic Fighting Group / LIFG, "jetzt eine Einheit in Syrien führt, die hauptsächlich aus Syrern besteht, zu der aber auch ausländische Kämpfer gehören, darunter 20 führende Mitglieder seiner eigenen libyschen Rebellengruppe. Reuters teilt außerdem mit, dass "zu den Libyern, die den syrischen Rebellen helfen, Spezialisten für Kommunikationen, Logistik, humanitäre Fragen und schwere Waffen gehören, die als Ausbilder und Trainer für Fitness und Kampftaktiken arbeiten".

Reuters gibt zu, dass die anhaltenden Kämpfe (in Syrien) nichts mit dem Streben nach Demokratie zu tun haben, sondern nur darauf gerichtet sind, unter dem Vorwand, die sunnitischen Muslime würden unterdrückt, Spannungen zwischen den verschiedenen Religionsgruppen Syriens hervorzurufen.

Der Reuters-Propagandaartikel wird mit der Behauptung abgerundet, die libyschen Terroristen drohten damit, "der Kriegszustand auf die ganze Region auszuweiten, wenn der Westen nicht mehr tue, um den Sturz Assads zu beschleunigen"; dabei kommt diese Forderung direkt von westlichen Think-Tanks, die von Konzernen finanziert werden. Erst kürzlich hat ein solcher Think-Tank, die Foreign Policy Initiative, eine Erklärung aus der BushÄra stammender Neokonservativer veröffentlicht, in der es heißt:
"Das nationale Sicherheitsinteresse der USA ist verknüpft mit dem Schicksal des syrischen Volkes und dem der gesamten Region. Der eskalierende Konflikt in Syrien droht auch auf seine Nachbarn überzugreifen – auf die Türkei, den Libanon, Jordanien, den Irak und Israel; er könnte Terrorgruppen wie Al-Qaida den Zugang zu weiteren Ländern eröffnen."
Der "Krieg gegen den Terror"-Befürworter John McCain, die Al-Qaida nahestehende LIFG und das neokonservative Establishment der USA haben sich jetzt offen miteinander verbündet, nachdem sie sich im "Krieg gegen den Terror" angeblich ein ganzes Jahrzehnt lang bekämpft haben. Es sollte nicht vergessen werden, dass diejenigen, die diese Erklärung unterzeichnet haben – darunter auch Elliott Abrams, Max Boot, Ellen Bork, William Kristol, Paul Bremer, Paula Dobriansk, Douglas Feith, Robert Kagan, Clifford D. May, Stephen Rademaker, Michael Weiss und Radwan Ziadeh – zu denen gehören, die den betrügerischen "Krieg gegen den Terror" [weitere Infos hier] erfunden haben, den auch McCain selbst leidenschaftlich unterstützt hat. Radwan Ziadeh, der Letzte auf der Liste, ist sogar Mitglied des Syrian National Council (des Syrischen Nationalrates) – einer von mehreren Tarnorganisationen, mit deren Hilfe sich das US-Außenministerium die Macht in Syrien zu erschleichen hofft.

Russland, China, der Iran und andere Staaten haben allen Grund, sich dem Terrorismus in Syrien zu widersetzen

Der "demokratische Fortschritt" in Libyen hat sich nun selbst demaskiert und als schlecht getarntes Geschöpf der NATO erwiesen, die nur einen sicheren Hafen für Al-Qaida-Terroristen schaffen wollte, um sie anschließend gegen die politischen Feinde des Westens in der arabischen Welt und darüber hinaus einsetzen zu können; es wird aber sehr viel schwieriger, wenn nicht sogar unmöglich sein, diese gleiche "Änderung" auch in Syrien durchzusetzen. Libyen konnte durch das direkte Eingreifen der NATO von Terroristen übernommen werden. Die syrische Regierung versucht verzweifelt, der syrischen Bevölkerung das gleiche Schicksal zu ersparen.

Obwohl die USA jetzt ihren eigenen Botschafter begraben müssen, der von Terrorbrigaden getötet wurde, die sie selbst bewaffnet und denen sie durch verdeckte oder offene Militäraktionen zur Macht in einem Staat verholfen haben, der jetzt durch Glaubens- und Stammeskämpfe noch mehr verwüstet wird, beharren sie darauf, ihren "Erfolg" in Syrien zu wiederholen.

Russland, China, der Iran und eine wachsende Anzahl weiterer Staaten widersetzen sich diesem Export des Terrorismus; nachdem der Tod des Botschafters Stevens die wahre Natur der von den USA als "Freiheitskämpfer" verkauften Unruhestifter offenbart hat, wird die globale Opposition weiter wachsen, und nur die schamlosesten und am stärksten vom US-Kapital profitierenden Regime werden die interventionslüsterne, bluttriefende Außenpolitik der USA weiter unterstützen.

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

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