Montag, 15. Oktober 2012

Die fromme Hoffnung des irakischen Premiers Nouri al-Maliki

Mowitz
"Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen," soll Mao Tsetung der Nachwelt als Erkenntnis seines jahrzehntelangen Kampfes für ein besseres China hinterlassen haben. Nouri al-Maliki, irgendwie mit Hilfe des Imperiums im Irak als Premierminister an die Macht gekommen, könnte bei seinen bisherigen Gönnern in Ungnade fallen, weil er jetzt mit Russland Verträge über Waffenlieferungen im Wert von 4,2 Milliarden US-Dollar abgeschlossen hat. Igor Korotschenko, Vorsitzender des Öffentlichen Rates beim Verteidigungsministerium Russlands, glaubt hingegen, dass das Imperium große Käufe russischer Waffen durch den Irak blockieren wird. Als Begründung verwies er Ende vorigen Monats auf den Umstand hin, dass zwischen 2008 und Ende 2011, Russland dem Irak Waffen für nur 246 Millionen Dollar, hauptsächlich Hubschrauber, verkauft habe. Im gleichen Zeitraum hätten die USA dem Irak Waffen und Kampftechnik im Wert von 6,56 Milliarden Dollar geliefert.
"Ausgehend von diesen Zahlen kann man sagen, dass die Politik Bagdads im Bereich der Rüstungskäufe voll und ganz von den USA kontrolliert wird", fuhr Korotschenko fort. "Es ist kaum realistisch, damit zu rechnen, dass sich die Tendenz ändert und Russland Verträge im Wert von 4,3 Milliarden Dollar bekommt. Washington wird den Abschluss derartiger Verträge blockieren", betonte der Experte. IRIB
Aber keck erklärte al-Maliki vor drei Tagen, nach der Unterzeichnung der Waffenlieferungsverträge zwischen Bagdad und Moskau, die USA könnten den von Bagdad unterzeichneten Vertrag über die Lieferung von russischen Waffen in Höhe von über 4,2 Milliarden US-Dollar nicht blockieren und demonstrierte forsch in einer russischen Nachrichtensendung, die im russischen Fernen Osten übertragen wird, Selbstbewusstsein:
Carlos Latuff: Wir sind OFFEN für Geschäfte

„Unsere Außenpolitik besteht darin, uns von unseren eigenen Interessen leiten zu lassen“ RIA Novosti
Ob das Imperium das genauso sieht ist mehr als zweifelhaft, denn nach seinen Richtlinien und eigenem Verständnis sind nur Imperiumsinteressen relevante Größen internationaler Politik und im Zweifelsfall mit Gewehr- und Kanonenläufen durchzusetzen. Außerdem ist der Waffenexport des Wall-Street-Imperiums bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen Bankrottlage des Imperiums noch eine der wenigen sicheren Einnahmequellen von Rang. So haben die Yankees im vorigen Jahr Waffen für 66 Milliarden US-Dollar exportiert und thronen damit ganz oben im Klub der Kriegsanstifer. Total wurden auf diesem "Markt" etwa 85 Milliarden weltweit umgesetzt.

Al-Maliki ist eine schillernde Persönlichkeit. Im Iran-Irak-Krieg kämpfte er auf Seiten der iranischen Armee gegen die irakische Armee. Auch war er von 2003 bis 2004 Mitglied der von der US-Besatzung initiierten Kommission zur "Entbaathifizierung" und ist seit April 2006 irakischer Ministerpräsident. Mit Sicherheit weiß auch er, wessen Interessen ins Gewicht fallen. Von daher ist sein Spruch "von unseren eigenen Interessen" im besten Fall Ausdruck einer frommen Hoffnung. Die Realität ist bedeutend weniger fromm. Einer der engsten Verbündeten der USA, der verbrecherische Terrorstaat Saudi Arabien, wurde gestern vom stellvertretenden Innenminister Iraks beschuldigt, für die Terroranschläge im Irak verantwortlich zu sein. Und das, davon kann man ausgehen, machen Saudis Wüstenscheiche nicht ohne ausdrückliche Genehmigung und in Absprache mit dem Imperium. Schließlich hat man gemeinsam die Terrorbande Al Quaida aus der Taufe gehoben, die heute in Syrien den USA dabei behilflich ist the Greater Middle East zu introduzieren, was die westlichen Konzern- und Lei(d)medien dröhnend beschweigen.

FH

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