Montag, 22. Oktober 2012

Israels Marine entert ”Ship to Gazas” Blockadebrecher ”Estelle”

Bild von 2010: Ursula Behr
Dror Feiler wird dafür angeklagt dem "Feind geholfen" zu haben

Dror Feiler einer der Sprecher von Ship to Gaza Sweden ist gestern von den übrigen schwedischen Passagieren, mit der Begründung, "dass er israelischer Staatsangehöriger sei und als solcher auch zur Verantwortung gezogen werde", getrennt worden.

Das ist nicht wahr und die israelischen Behörden wissen das auch.

Dror Feiler ist zwar geboren und aufgewachsen in Israel, verließ das Land aber bereits vor 40 Jahren, teilweise aus Protest gegen die israelische Besatzungspolitik. Er ist seit vielen Jahren schwedischer Staatsangehöriger und hat nicht länger die israelische Staatsangehörigkeit. Bislang ist es unklar, was die israelischen Behörden mit ihren offensichtlich falschen Behauptungen bezwecken.

Die schwedischen Passagiere haben ebenso wie die Mehrheit der übrigen Besatzung/Passagiere sich dafür entschieden, nicht ein Dokument zu unterzeichnen, mit dem sie anerkannt hätten "illegal" nach Israel gekommen zu sein. Neun von den Passagieren, ein Italiener, drei Spanier und fünf Griechen, hatten sich dafür entschieden das Dokument zu unterzeichnen und wurden in ihre jeweiligen Heimatländer ausgewiesen.

Die drei israelischen Bürger, Reut Mor, Elik Elhanan und Yonatan Shapira, wurden Sonntagmorgen in einer vorbereitenden Verhandlung vor Gericht gestellt. Der Richter beschloss, gegen den Antrag des Staatsanwaltes, dass die Gerichtsverhandlung öffentlich ist. Die Anklagepunkte lauten:


- bewusst dem Feind geholfen zu haben,

- Anstiftung zur Revolte

- dem Verbot für israelische Bürger nach Gaza zu reisen, getrotzt zu haben


Die gleiche Anklage wird nun auch gegen den schwedischen Bürger Dror Feiler erhoben.

Die vorläufige Verhaftung ist mit 48 Stunden verlängert worden und in dieser Zeit muss eine neue Verhandlung stattfinden.

Übersetzung aus dem Schwedischen: Folker Hoffmann, Gegenmeinung

Originalartikel

Heute, Montag um 13 Uhr, werden die Verhandlungen vor dem Gericht in Ashkelon gegen Dror Feiler wieder aufgenommen.

Update 18 Uhr

Dror Feiler weiter mit den übrigen Passagieren im Gefängnis

Nyhet | Nachdem Israel bereits vor einigen Stunden die eigentümliche Behauptung, dass Dror Feiler israelischer Staatsangehöriger sei, zurückgenommen hat, ist er jetzt nicht länger der ernsten Vergehen verdächtigt, für die er angeklagt wurde. Er wird nun zum gleichen Gefängnis in Ramle wieder zurückgeführt, in welchem auch die anderen Passagiere gefangen gehalten werden. Die drei israelischen Bürger sind heute abend auf freiem Fuß gesetzt worden. Allerdings mit einer Hausarrest-Auflage bis morgen 24 Uhr. Die Anklage gegen sie ist nicht fallengelassen worden, sondern immer noch aktuell.

Update 15.50 Uhr

Maria-Pia Boethius ist auf dem Heimweg nach Schweden

Nyhet | Laut Ship to Gazas Rechtsanwälte ist Maria-Pia Boethius auf dem Heimweg nach Schweden. Voraussichtlich wird sie auf dem Stockholmer Flughafen Arlanda um etwa 18 Uhr landen. Das schwedische Auswärtige Amt teilte mit, dass Israel nun zugegeben hat, dass Dror Feiler schon seit 1983 nicht mehr israelischer Staatsbürger ist.

Drei israelische Staatsbürger werden heute abend freigelassen

Nyhet | Die drei israelischen Staatsbürger, die als Passagiere auf der Estelle waren, werden heute abend aus der Haft in Ashkelon, Israel, entlassen, teilen Ship to Gazas Rechtsanwälte mit. Was das für Dror Feiler, der unter ähnlicher Anklage stand bedeutet, wissen wir noch nicht. Die übrigen Schweden werden zusammen mit der Mehrheit der Passagiere noch immer im Givon-Gefängnis in Ramla gefangen gehalten.

Neun Passagiere sind in ihre Heimatländer ausgewiesen worden, nachdem sie ein Dokument unterzeichneten mit dem sie "zugaben" gegen Israels Einwanderungsgesetze verstoßen zu haben.

Aus dem Schwedischen: Folker Hoffmann, Gegenmeinung
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Siehe auch:
Gegenmeinung: Israelische Aktivisten berichten über den Überfall auf die Estelle.....

Ship to Gaza - Sweden's items

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