Donnerstag, 11. Oktober 2012

Luftpiraterie: Türkei zwingt syrisches Passagierflugzeug zur Landung

Mowitz
Da sollen die türkischen Handlanger der USA nach Angaben des EhNaMag, Waffen beschlagnahmt haben, die, so das Nato-Kampfblatt, "für Syriens Machthaber Assad bestimmt waren."

Donnerlittchen auch. Immerhin ist Syrien noch ein souveräner Staat und seine legale und international anerkannte Regierung ist die Regierung des Präsidenten Assad. Der wiederum führt keinen persönlichen Krieg gegen sein Volk, wie uns der neudeutsche Stürmer weismachen will, sondern verteidigt sein Land gegen ausländische Aggressoren, bestehend aus dem nordamerikanischen Imperium und seinen zahlreichen Vasallen aus der islamischen (Saudi-Arabien, Katar, Türkei u.v.a) und westlichen Welt (Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Israel etc. incl. Nato), samt islamistischer Terrorgruppen.

Auch ist Syrien nicht mit Sanktionen und Embargos durch die UNO belegt, sondern ausschließlich mit EU-Sanktionen. Die sind aber völkerrechtlich völlig irrelevant und in keiner Weise bindend. Was sich also die Türkei hat zuschulden kommen lassen, ist ein klarer Akt der Luftpiraterie. Nur die UNO kann völkerrechtlich bindende Sanktionen gegen souveräne Staaten beschließen und benötigt dafür die Zustimmung des Sicherheitsrates. Der hat aber zum Glück durch seine ständigen Ratsmitglieder China und Russland bislang verhindert, dass die vom Imperium und seinen Ratsvasallen geforderten Sanktionen auch vom Sicherheitsrat beschlossen wurden. So ist die Sachlage.

Während Deutschland, die USA, Israel usw. terroristische Diktaturen wie Saudi-Arabien ungestraft mit Panzern, Kampfflugzeugen und anderem Mordwerkzeug beliefert, von dem ein Teil auch an die nach Syrien entsandten Mörderbanden gehen, die im allgemeinen Sprachgebrauch der gekauften Medien bei uns unter der Bezeichnung Freie Syrische Armee (FSA) verkauft wird. Deren Aufgabe ist schlicht und einfach dafür zu sorgen, Syrien gefügig zu machen und sich den selbstherrlichen Vorstellungen des Wall-Street-Imperiums von einem Greater-Middle-East nicht länger in den Weg zu stellen. Die legale syrische Regierung soll also von außen mit militärischen Mitteln gestürzt werden, was übrigens ein völkerrechtswidriger Akt ist, um US-amerikanische Vorherrschaftspläne durchzusetzen. Und es soll auch nicht bei Syrien bleiben. Der Iran steht ebenso auf der Agenda, wie die Großrivalen China und Russland.

Jeder vernünftig denkender Mensch kann sich selbst ausmalen, mit welch immensen Mengen an Opfern, menschlichem Leid und Massakern ein solcher Weg zur Durchsetzung der alleinigen US-Vorherrschaft verbunden ist. Dem Imperium und seinen Zahlmeistern bedeuten die Opfer nichts, so lange sie nicht selbst betroffen sind. Und in der Regel sind sie bisher immer glimpflich davon gekommen. Den nur 4488 toten US-Soldaten im Irak-Krieg beispielsweise, stehen über 1.000.000 tote irakische Zivilisten auf der anderen Seite gegenüber. Auch der Irak-Krieg, wie der Überfall auf Libyen, waren schon Teil der Schaffung eines Neuen Nahen und Mittleren Ostens, oder auch Greater Middle East.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Die Welt soll sich endgültig der Verfügungsgewalt der Wall Street Gangster unterwerfen. Selbst in der größten Krise des Wall-Street-Kapitalismus, den wir im Augenblick weltweit erleben, wird die Frage nach einer anderen wirtschaftlichen Ordnung nicht gestellt. Das sollte ernsthaft zu denken geben.

Solange immer wieder nationalistische und/oder auch religiöse Träumer und Spinner dem Gelabere ihrer respektiven Ideologen auf den Leim gehen und immer noch nicht bemerkt haben, dass es sich bei Nationalismus und Religion nur um Herrschaftsinstrumente handelt, sonst nichts, die in der Tat ein- und dasselbe Ziel verfolgen, nämlich die Aufrechterhaltung einer unrechtfertigen Gesellschaftsstruktur.

Der eigentliche Kampf findet nicht zwischen Nationen oder Religionen statt, sondern zwischen Oben und Unten. Nur manchmal auch zwischen den Eliten. Aber auch dann nur mit Hilfe des Prekariats als Schlachtopfer.

FH

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