Freitag, 12. Oktober 2012

Todesnacht in Stammheim 1977 / Neuaufnahme des Todesermittlungsverfahrens beantragt

JVA Stammheim, Bild: Wiki


Presseinformation


Neuaufnahme des Todesermittlungsverfahrens (TEV) zu
den am 18. Oktober 1977 in der JVA Stammheim tot
aufgefundenen Häftlingen Andreas Baader und Gudrun Ensslin
sowie den schwerverletzten Häftlingen Jan-Carl Raspe
und Irmgard Möller beantragt.

Pressegespräch mit den Antragstellern
Helge Lehmann und Gottfried Ensslin, Bruder von Gudrun Ensslin.

Außerdem Ulla Jelpke
(MdB und Innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE)

18. Oktober 2012 um 11:30 bis 13:00 Uhr
Vaporetto
Albrechtstraße 12 / Ecke Schiffbauerdamm
10117 Berlin
Speisen und Getränke stehen bereit.
Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung:
Mail: presse@todesnacht.com oder mobil:  01525-3503828

Noch vor der offiziellen Feststellung des Todes von Baader und Ensslin ging am Morgen des 18.10.1977 um 8.53 Uhr eine dpa-Meldung über die Fernschreiber, dass laut Mitteilung des baden-württembergischen Justizministeriums Andreas Baader und Gudrun Ensslin Selbstmord begangen haben. 

Noch vor den kriminaltechnischen Untersuchungen in den Gefängniszellen verkündet Regierungssprecher Bölling im Namen der Bundesregierung, der Partei- und Fraktionsvorsitzenden der vier Bundestagsparteien sowie der Ministerpräsidenten von vier betroffenen Landesregierungen, dass die Gefangenen „das Mittel der Selbstzerstörung eingesetzt haben“. Noch vor der amtlichen Obduktion erklärt schließlich Bundespräsident Scheel um 20.15 Uhr in einer Rundfunk- und Fernsehansprache, dass die vier Gefangenen in Stammheim Selbstmord begangen oder versucht haben.

Nach intensiven Recherchen in Archiven, die neues Aktenmaterial zu Tage förderten, sowie praktischen Versuchsaufbauten (z.B. Schussversuche zur Bestimmung der Lautstärke, Nachbau der „Kommunikationsanlage“) kann Helge Lehmann nachweisen, dass die bis heute offiziell gültige Version der Ereignisse in der Todesnacht von Stammheim nicht stimmt. Er und Gottfried Ensslin haben nun gestützt auf die Fülle dieser neuen Erkenntnisse einen Antrag auf Neuaufnahme des Todesermittlungsverfahrens bei der zuständigen Staatanwalt gestellt.

Auf der Pressekonferenz wird der schriftliche Antrag vorgestellt und erläutert.


Die Geschehnisse in Stammheim vor 35 Jahren werden auch auf der Bühne und im Film behandelt:

Die Badische Landesbühne zeigt das Stück "Die Todesnacht in Stammheim"

Das Staatsarchiv Ludwigsburg zeigt als Preview den 90 minütigen Dokumentarfilm
"Stammheim 77/12" des renommierten Filmteams um Katja und Clemens Riha, die beide anwesend sein werden.

15.10.2012, 19.00 Uhr    Arsenalplatz 3   D-71638 Ludwigsburg   Freier Eintritt

Quelle: E-post

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