Mittwoch, 17. Oktober 2012

Volksvertreter: Im Hauptberuf Nebenverdienstler

Mowitz
Nachdem der Nebenverdienstexperte und Holzbanknullbock Peer Steinbrück zum Kanzlerkandidaten der S?PD gekürt war, mokierten sich führende Nebenverdienstler der Bruderparteien, wie der  FDP-Nebenverdienstler Patrick Döring, "mit dem Gen des ehrbaren Kaufmanns ist dieser Hanseat nur dürftig gesegnet," über Steinbrücks Gier, als wäre er selbst nicht davon befallen. Er zieht als Aufsichtsrat der Deutschen Bahn seine gutentlohnte Nullnummer für einen jährlichen Nebenverdienst der sogenannten Geheimhaltungsstufe 3 – also mehr als 7.000 Euro und nach oben offen – ab. Den genauen Betrag muss er nach den gültigen, nichtgläsernen Schutzreglements nicht mitteilen. Nebenbei versilbert er noch sein "Herz für Tiere" als Vorstandsmitglied bei der Agila Haustierkrankenversicherung AG, die ihm monatlich sein Bankkonto mit einem Nebenverdienst zwischen 3.500 Euro und 7.500 Euro der Geheimhaltungsstufe 2, auffüllt. Er wird noch mehrere Brötchengeber haben denn sein karges Zubrot soll sich laut EhNaMag auf 185.400 Euro belaufen. Kann allerding auch mehr sein. Nichts Genaues weiß man nicht, denn die Geheimstufen des deutschen Bundestages halten die, wie der von mir verliehene Name schon besagt, genauen Beträge geheim. Hier unten eine Grafik vom web evangelisten aus dem Jahre 2010.


Bei den undurchsichtigen Nebeneinkünften deutscher Volksvertreter, böse Zungen bezeichnen sie auch als Schmiergelder des parlamentarischen Betriebes, wird es nicht ausbleiben, dass sich eine Koalition der Begünstigten parteivereinend findet, um, wie CDU-Volker Kauder, "wir wollen nicht den gläsernen Abgeordneten", mutig für den nichtgläsernen Volksvertreter zu werben. An holprigen Argumenten wird es nicht mangeln.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Wo kämen wir denn auch hin, wenn Lohnvorstellungen von Krethi und Plethi, (abwertend für alle möglichen Leute), die Nebenerwerbsverdienste ihrer Erwählten möglicherweise einschränken würden? Im Klartext könnte es sogar dazu führen, dass unsere Volksverarscher ihre Dienste verdoppeln müssten um die gleichen Nebenverdienste wie heute zu erzielen. Das wäre bei ihren jetzt schon täglichen 16 Stunden Parlamentsarbeit kaum noch zu bewerkstelligen. Immerhin hat der Tag nur 24 Stunden und samstags gehört Vati mir, wie der DGB schon 1956 richtigerweise forderte.

FH

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