Samstag, 17. November 2012

Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein...

Mowitz
...wusste schon Karl Marx und seine Gegner verstanden es, diese kompetente Erkenntnis nicht weiterzuverbreiten.

Als ich am 30. Oktober 2012 ungefragt und ungebeten ein wenig die Werbetrommel für die junge Welt rührte, finanzierten neben der zahlenden Leserschaft auch 1302 Genossinnen und Genossen, in ihrer Eigenschaft als Genossenschaftler und Herausgeber der jungen Welt, die einzige linke Tageszeitung in Deutschland. Am 16. November 2012 ist der Stand der genossenschaftlichen Herausgeber auf 1331 Genossen und Genossinnen gestiegen. Ein Plus mit 29 Genossenschaftsmitgliedern, oder in Prozent ausgedrückt, eine Steigerung mit 22,27 % innerhalb von 17 Tagen und hatte mit den bescheidenen 926 *Klicks*, auf meiner Werbetrommel, sicher nicht viel zu tun. (Die Mitglieds-Zahlen 1302 und 1321 habe ich am 30.10. respektive am 17.11.2012 der jungen Welt online-Ausgabe entnommen).
"....Hinzu kommt: Vom Verlag beantragte Fördergelder werden in der Regel nur genehmigt, wenn ein weiterer Partner die entsprechenden Projekte mitfinanziert. Üblicherweise sind das Banken, bei uns war das immer die Genossenschaft. Unterm Strich blieb unser Verlag dank der Genossenschaft zahlungs-, handlungs- und entwicklungsfähig.

Wer in die Genossenschaft eintritt, sollte nicht mit einer Rendite in Euro und Cent rechnen, auch nicht in jedem Fall mit einer Rückzahlung. Aber eine Rendite gibt es trotzdem: Jeden Morgen eine druckfrische, antikapitalistische Tageszeitung." junge Welt
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Eine alternative Eigentümerstruktur, die im Gegensatz zu kapitalistischen Besitzerstrukturen der Einheitsmedien, nicht nur den Gewinninteressen einiger weniger Familien verpflichtetet ist.

Wenn die zahlende Leserschaft prozentual im gleichen Tempo zulegt wie die Mitgliedszahl der Genossenschaft, könnte die junge Welt die bundesrepublikanische Einheitspresse bald schon schön aufmischen. Wenn man es optimistisch betrachtet und nicht vor lauter Verkrampfung nur die Hindernisse sieht und die Möglichkeiten übersieht. Die deutschen Michels und Michelinnen sollten sich die junge Welt einfach gönnen. Es täte ihnen gut, so wie sie mir gutgetan hat.

Die „Frankfurter Rundschau“ meldete Insolvenz an, ebenso die „dapd“. Die „Financial Times Deutschland“, so wird spekuliert, könnte es bald nur noch elektronisch geben und im Sog untergehender Druckausgaben könnte auch das Wirtschaftsmagazin „Capital“ geraten. Es wird also wieder Platz zum Atmen und für Alternativen zum bisherigen Einheitsbrei manipulierter Meinungen geben. Überlasst nicht auch noch den Online-Markt gekauften manipulativen Altvorderen des Kapitals.

Mach hier den ersten Schritt zum Abo und hier zum Gespräch mit Jean Ziegler: „Für die Völker des Südens hat der dritte Weltkrieg längst begonnen“.

FH


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